Nachbars Baum fällt auf unseren Zaun - unsere Hausratversicherung soll zahlen?

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10 Antworten

Es ist schon wieder passiert: Nachbars Bäume sind auf unseren Zaun gestürzt. Das zweite Mal innerhalb von drei Monaten.

Bei Sturm kein Wunder. Und ja, das zahlt - sofern nicht ein Verschulden (mangelnde Standfestigkeit) nachweisbar wäre - nur die *eigene* Versicherung.

Beim ersten Mal zahlte unsere Hausratversicherung anstandslos. Nun sagt sie, dies wäre der vierte Schaden innerhalb von fünf Jahren, daher würdesich entweder die Prämie erhöhen oder wir müssten so eine Art "Kasko" in den Vertrag für die Hausratversicherung aufnehmen.

Das ist überhaupt kein Fall für die HR, sondern für die VGV. Denn nur dort ist ein zaun je nach Tarif inklusive, respektive gegen Aufschlag mitversichert. Hier kann also etwas nicht stimmen. Ich würde vermuten, ihr habt eine Kombiversicherung für alles - nichtsdestotrotz sind das unterschiedliche Vertragswerke.

Es wundert mich, dass meine Versicherung sagt, dass wir mit unserer
Hausratversicherung für die Schadenregulierung "zuständig" sind und
nicht Nachbars Haftpflichtversicherung...

HP setzt ein nachzuweisendes Verschulden des Eigentümers der Bäume voraus, was bei Sturm de facto auszuschließen sein dürfte. Und bei Orkanstärken wie gestern ist das immer ein Fall für die *eigene* Versicherung (spätestens seit der Änderung der VGV-AGB 2016, die die Deckungszusagen auf das Eigentum des VN beschränkt).

Oder wohin kann ich mich als Geschädigter wenden?

An den Versicherungsmakler oder eben direkt an den eigenen VR.

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Der Baumbesitzer hat eine Verkehrssicherungspflicht, muss den Baum also regelmäßig kontrollieren, macht er das, so haftet er nicht bei Sturm, es ist dann also höhere Gewalt.

Denkt daran, dass der Geschädigte beweisen muss, dass der Baumbesitzer nicht der Verkehrssicherungspflicht nachgekommen ist.

Klar zahlt die Hausratversicherung, da eben Sturm darin versichert ist. Der Hausrat muss nicht zwingend im Haus sein, er kann außerhalb des Hauses sein. Es gilt aber zumutbar, Gegenstände vor Sturm zu schützen. Gartenmöbel kann man im Haus bringen, einen Zaun logischerweise nicht. Daher ist er mitversichert.

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Das ist kein Fall für eure Hausratversicherung, sondern für eure Gebäudeversicherung. 

Wenn den Nachbarn kein Verschulden trifft, haftet er auch nicht. Bei starkem Sturm ist das wahrscheinlich. Er würde z.B. dann haften, wenn ihm bekannt war, dass der Baum umfallgefährdet war er aber nichts dagegen unternommen hat.

Eine "Kasko" soll mit Sicherheit nicht in den Vertrag eingebraut werden, sondern vermutlich eine Selbstbeteiligung. Immer noch besser als wenn euch der Vertrag gekündigt wird, denn dann bekommt ihr Probleme eine neue Versicherung zu finden.

Insofern alles korrekt. 

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Nachbars Bäume sind auf unseren Zaun gestürzt. Das zweite Mal innerhalb von drei Monaten.

Beim ersten Mal zahlte unsere Hausratversicherung anstandslos.

Wie kann man nur solch einen Blödsinn von sich geben.

Seit wann handelt es sich bei einem Gartenzaun um Hausrat?

Bist du hier als neuer Versicherungstroll unterwegs?

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.... für mich kann da etwas nicht stimmen, denn eine Hausratversicherung ordnet keine Schäden am Zaun.

Und eine Prämienerhöhung nach einem Schaden sehen bei meiner jedenfalls die vereinbarten Spielregeln nicht vor.

