Nach wievielen Jahren muss ein Erbe noch für Schulden des Erblassers aufkommen?

6 Antworten

Die Zinsen verjähren unabhängig vom Titel dennoch nach 3 Jahren. Alles an Zinsen vor 2013 wäre somit verjährt.

Wenn der Titel die damalige (!) Erbmasse deutlich übersteigt, wäre eine Nachlassinsolvenz vielleicht noch möglich. Die bezieht sich dann auf die damalige Erbmasse.

Ansonsten kann man hier vielleicht sogar erfolgreich auf Verwirkung argumentieren. Verwirkung ist etwas anderes als Verjährung. Neben dem reinen Zeitmoment muss es zusätzliche Umstände geben, weshalb die Erben darauf vertrauen durften, dass der Gläubiger auf die Schuld verzichtet.

Wenn ein Gläubiger sich 22 Jahre nicht um die Schuld bemüht und keine Anstalten macht, nicht einmal auf die Erben zugeht, als der Schuldner verstirbt, dann hat er kein Interesse an der Begleichung der Schulden. Gerade das Argument der Verwirkung durchzubekommen vor Gericht, da würde ich einen Anwalt hinzuschalten.

Viele Forderungen verjähren schon nach drei Jahren, insbesondere Forderungen aus Kaufverträgen oder Handwerksleistungen, für einige gelten Ausnahmen:

titulierte Forderungen, beispielsweise durch ein Gerichtsurteil oder einen Vollstreckungsbescheid

Familien- und erbrechtliche Ansprüche

Anspruch auf Herausgabe aus Eigentum oder anderen dinglichen Rechten

Vollstreckte Vergleiche oder Urkunden

Ansprüche aus Insolvenzverfahren, die vollstreckbar sind

Erstattung der Kosten aus Zwangsvollstreckungen

öffentlich-rechtliche Forderungen mit unanfechtbarem Bescheid – Vorsicht: hier gibt es eine Menge Ausnahmen

Allerdings sind diese seltener. Wichtig ist, dass ihr die Verjährung geltend macht, zahlt auf keinen Fall irgendetwas, sonst könnt ihr es nicht mehr zurückverlangen.

Ja, wer erbt erbt auch die Schulden, nicht nur die Guthaben. 

Einzig er hätte zum Zeitpunkt als er Erbte eine Erbausschlagung veranlasst, dann ist er für die Schulden nicht haftbar, bekommt aber auch nichts vom Guthaben.

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