Pferd/Pony nach scharfem Gebiss, wieder an ein normales gewöhnen?

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4 Antworten

Bei einem Pferd, was durch Gewalt (in Form eines scharfen Gebisses) in eine ihm unangenehme Haltung gezwungen wurde , kann das ein weiter, aber lohnender Weg werden.

Als erstes musst Du die Schlaufis loswerden. Die verhindern nämlich, daß sich das Pferd nach VA entspannen kann.

Du schreibst, daß das Pferd seinen Kopf sofort nach oben reißt, wenn man die Zügel aufnimmt. Das verlangt eine Umlenkhilfe für die Zügel in Form eines Martingals in Kombination mit einer Wassertrense. Das bitte nur so lange verwenden wie es absolut nötig ist. Jegliche Form von Ausbindern gehören nur so lange an das Pferd, bis der Erfolg sichtbar wird.

Beginnen solltest Du, indem Du das Pferd fast nur VA gehen lässt, so daß es das Gebiss nicht als grundsätzliche Ursache für Schmerzen definiert. Wenn Du die Zügel etwas aufnimmst, soll das immer nur soweit geschehen, wie das Pferd keine Abwehrreaktion zeigt (bis Du es "in Haltung" reiten kannst, können so einige Monate in´s Land gehen).

Du solltest das Pferd aufmerksam machen für neue (und sanfte) Empfindungen in Verbindung mit dem Gebiss. Dazu nimmst Du in den Kurven die innere Hand deutlich nach vorne und hebst den Zügel an (mit zwei Fingern !!), um die Stellung abzufragen. Die Wirkung des Gebisses geht nun nicht mehr über die Laden, sondern über das Ende der Maulspalte. Später wird die nach vorne gehende Hand wieder reduziert - aber um dem Pferd etwas positives (sanftes) zu vermitteln ist diese Herangehensweise sehr erfolgversprechend (erprobt).

Nach und nach (innerhalb von Monaten) wird in kurzen Reprisen versucht, das Pferd an das Gebiss heranzuführen.

Denke bitte daran, daß einmal "am Zügel reissen" das gewonnene Vertrauen sofort zerstören kann und das Pferd in das alte Schema zurückfällt.

LG Calimero

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Jegliche Art von Gebiss hat bereits ohne jeglichen Zügelzug "Wirkung", da es sich um einen Fremdkörper mit Eigengewicht handelt.

Es gibt hinsichtlich der Beschäftigung mit Pferden nichts, wofür eine Gebisszäumung nötig ist. Basis guter Kommunikation sind nicht irgendwelche Hilf(losigkeit)smittel, sondern zäumungsunabhängig ausschließlich fundierte Ausbildung von Pferd und Reiter sowie lebenslanges Weiterentwickeln mit regelmäßigem Training.

Im Profibereich wird leider in manchen Disziplinen die Gebissnutzung á la "weils schon immer so war" vorgeschrieben, da eine massive Lobby an Herstellern dahinter steht, die  u.a. FN-Funktionäre und Turnierausrichter sponsort.  Durch die Medien entsteht so ein fehlerhaftes Bild in den Köpfen der Zuschauer, dass es gar nicht anders ginge und gebissfrei nur bei einigen wenigen Pferdeflüster-Ausnahmetalenten machbar sei.

Im Amateurbereich gibt es mittlerweile immer mehr Wettbewerbe, bei denen die unabhängigen Veranstalter bereits verstanden haben, dass gute Pferdekommunikation auch gebissfrei möglich ist.
Hobbyreitern steht es also frei, mit und zugunsten "Partner Pferd" an solchen Wettbewerben ihr Können zu beweisen oder aber sich mit ihrem "tierischen Sportgerät" den fragwürdigen Vorgaben eines abhängigen Vereines zu unterwerfen um irgendwelche Pokale zu ergattern/in Ranglisten zu stehen, die ggf. nur das Ego des Menschen heben, dem Pferd aber keine Vorteile/gesteigertes Wohlfühlen bringen, ganz im Gegenteil.

Was gebissfrei alles möglich ist, wird u.a.  in dieser  Gruppe im regen Austausch mit ca. 10.000 Mitgliedern erläutert und bildhaft erklärt. Fürs Umstellen bzw. einen Pferdeumgang "pro Pferd", der trotzdem auch deine Wünsche/Vorhaben berücksichtigt, kannst du dir dort gute Tipps holen

--> https://www.facebook.com/groups/simplyfair.reiten/307832855924372/

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Hallo,

was war das denn für ein "scharfes" Gebiss? Das kopfhochreisen würde ich eher auf die Schlaufies zurück führen. Ist das Pferd durchgescheckt worden? War der Dentist da? Mit was für einer Trense reitest du ihn, denn momentan? Ein Pferd das Vertrauen in die Reiterhand verloren hat ist schwierig zu korriegiren. Ich würde ersteinmal ausschließen dass er körperliche Schmerzen hat, dann wird sicherlich auch einiges an Muskulatur fehlen, bzw. falsch aufgebaut sein, dass gilt es zu korrigieren.

Wie schwer dass sein kann, wenn das PFerd zusätzlich ein massives Anlehnungsproble hat, weiß ich leider nur zu gut. Meine "Große" klapperte auf jedem Gebiss herum und "kaute" pseudomäßig sehr hektisch. Auf leichtesten Druck auf der Nase reagierte sie panisch (wunderbares Beispiel dafür, dass ein Pferd auch gebisslos kaputt gemacht werden kann). Ich habe an zwie Baustellen gleichzeitig gearbeitet (bzw. arbeite noch). Ins Gelnde ging es mit einer Remontentrense, langer Zügel, Entlastungssitz und dann lange gerade Strecken. Ein bisschen klettern, im Wasserplantschen usw. usf. Egal wo sie den Kopf trägt, oder we schief sie durch die Gegend rannte.

Auf der anderen Seite habe ich am Vertrauen an die Reiterhand/an derAkzeptans des KAppzaums gearbeitet. Pferd durfte freilaufen mit Trense/Kappa, Stangenarbeit, Freispringen, Spazieren gehen, Zirkuslektionen, usw. usf. Mittlerweile klacerte sie nicht mehr und wir schaffen schon einige Schritte in schöner Dehnungshaltung. Mittlerweile sind wir auch soweit dass ich vierzüglig mit Kappa und Trense unterwegs bin ohne das sie ihre NErven verliert.

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Anfangs kannst du es tatsächlich gebisslos probieren, damit das Pferd erstmal merkt, dass es vor dem Zügel keine Angst haben braucht. 

Oder du lässt die Zügel erstmal sehr lang und benutzt sie nicht. Dann kann das Pferd wieder lernen, dass es nicht schlimm ist, ein Gebiss im Maul zu haben.  

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