Und ob die Versicherung vom Nachbarn zuständig ist, ent- scheidet doch nicht meine sondern seine Versicherung. Wie ist denn die diesbezügliche Anfrage ausgegangen?

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FordPrefect 06.10.2017, 08:45

.... für mich kann da etwas nicht stimmen, denn eine Hausratversicherung ordnet keine Schäden am Zaun.

Korrekt. Ich vermute eher, der OP hat ein Kombipaket bei einem VR abgeschlossen, dass neben VGV auch HR abdeckt.

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Ich danke schon mal allen für die Antworten bis hierher.

Es war beide Male ein Sturmschaden.

Im Juni sprach ich mit unserer Versicherungsagentur darüber. Die sagten gleich, dass das ein Hausrat-Schaden sei, der von unserer Versicherung gedeckt wäre.

Argument: man kann nicht immer sicher sein, dass der Schadenverursacher eine Versicherung hat. Daher sei es (von wem auch immer) so geregelt, dass die eigene Versicherung dafür aufkommt.

Vor ein paar Wochen hatten wir nun einen Schaden auf unserem Grundstück durch einen unserer Bäume. Den wollte ich unserer Versicherung melden. Dort riet man mir ab, da dieses die besagten Folgen (z.B. Prämienerhöhung) haben würde...

Ich sagte noch, dass wir von Bäumen auf sämtlichen Nachbar-Grundstücken umgegeben seien und doch nichts dafür könnten, wenn diese dann bei uns einen Schaden verursachen würden. Das sei aber leider so... war die sinngemäße Antwort.

Es entzieht sich auch meiner Logik, warum nicht Nachbars Haftpflicht-Versicherung (oder er selbst falls er keine hat) für unseren Schaden eintreten muss. Der Schaden ist gestern durch Sturm XAVIER entstanden und Nachbar hat selbst auch etwas "auf Durchzug" gestellt...

Es ist einfach ärgerlich und nervig...

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schleudermaxe 06.10.2017, 08:53

.... was soll das und warum stehen solche wichtigen HinweiseVorgaben nicht gleich in der Frage?

Der BGH hat mehrmals schon entschieden.

Keiner ist verpflichtet, einen Sturm oder Orkan persönlich festzuhalten und gegen diesbezügliche Schäden kann sich jedermann/frau absichern.

Falls nicht, helfen die Damen und Herren Bürgermeister im Rathaus durch Spendenaktionen, wie jeder aus den Medien hören und sehen kann.

Beachte: Das Holz auf Euren Grundstück gehört ab Grenze Euch!

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FordPrefect 06.10.2017, 08:58

Es war beide Male ein Sturmschaden.

Damit ist der Nachbar - sofern die Bäume nicht krank oder altersschwach waren - aus der Haftung.

Im Juni sprach ich mit unserer Versicherungsagentur darüber. Die sagten gleich, dass das ein Hausrat-Schaden sei, der von unserer
Versicherung gedeckt wäre.

Das kann ich mir nicht vorstellen. Zäune sind als feste Bestandteile des Grundstücks kein Teil des Hausrats, sondern in der VGV mitversichert.

Vor ein paar Wochen hatten wir nun einen Schaden auf unserem Grundstück durch einen unserer Bäume. Den wollte ich unserer Versicherung melden.

Richtig. -> VGV.

Dort riet man mir ab, da dieses die besagten Folgen (z.B.
Prämienerhöhung) haben würde...

Naja, bei ständigen Schäden steigt logischerweise das Risiko, und damit die Prämie.

Ich sagte noch, dass wir von Bäumen auf sämtlichen Nachbar-Grundstücken umgegeben seien und doch nichts dafür könnten, wenn diese dann bei uns einen Schaden verursachen würden. Das sei aber leider so... war die sinngemäße Antwort.

