Nach Japan auswandern, aber wie?

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2 Antworten

-- mehrere Jahre Vollzeit und intensiv Japanisch lernen

An einem Kurs wirst du auf Dauer nicht vorbeikommen, wenn du wirklich gut lernen willst. Beim Selbststudium kann dir keiner deine Fehler korrigieren und was einmal falsch gelernt ist, ist nur schwer wieder zu verbessern. Das gilt vor allem fuer die Aussprache.

-- Abitur, mindestens Bachelor und vielleicht auch noch Master machen

Lerne etwas, was kein Japaner kann oder sei sehr, sehr gut in dem, was du machst. Du musst Leuten einen Grund geben, warum man einen Auslaender einem Japaner vorziehen und dann auch noch durch den ganzen Visumsstress gehen sollte. Sicherlich hat man es da mit IT-Jobs etc. vielleicht einfach, aber ich denke das wichtigste ist, dass du sehr gut bist und das erreicht man eigentlich nur, wenn man hinter dem steht, was man macht.

-- nach dem Bachelor mindestens ein Jahr in Japan zur Uni gehen

Das dient vor allen Dingen dazu Japanisch vernuenftig und fliessend sprechen zu lernen. Ausserdem ist ein Land immer anders, wenn man dort laengere Zeit lebt. Bei einem Urlaub mag noch alles toll sein, wenn man erstmal einige Monate da lebt, dann gehen einem viele Dinge auf die Nerven, die man bei einem Urlaub gar nicht ernst kennengelernt hat. Danach kann man dann immer noch entscheiden, ob man es sich fuer laenger vorstellen kann dort zu leben.

Vor so einem Aufenthalt sollte man Japanisch bereits so gut koennen, dass man im Alltag quasi alles alleine machen kann. Nur so kann man den Schritt zum fluessigen Sprechen schaffen. Ausserdem sollte man darauf achten nicht zu stark in die Auslaenderblase zu gelangen. Vor allem am Anfang wird man fuer Japanischsprachige Kommunikation noch sehr viel Zeit brauchen, viel nachdenken und vielleicht auch frustriert sein. Da kommen dann Auslaender, mit denen man Englisch sprechen kann, wie gelegen. Aber wenn man da dann nicht mehr rauskommt, bleibt der Japanisch-Lernprozess stehen und man waere besser nach Amerika gegangen.

-- Japanisch auf einem Niveau sprechen, dass sich kaum mehr von einem Muttersprachler unterscheidet

Der Europaeische Referenzrahmen laesst sich nur schwer auf Japanisch anwenden, aber es sollte so zwischen B2 und C1 sein. Dafuer wirst du viele Jahre brauchen und auf sprachvertiefende Auslandsaufenthalte nicht verzichten koennen. Wenn dein Japanisch nicht ausreichend ist, dann wirst du nie ernst genommen und deine Chancen sinken rapide.

-- nie vergessen, dass man fuer Otto-Normal-Japaner immer ein Auslaender sein wird

Man muss sich hier jeden Tag beweisen und man ist irgendwie immer etwas besonderes. Das kann auf Dauer manchmal nerven, wenn man jedes Mal erklaeren muss, dass man tatsaechlich Reis essen kann und kein Amerikaner ist, etc.. Da muss man lernen drueber zu stehen, um gekonnt damit umzugehen. Japaner gehen naemlich nicht davon aus, dass man ihre Sprache sprechen kann. Wenn man es dann jedoch kann, koennen sich schonmal viele Tueren oeffnen. Daher ist es wichtig diese so gut wie moeglich zu lernen.

So als kleiner Ueberblick, was ich wichtig finde. Ich hab mich selber an diese Punkte gehalten und arbeite hier jetzt als Vollzeitkraft, bei der ich als dreisprachiger Uebersetzer und Dolmetscher zwar einen besonderen Job in der Firma habe, in der Firmenstruktur selber aber die gleichen Rechten und Pflichten habe, wie jeder andere auch.

Auf der anderen Seite habe ich viele Mitstudenten gehabt, die ein Jahr in Japan gelebt haben und am Ende nicht wirklich was gelernt haben oder noch schlechter sprachen, als vorher.

[Japaner gehen naemlich nicht davon aus, dass man ihre Sprache sprechen kann.]

Bei dem Satz moechte ich vorne noch ein "viele" ergaenzen.

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