Nach was lebt ein Atheist nach welcher Moral, Philosophie, Gewissen?

24 Antworten

Es ist nicht korrekt, das Atheisten "gar nichts" haben. Sie leben in der Regel nach sich von ihnen selbst geschaffenen Glaubenssysteme - welche eben nur keinen Gott der Christen/Juden/Moslem einschliesst.

Dabei sind die Glaubenssysteme so unterschiedlich wie die Wolken am Himmel. Denn es gibt nicht DAS EINE atheistische Weltbild. Im Gegenteil. Da Atheisten nicht an starre Glaubenssätze gebunden sind, sind sie offener, freier und vor allem in der Lage, durch selbstständiges Denken die Welt ganz anders wahrzunehmen.

Ich habe dafür die Wissenschaft, ein System bei dem man nach der Wahrheit sucht und Fehler auch korrigiert, statt das Anzweifeln ihrer Richtigkeit als Blasphemie zu bezeichnen.

Moral ist auch bei religiösen Menschen etwas, dass sie selbst entwickeln, denn sonst währen einige schlimme Dinge nach wie vor akzeptabel, da zum Beispiel die Bibel sie als richtig ansieht.

Atheisten sind in der Verantwortung, sich selbst dafür einzusetzen, dass die Welt gerecht wird. Tatsächlich folgen heute ja auch religiöse Menschen den weltlichen Gesetzen, der Verfassung und den Menschenrechten. Wir haben ein funktionierendes Sozialsystem aufgebaut, das gerechter ist, als die Gebote der Religionen. Wir steinigen niemanden, wenn er am Sonntag Holz sammelt. Du auch nicht. Du folgst den gleichen Gesetzen wie die Atheisten und auch aus dem gleichen Grund.

Menschen und auch Tiere haben Jahrmilliarden ohne Bücher gelebt.

Die Evolution hat nicht nur unsere Körper, sondern auch unser Verhalten geformt.

Wir gehören zu den sozial lebenden Tieren, so wie z.B. auch Wildschweine oder Wölfe.
Es kostet die Sozietät sehr viel Energie, die unterschiedlichen Interessen und Bestrebungen auszugleichen, sodass sie nicht auseinander bricht.
Warum betreibt eine Spezies diesen Aufwand, der sie viel kostet? Wenn dem nicht ein gewaltiger Vorteil gegenüber stehen würde, wäre diese Art zu leben längst ausgestorben.
Der Vorteil ist, das die Gemeinschaft der Tiere zusammen mehr Nahrung bekommt, das Einzeltier mehr Schutz vor Gefahren hat, als wenn es sich allein durchschlagen müsste, die Aufzucht der Jungen wird durch eben diesen Schutz erfolgreicher. (tote Junge sind auch eine immense Energieverschwendung) und noch einiges mehr.

Für all diese Vorteile lohnt es sich für die Art, dem Individuum Zügel anzulegen, ihm ein gewisses Maß an Frustration aufzuerlegen, damit die Gemeinschaft funktionieren kann.

Die Regeln und Gesetze nach denen das läuft sind naturgemäß ungeschrieben, aber sie wirken. Wer dagegen verstößt stirbt, z.B. weil er aus der Sozietät ausgestoßen wird. Sein Erbgut wir aussortiert. Also kurz gefaßt, die Gesetzestreuen haben überlebt.

Menschliche Religionen und Ideologien haben diese Gesetze nur in Worte gefaßt und dann in Bücher geschrieben, die nach Gusto auch als heilig tituliert wurden.

Am bekanntesten sind wohl die 10 Gebote. Sie behandeln die Konfliktfälle, die am häufigsten auftreten und die Sozietät sprengen können.

Aber nochmal, weder Moses noch sonstwer hat diese Gebote "erfunden". und erlassen. Er hat nur das uralte universelle Gesetz aufgeschrieben, weiter kann er sich nichts auf die Fahnen schreiben.

Und um zu deiner Frage zurück zu kommen. Auch Atheisten unterliegen dem uralten Gesetz und beugen sich ihm - freiwillig, ohne Zwang und ohne Buch

Humanismus, Naturwissenschaften, ethischen Grundlagen. Die haben mehr als man denkt. Und im Gegensatz zu vielen Glaubensheuchlern halten sie sich auch dran.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

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