Das ist auch exakt richtig. Die VGV deckt die Risiken des Eigentümers für sein Eigentum. Fällt also ein Baum auf deinem Grund um und beschädigt dein Eigentum, wird deine VGV dich dafür entschädigen resp. die Kosten tragen gem. KV. Und das war es auch schon. Die Schäden bei Dritten sind darin nicht abgedeckt, und sind dem Eigentümer auch nicht anzulasten, sofern ihn kein Verschulden am Schadensereigns trifft. Das ist bei Sturm de facto nie der Fall, hingegen bei umstürzenden Bäumen ohne äußere Einwirkung sehr wohl.

Es entzieht sich auch meiner Logik, warum nicht Nachbars
Haftpflicht-Versicherung (oder er selbst falls er keine hat) für unserenSchaden eintreten muss.

Ganz einfach - jede Haftung setzt ein Verschulden voraus. Da niemand den Sturm verursacht hat, gibt es für Folgeschäden auch keine Haftung. Genau dafür ist man als Eigentümer ja selbst versichert.

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Wenn eine Versicherung hier zahlt, dann ist es die Gebäudeversicherung. Die Hausratversicherung hat damit nichts zu tun, denn der Zaun gehört nicht zum Hausrat, sonder ist ein Gebäudebestandteil. 

Eure Gebäudeversicherung ist zuerst zuständig, da hier der Grundsatz gilt: Eigenversicherung vor Fremdversicherung. Die Gebäudeversicherung wird sich also an die Privathaftpflicht des Nachbarn halten. Diese erstattet aber nur nach dem Zeitwert, wobei Eure Gebäudeversicherung die Kosten trägt, die zur Herstellung des Zaunes in gleicher Art und Weise notwendig sind. 

Da dieses ja nicht der erste Schaden ist, könnt Ihr über Beitragsanpassung noch froh sein. Andere Versicherer nehmen das zum Anlass, den Vertrag zu kündigen. 

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FordPrefect 06.10.2017, 09:01

Eure Gebäudeversicherung ist zuerst zuständig, da hier der
Grundsatz gilt: Eigenversicherung vor Fremdversicherung.

Völlig richtig bis dahin.

Die Gebäudeversicherung wird sich also an die Privathaftpflicht des Nachbarn halten.

Das kann sie gerne versuchen, ist aber zwecklos - und die PHV des Nachbarn und Baumeigentümers wird ihn rechtlich vertreten und die Ansprüche abwehren. Sturmschäden lösen keine Haftung des Baumeigentümers aus. Im Gegenteil, sie stellen ihn de facto von der Haftung frei, da ihn an der Schadensursache kein Verschulden trifft.

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Schadensverursacher ist der Baum, der gehört aber dem Nachbarn - und der ist auch für den Schaden verantwortlich. 

Nicht eure Haftpflichtversicherung. Dein Nachbar hat eine Verkehrssicherungspflicht

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FordPrefect 06.10.2017, 08:48

Schadensverursacher ist der Baum, der gehört aber dem Nachbarn - und der ist auch für den Schaden verantwortlich.

Nein. Verantwortlich und somit haftbar wäre er nur, wäre der Baum aufgrund allgemein mangelnder Standfestigkeit umgestürzt, aber ganz sicher nicht bei Sturm resp. Orkan wie gestern. Solche Risiken muss jeder Eigentümer für sein eigenes Eigentum abdecken (VGV).

Nicht eure Haftpflichtversicherung.

Die sowieso nicht.

Dein Nachbar hat eine Verkehrssicherungspflicht

Irrelevant bei der Wetter- und Sachlage.

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FordPrefect 06.10.2017, 09:47
@peterobm

Nein. Da steht expressis verbis:

"Stürme gelten als „höhere Gewalt“, das bedeutet, dass der Baumbesitzer nicht zahlen muss, sofern er seiner gesetzlichen
Verkehrssicherungspflicht nachgekommen ist."

