Nach Wohnungsauszug: selbstgeschriebene Rechnung bezahlen?

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9 Antworten

Aus der Frage geht nicht hervor, um was es sich handelt, was in Rechnung gestellt wird, auch nicht ob die Forderung berechtigt ist. Möglicherweise ist die Fordereung verjährt oder verfristet oder die Abrechnung aus formalen Gründen unwirksam. Also bitte: Mehr konkrete Einzelheiten!

Hallo, das hatte ich weiter unten schon beantwortet. Es geht um allgemeine Forderungen, die ein Vermieter nach dem Auszug halt fordern kann (Nebenkostenabbrechnung, Schönheitsreperatur). Unabhängig davon, was denn verjährt ist oder überhaupt bezahlt werden muss.

Es ging mir lediglich darum, ob ein Vermieter einfach einen Zettel schreiben kann, wo drauf steht dass ich noch X Euro Nebenkosten zahlen muss. Sonst könnte ja jeder Vermieter einfach Beträge verlangen, ohne diese beweisen zu müssen?

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@IceFrog

Ein "Zettel" mit einer Forderung xyz für Nebenkosten reicht natürlich nicht. Eine Nachforderung für Betriebskosten setzt eine formal korrekte unf fristgerecht zugestellte Betriebskostenabrechnung voraus. Ist das nicht der Fall, ist nichts zur Zahlung fällig. Selbstverständlich hast du das Recht, in Originalrechnungsbelege Einsicht zu nehmen, auch diese zu fotografieren. Wird die Einsichtnahme verweigert, ist die Nachzahlung nicht fällig. Für jegliche andere Forderungen gilt, dass diese zu begründen und zu beweisen sind. Kopien muss der Vermieter nur ausnahmsweise zur Verfügung stellen, in der Regel eher nicht.

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Der Vermieter darf eine Betriebskostenabrechnung noch nach Auszug aus der Wohnung vortragen, nämlich dann, wenn er alle hierfür erheblichen/benötigten Einzelrechnung aus vorausgegangenem Verbrauch des Mieters vorzuliegen hat. Das kann bis zu einem Jahr später sein.

Diese Abrechnungen basieren auf Einzelrechnungen, die der Mieter das Recht hat einzusehen (und sich Kopien hiervon fertigen zu lassen) am Ort der Hausverwaltung. Anhand dieser Kopien kann er dann selbst oder durch Fachleute prüfen, ob und inwieweit diese Abrechnungen korrekt sind.

Legt der frühere Vermieter allein eigene Rechnungen vor, so müßten auch diese (wie auch die Betriebskosten-Nachforderung) für den Mieter - also für einen Laien - nachvollziehbar sein. Sind sie dies nicht, so hat der Adressat, also der Mieter hier, dieser Zahlungsaufforderung zunächst förmlich zu widersprechen, sie (für ihn auch verständlich) berichtigen zu lassen. Dies ist ein wichtiger Schritt, weil mit dieser Einrede (per EINWURF-EINSCHREIBEN für Zugangsnachweis) diese Forderung in ihrer Zahlungsfrist aufgehalten, gestoppt wird. Das bedeutet, diese Zahlungsaufforderung wurde überhaupt nicht fällig aus benanntem Grund, ist als nichtig zu betrachten...

Der Normalfall - also regelmäßig vorkommende Fall - sind professionelle Abrechnungen mit begründeten, ordentlich hinterlegten Einzelrechnungen von Firmen und vor allem allein solcher Kostenbestandteile, die überhaupt umlegbar sind auf den Mieter. Die reine Betriebkosten-Umage-Verordnung ist nämlich nicht bindend für alle Mieter. Sie ist es nur insofern, wenn solche Posten auch mietvertraglich zur Umlage auf den Mieter vereinbart wurden.

Ein wenig Lektüre und Vertiefung hier erspart viel "Lehrgeld", denn berechtigte Forderungen waren es ja dann immer wieder gar nicht. Das Geld floß aber dennoch - aus Unkenntnis bei den Mietern - dem Vermieter zu. Allein nach dem Prinzip: Versuch und Irrtum.

Eine handgeschriebene Rechnung des Vermieters ist gültig.

Nebenkosten: Wurden monatiche Vorauszahlungen getätigt, ist der Vermieter verpflichtet eine Nebenkostenabrechnung zu erstellen. In Rechnungen, die die einzelnen Posten belegen, ist dem Mieter Einsicht zu gewähren, müssen aber nicht ausgehändigt werden. Der Vermieter ist auch nicht verpflichtet, Kopien zu erstellen und dem Mieter auszuhändigen.

Gleiches gilt für Reparaturrechnungen.

Du kannst also von deinem Vermieter Einsicht in die besagten Unterlagen, aber keine Herausgabe von Kopien verlangen. Allein die Tatsache, dass es sich um eine handgeschriebene Rechnung handelt, rechtfertigt nicht eine Unrechtmäßigkeit der Rechnung.

Danke! Das hilft mir doch schon weiter.

Ich möchte aber unter garkeinen Umständen den Vermieter wieder sehen. Also gibt es keine andere Möglichkeit?

Wie ist der Fall, wenn der Vermieter nicht in der Nähe wohnt oder man selbst ins Ausland zieht o.Ä.?

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Wenn der Vermieter Leistungen erbracht kann er Rechnungen schreiben.

Um was für Rechnungen geht es denn?

Deine Infos sind recht dürftig.

Vielen Dank schonmal :)

Es geht um Nebenkostenabrechnung, Reperaturen, Streichen, unabhängig davon was ich zahlen "muss". Ich wollte nur wissen, ob das gängige Praxis ist, einfach Summen auf einen Zettel zu schreiben und diese dann einzufordern. Oder ob es irgendeine (gesetzliche) Verpflichtung gibt, wonach er mir die Nachweise zeigen muss. Ist meine erste Kündigung, ich möchte ja nicht gleich über den Tisch gezogen werden.

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@IceFrog

Eine Nebenkostenabrechnung, wenn monatliche Vorauszahlungen vereinbart sind, kann und muß der Vermieter erstellen. Dazu ist er gesetzlich sogar verpflichtet. Er kann das selbst machen oder von einer Abrechnungsfirma machen lassen.

Wichtig ist nur das die Abrechnung korrekt und nachvollziehbar ist. Dann reicht auch ein "Zettel".

Nachweise muß er Dir zeigen aber nicht der Abrechnung beifügen.

Reparaturen und Streichen? Warum, wieso, weshalb? Wieder nur minimale Infos mit denen man nichts anfangen kann. Das kann berechtigt sein, aber auch nicht.

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Keine Zahlung ohne Belege vorher gesehen zu haben,sonst will der Vermieter sich Bereichern

Du hast das Recht, nach vorheriger Absprache mit dem Vermieter Belegeinsicht zu bekommen.

Handgeschriebene Rechnungen haben auch Gültigkeit.

auf jeden fall zum mieterschutzbund

na klar kann er dir eine Rechnung ausstellen, wenn er für dich tätig war..

was genau heißt "tätig"? Kann er einfach Reparaturen in Zahlung stellen, die vorher nicht erwähnt wurden (kein Übergabeprotokoll), ohne dass ich einen Beweis hab, dass ich überhaupt Schuld bin und dass die Reperatur überhaupt vorgenommen wurde?

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