Nachbarn stören mit Ziggarettenqualm.

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9 Antworten

Da kannst Du nichts machen. Schau auch mal hier: Wieviel Rauch vom Nachbarbalkon muss ich ertragen?

Der Zigarettenqualm vom Balkon einer neu eingezogenen Nachbarin störte eine Frau so sehr, daß sie die Miete auf die Hälfte reduzierte. Ihre Begründung: Durch das exzessive Rauchen könne sie ihre darüber gelegene Wohnung nicht mehr vertragsgemäß nutzen, sich nicht mehr auf dem eigenen Balkon aufhalten und die Wohnung nicht mehr lüften. Die Vermieterin wehrte sich vor Gericht gegen die Mietkürzung - mit Erfolg: Rauchen eines Nachbarn rechtfertige keine Mietminderung. Denn auch wenn Autos die Luft verpesten oder Spaziergänger vor dem Haus rauchen, bestehe kein Rechtsanspruch darauf, daß Vermieter für reine Luft sorgen. Mit Passivrauchen in einem geschlossenen Raum - wie etwa am Arbeitsplatz - sei die Intensität der Belästigung nicht vergleichbar.

AG Wenningsen, 9 C 156/01, AG Bonn, 6 C 510/98

Das Rauchen auf dem eigenen Balkon kann, auch wenn sich Nachbarn gestört fühlen, nicht ohne weiteres verboten werden (Amtsgericht Bonn, 6 C 510/98). "Ein tabakrauchfreies Wohnen im verdichteten Wohngebiet gibt die geltende Rechtsordnung nicht her" beschied das AG Bonn.

Das Rauchen auf dem Balkon ist Mietern grundsätzlich erlaubt. Nach Ansicht des Amtsgerichts Wennigsen gehört der Tabakkonsum zur grundrechtlich geschützten freien Entfaltung der Persönlichkeit (AZ: 9 C 156/01)

Besonders ausführlich ist die Seite vom Mieterbund:

Streitfrage: Soll Rauchen in Mietshäusern verboten werden?

Das sagen die Gerichte

Wohnung: Rauchen ist als Konsequenz freier Willensentscheidung als Teil sozialadäquaten Verhaltens in der Wohnung, dem Zentrum der Lebensgestaltung, erlaubt (LG Köln 9 S 188/98; LG Paderborn 1 S 2/00).

Renovierung / Schadensersatz: Rauchen gehört zum vertragsgemäßen Gebrauch der Wohnung. Der Vermieter hat keine Schadensersatzansprüche, zum Beispiel wegen Nikotinablagerungen auf der Tapete (LG Köln 30 S 9/01; LG Köln 9 S 188/98; AG Frankenberg 6 C 369/02 [1]). Das gilt auch bei ungewöhnlich starkem Rauchen (LG Karlsruhe 9 S 119/99; LG Hamburg 333 S 156/00). Ein Raucher muss nicht öfter renovieren als ein Nichtraucher (AG Waldbröl 6 C 318/98).

Anderer Ansicht sind hier das LG Paderborn (1 S 2/00) und das LG Baden-Baden (2 S 138/00): Exzessives Rauchen ist vertragswidriger Gebrauch der Wohnung und löst Schadensersatzansprüche aus. So auch das AG Tuttlingen (1 C 52/99), das auf jeden Fall die Durchführung von Schönheitsreparaturen verlangt, das AG Magdeburg (17 C 3320/99), das den Austausch eines verdreckten und vergilbten Teppichs fordert, und das AG Cham (1 C 0019/02), das Kostenersatz für zusätzliche Renovierungsarbeiten und den Austausch einer vergilbten Drückerplatte zur Toilettenspülung fordert.

Balkon: Das Rauchen auf dem Balkon ist erlaubt (AG Bonn 6 C 510/98, Zigarren, und AG Wennigsen 9 C 156/01). Nachbarn, die durch aufsteigenden Rauch belästigt werden, haben in der Regel keinen Unterlassungsanspruch gegen den Raucher.