Und genau so ist es auch. Wenn der Geschädigte also dem Eigentümer des umgestürzten Baumes nicht nachweisen kann, dass der Schaden bei Erfüllung der Sorgfaltspflichten hätte verhindert werden können, haftet der Eigentümer des Baumes genau *nicht* für entstandene Schäden. Deswegen ist die eigene VGV der richtige Ansprechpartner - was dem OP durch seinen eigenen Versicherungsbetreuer ja auch genau so bestätigt wurde.

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Der Nachbar ist verpflichtet seine Bäume kontrollieren zu lassen, sie müssen in einem Zustand sein, dass keine Verkehrsgefährdung ausgeht.

Mich wundert, dass eure Hausratsversicherung sich da für zuständig erklärt.

Informier dich doch direkt beim Grünflächenamt und beim Ordnungsamt. Nach dem ersten Vorfall sollten doch alle Bäume auf Standfestigkeit kontrolliert worden sein, wie dass denn sein kann, dass schon wieder einer umgefallen ist.

In Deutschland zahlt der Schadensverursacher, außer bei Sturm, dass ist höhere Gewalt 

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schleudermaxe 06.10.2017, 08:35

... dann ist aber auch der Sturm der Verursacher. Bei dem ist aber nichts zu holen.

Genau deshalb lassen ja viele Damen und Herren Bürgermeister sammeln für die lieben Bürger.

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Es wundert mich, dass du dafür überhaupt deine Versicherung bemüht hast, bzw. diese auch noch bezahlt hat. Wenn Nachbars Baum auf dein Grundstück fällt und dein Eigentum beschädigt, haftet für den angerichteten Schaden doch wohl ganz klar der Verursacher, also dein Nachbar.

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FordPrefect 06.10.2017, 11:01

haftet für den angerichteten Schaden doch wohl ganz klar der Verursacher, also dein Nachbar.

Noch so ein Experte.

Faszinierend - der Nachbar hat also eine Windmaschine aufgebaut, mit der er heimtückisch und vorsätzich dafür gesorgt hat, dass sein Baum umstürzt und den Zaun des OP beschädigt? Oder selbigen manuell in Richtung des Nachbarn geschubst? Wohnt der OP neben Herkules? Fotos, bitte!

MannMannMann...

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vierfarbeimer 06.10.2017, 11:20
@FordPrefect

Du scheinst von Beruf Rechtsverdreher zu sein! Unglaublich was du für einen Unsinn redest.

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FordPrefect 06.10.2017, 11:42
@vierfarbeimer

Zumindest stecke ich meinen Kopf nicht in enen Vierfarbeimer, wenn ich es vermeiden kann.

Nur mal so als Tip, wenn es dir schon zu mühsam ist, die bereits sattsam eingestellten Antworten hier zu lesen:

https://www.cosmosdirekt.de/hausratversicherung/sturmschaden/

Man beachte vor allem den Passus:

"Hat der Grundstückbesitzer einen morschen Baum nicht
gesichert oder gefällt und dieser beschädigt bei einem Sturm das
Nachbargebäude, ist dies ein Fall für die Haftpflichtversicherung.
Handelt es sich um einen gesunden Baum, der kein Anlass für
Sicherungsmaßnahmen gab, kann der Baumbesitzer nicht haftbar gemacht werden."

Sowie

"Stürme gelten als „höhere Gewalt“, das bedeutet, dass der Baumbesitzer nicht zahlen muss, sofern er seiner gesetzlichen
Verkehrssicherungspflicht nachgekommen ist."


Sic.

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NamenSindSchwer 06.10.2017, 11:51

haftet für den angerichteten Schaden doch wohl ganz klar der Verursacher

Das stimmt grundsätzlich.

also dein Nachbar

...der ist doch aber mit hoher Wahrscheinlichkeit gar nicht der Verursacher...

Und dass die eigene Sachversicherung reguliert braucht dich auch nicht zu wundern. Das tut sie selbst dann, wenn es tatsächlich einen Verursacher gibt, der zu Schadenersatz verpflichtet wäre. 

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