Nach welchem Prinzip funktioniert eine Energiesparlampe?

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2 Antworten

Die Energiesparlampe funktioniert i Prinzip wie eine Leuchtstoffröhre. Bei vielen Modellen sieht man auch noch eine Art "gefalteten" Leuchtstoffröhrenkörper, also "Glasröhrenwendel". Technisch handelt es sich um eine Gasentladungslampe.

Eine Energiesparlampe benötigt ein Vorschaltgerät, das aber etwas anders funktioniert als bei einer "normalen" Leuchtstoffröhre (vulgo "Neon"-Röhre). Durch eine ausgefeilte Elektronik wird die Gasentladung in der eigentlichen Röhre, die durch die Innenbeschichtung das unsichtbare Licht in sichtbares verwandelt, gezielt und sehr effektiv gesteuert. In einer "normalen" Leuchtstoffröhre sorgen die Drosssel und der Starter für die Zündung des Lichtbogens. Die Drossel begrenzt dann den Strom bei Betrieb. Dadurch entsteht eine Phasenverschiebung zwischen Stom und Spannung, so daß der Blindstromanteil zum Problem werden kann, werden ganze Büroetagen mit mehreren -zig Leuchtstoffröhren damit versorgt. Um diesen Blindstromanteil, der zum Auslösen der vorgeschalteten Leitungsschutzschalter führen kann, zu verringern oder im Idealfall ganz zu vermeiden, werden hierbei immer zwei Röhren in Duo-Schaltung so zusammengefaßt, daß eine Röhre immer noch einen Kondensator in Reihe dazugeschaltet bekommt. Dieser Kondensator sorgt für eine zusätzliche Phasenverschiebung, so daß das System aus zwei Duo-Röhren nach außen zum Netz hin als "ohmsch" also blindstromkompensiert erscheint. Beide Röhren haben dann zwar den zum Betrieb notwendigen Imaginärteil, diese Komponenten heben sich dann aber gegenseitg auf. Würde anstelle einer Drossel nur ein Widerstand zur Strombegrenzung verwendet, würde nämlich der Betrieb der Leuchtstoffröhre teurer als bei normalen Glühlampen. An den Anschlüssen der Röhre liegen nur 110-150 Volt, der Rest wird vom Vorschaltgerät "verbraten". Durch den Trick mit der Phasenverschiebung bei Wechselstrom kommt man aber auf vorteilhafte Energieausbeutewerte. Bei Energiesparlampen wird zum Teil der Wechselstrom von 50 Hz in Hochfrequenz umgeformt, wodurch das Leistungsintegral günstiger liegt. Leider machen einige Energiesparlampen dabei auch Rundfunkstörungen im Lang- und Mittelwellenbereich. Diese Störgrenzwerte sind aber festgelegt und werden eingehalten. Soweit mir bekannt, können sie auch nicht so ohne weiteres "gedimmt" werden.

Mit meiner Leuchtstoffröhrenkombination in Duo-Schaltung habe ich dagegen noch nie Probleme gehabt, ich weiß schon garnicht, wann ich das letzte Mal eine Röhre tauschen mußte (6 Jahre Standzeit). Ich habe noch einen Zündhilfekondensator und einen Ferritkern zur zusätzlichen Funkenstörung dazugeschaltet und habe überhaupt keine Probleme mit Rundfunkstörungen. Ich favorisiere nach wie vor "echte" Leuchtstoffröhren. Die Energiesparlampen werden bei mir nur da eingesetzt, wo die Montage einer Leuchtstoffröhre sonst schwieriger wäre und die vorhandenen E-27- bzw. neuerdings auch E-14-er-Fassungen weiter verwendet werden können. Mir sind die Energiesparlampen teilweise zu hell, so daß ich für die Fernseher-Hintergrundbeleuchtung noch eine 15-Watt-Glühlampe verwende. Auch eine Backofenleuchte arbeitet noch mit hitzebeständiger Spezial-Glühlampe.

Um auf die ursprüngliche Fragestellung zurückzukommen: Eine Glühlampe besteht aus einem Wolframmetallfaden, der zur Weißglut gebracht wird, dabei entfällt auf das ausgesendete sichtbare Licht nur ein Bruchteil der Heizleistung. Eine Energiesparlampe funktioniert nach dem Prinzip der Gasentladungslampe, bzw. angeregtem Lichtbogen wie bereits beschrieben.

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Noch ein paar Zusätze: Die Vorschaltgeräte, die zu den Energiesparlampen gehören, sind bereits in die Fassung fest integriert, brauchen also nicht extra gekauft zu werden. Allerdings werden diese auch bei Ablauf der Lebensdauer dann mit entsorgt, wodurch diese dann als Sondermüll/Elektronikschrott klassifiziert werden. Es gibt aber auch Energiesparlampen, bei denen man nur die "Röhre" tauschen muß. Zu Leuchtstoffröhren noch etwas: Das leidige Geflacker bei Lebensende der Röhren kann man durch Verwendung eines sog. "Industriestarters" wirksam verhindern. Dort löst dann eine Art Sicherung (Bimetall) aus, so daß weitere vergebliche Zündversuche und das energiefressende Überlasten des Vorschaltgerätes unterbunden werden. (Die Elektroden der Röhre glühen rot auf, der Strom wird so hoch, daß sogar die Röhrenfassung und die Drossel durchbrennen können, so etwas sieht man oft bei Reklameschildhinterleuchtungen an heißen Sommerabenden, die auch dann regelrecht einen Brand auslösen können.)Nach Austausch der Röhre braucht dann nicht auch noch der Starter ausgetauscht zu werden, es reicht aus, den "Sicherungsknopf" wieder hereinzudrücken. Auch starten die Röhren mit Industriestarter besser, den Unterschied konnte ich nach langjähriger Verwendung bestätigen. Leider kostet ein Industriestarter etwa 10 Euro im Vergleich zum sehr billigen normalen Starter.

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@kbra01

In der Firma ist sogar einmal eine Leuchtstoffröhre in der Dauerbeleuchtung der Werkshalle nach langer Standzeit und langer Flackerei regelrecht explodiert, so sehr hat sie sich dann erhitzt. Mein Verbesseungsvorschlag, Industriestarter einzubauen, wurde aus Kostengründen leider abgelehnt. Ich nehme an, hier ist der Gesetzgeber/Normenausschuß gefragt, solche Industriestarter für Dauerbeleuchtungen als Sicherheitsstandard neu festzulegen.

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