Offene Fenster: Rauchen am geöffneten Küchenfenster ist auch dann erlaubt, wenn es in der darüber liegenden Wohnung zu starken Beeinträchtigungen durch Zigarettengerüche kommt (AG Hamburg 102 e II 368/00).

Hausflur: Das Rauchen im Treppenhaus bzw. im Hausflur kann untersagt werden (AG Hannover 70 II 414/99). Weil die Ehefrau das Rauchen in der Wohnung aus gesundheitlichen Gründen nicht vertrug, ging der Ehemann täglich ins Treppenhaus und rauchte hier bis zu 5 Zigaretten.

Rauchverbot: Ein Mieter muss bei Abschluss des Mietvertrages nicht angeben, dass er Raucher ist. Der Vermieter muss auch Raucher in die Wohnung ziehen lassen. Ein Rauchverbot ist unwirksam (AG Albstadt 1 C 288/92; anderer Ansicht wohl AG Nordhorn 3 C 1440/00).

Nichtraucheranzeige: Sucht der Vermieter per Zeitungsannonce einen Nichtraucher und erklärt der Mieter auf Nachfrage, “er habe aufgehört”, bleibt der Mietvertrag auch bei einem Rückfall wirksam. Gelegentliches Rauchen berechtigt nicht zu einer Anfechtung des Mietvertrages (LG Stuttgart 16 S 137/92).

Kündigung: Starkes Rauchen in der Mietwohnung ist kein Kündigungsgrund (AG Ellwangen C 175/90-12).

Mietminderung: Kommt es aufgrund von baulichen Mängeln in der Mietwohnung zu starken Belästigungen wegen Zigarettenrauchs aus einer Nachbarwohnung, kann die Miete gemindert werden (LG Stuttgart 5 S 421/97).

Schwarzverfärbungen: Kommt es in der Wohnung zu Schwarzverfärbungen, sind dies Mängel, die den Mieter zu einer Mietminderung berechtigen. Der Mieter muss sich aber ein Mitverschulden anrechnen lassen, wenn er durch Rauchen und Abbrennen von Kerzen zu einer Verstärkung der Schwarzfärbung beiträgt (AG Schöneberg 6 C 191/99).

Fazit: In der Wohnung und auf dem Balkon darf geraucht werden. Ob Vermieter Ersatzansprüche bei exzessivem Rauchen geltend machen können, ist umstritten. Dieser Frage kommt vor allem dann Bedeutung zu, wenn der Raucher – aus welchen Gründen auch immer – keine Schönheitsreparaturen durchführen muss. In Gemeinschaftsräumen, wie zum Beispiel im Treppenhaus oder im Aufzug, kann das Rauchen verboten werden. Ob dagegen ein generelles Rauchverbot für die Wohnung bzw. den Balkon zwischen Mieter und Vermieter vereinbart werden kann, ist zweifelhaft. Entsprechende Formularklauseln sind unwirksam, weil überraschend. Aber auch bei Individualabsprachen bleibt ein Problem: Was ist bei einem Raucherrückfall, was ist mit rauchenden Gästen, Lebenspartnern usw.?

http://www.mieterbund.de/zeitungen/mz/2004/0604/mz0604rauchen....html Der Link zum Mieterbund - da oben schon einer stand.

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@blaugraugruen

Dankeschön - aber das gleiche habe ich schonmal auf eine ähnliche Frage gepostet. DA habe ich das aber rausgesucht.... :-)

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Also jetzt hab ich mir "alle" Beiträge durchgelesen und muss als ehemaliger Raucher (seit über sechs Jahren Nichtraucher), den der Rauch bisweilen auch mal stört, mit erschrecken feststellen, wie asozial bzw. schon fast militant manche Nichtraucher hier auftreten. Wir sind doch alle Menschen!

Ich als Raucher habe ja schon viel mitgemacht. Ständiger Spießrutenlauf, egal wo und wann. Ich schäme mich ja schon mich als Raucher zu outen. Rauchverbot in Gaststätten, öffentlichen Gebauden, ist ja vollkommen richtig. Aber nachbarschaftlich ist es kaum noch auszuhalten. Mein Nachbar hat sich beschwert, dass der Rauch teilweise (wir rauchten in der Küche) in das Treppenhaus gezogen ist. Das habe ich mir zweimal angehört…..dann sind wir seinetwegen auf die Terrasse….das passt ihn jetzt auch nicht. Ich pass sogar auf wie der Wind gerade steht, egal was ich mache, es ist verkehrt. Ich kann mir nicht vorstellen, nur weil er Rauch “riecht” nur einen Tag weniger lebt. Sieht bei mir vieleicht anders aus…….aber das geht niemanden etwas an.

Schönen Tag noch !

PS: Nichtraucher sterben gesünder……aber hundert werden auch die wenigsten.

Das geht uns genauso seit etwa 15 Jahren. Da kannst Du gar nichts machen, musst Du wohl oder übel hinnehmen. Du kannst es den Nachbarn nicht verbieten!

Gibt es denn Keinen Niichtraucherschutz?

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@Marsha

ja, aber nicht im Privatleben (in der eigenen Wohmung darf "noch" jeder machen was er möchte, so ziemlich, tut mir leid für Dich

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Wir haben das gleiche Problem. Unsere Nachbar rauchen auf ihrer Terrasse und der Rauch zieht in unsere Räume. Da wir Nichtraucher sind stört uns dies sehr schnell. Ich habe die Nachbar gefragt, ob sie zum Rauchen vielleicht auf der Seite der Terrasse rauchen können, die nicht an der Hauswand liegt. Der Rauch zieht immer an der Wand entlang nach oben. "Soll ich jetzt einen Kilometer weit weggehen zum Rauchen?" war die infantil-patzige Antwort auf eine höflich gestellte Frage. Wenn ich laut Musik höre und alle anderen damit nerve, mache ich doch auch etwas zur Persönlichkeitsentfaltung in meiner Wohnung, nur dass das verboten ist. Warum ist Rauchemission etwas anderes als Lärmemission? @ Questor: Kackende Hunde und besoffenes Gegröle ist verboten, im Gegensatz zur Körperverletzung durch Fremdrauch. Also was regst du dich so auf?

Da kannst Du leider nichts machen, die Nachbarn dürfen auf ihrem Balkon rauchen, so unangenehm das für Dich ist - wir haben auch dieses Problem und wissen, wovon wir reden! In Deiner Wohnung kannst Du jedem das Rauchen untersagen. Gruß J.Wie.

Ich habe das Problem auch. Wußte vorher nicht, daß ich die einzige Nichtraucherin in einem Haus voller Raucher sein würde. Meine Lösung: wenn alle im Bett sind - so gegen 23.00 Uhr die Fenster aufreißen und gut durchlüften. Mit etwas Glück kriegt man sie morgens wieder zu, bevor die Qualmerei wieder losgeht.

Vielleicht wäre es dann besser auszuziehen und in eine Erdgeschosswohnung einzuziehen, dann zieht auch kein Zigarettenqualm mehr in die Wohnung...

Ich glaube es geht los! Mich stören auch Besoffene die auf der Straße rum gröhlen und Leute anmachen oder Hunde die auf Kinderspielplätze und Fußwege sch.. kacken. Das muss ich auch hinnehmen und kann nichts dagegen machen.

Lieber Questor,

man kann unterschiedlicher Meinung sein und dennoch einen freundlichen Ton wahren. Ich bitte Dich Rücksicht darauf zu nehmen. Die Beiträge werden sonst gelöscht.

Vielen Dank für Dein Verständnis.

Verena vom gutefrage.net-Support

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@support

Ok, es war kein freundlicher Ton, aber auch keineswegs unfreundlich. Ich habe mich schon arg zusammen gerissen.

Gruß, Questor

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