Nach einem Schlaganfall, perfektes laufen möglich?

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9 Antworten

"jemand" soll versuchen, die hoffnung zu behalten. fortschritte werden mit der zeit immer mühsamer errungen und werden auch immer kleiner. aber heilungszeiten in der neurologie sind lang- noch nach 1-2 jahren können verbesserungen möglich sein. ärzte können oftmals keine prognose geben oder wollen es nicht, weil sie die verbesserungen nicht "in der hand haben" und sich deshalb natürlich darauf nicht festnagel lassen wollen. man muss einfach weiter trainieren und sehen, was geht. "jemand" soll auf jeden fall sämtliche therapie-angebote wahrnehmen und sich beim neurologen regelmässig ambulante therapie verschreiben lassen. allerdings kann man durch verbissenen einsatz defizite nicht mit gewalt verschwinden lassen- einerseits braucht der körper auch zeit, um sich zu erholen; andererseits muss man sich teils mit dauerhaften beeinträchtigungen abfinden.

Wenn es in letzter Zeit besser mit dem Laufen klappt, sind da bestimmt noch weitere Verbesserungen drin. Sicher ist, dass es sich lohnt, mit dem Üben dranzubleiben.

Gleichzeitig ist es wichtig, die Chancen realistisch einzuschätzen und mit den behandelnden Ärzten zu sprechen. Wie viel da noch rauszuholen ist, hängt vom Einzelfall ab. Nicht jeder kann nach einem Schlaganfall wieder problemlos laufen lernen - wenn zu viel im Im Gehirn zerstört wurde, hilft auch der stärkste Wille nicht.

Eine etwas genauere Prognose kann nur ein Neurologe abgeben der den Patienten und seine Krankheitsgeschichte kennt. Aber eine vollständige Wiederherstellung ist grundsätzlich möglich.

Möglich ist alles. Der Arzt sollte das aber ungefähr einschätzen können

Adlerblick 03.02.2015, 14:26

Die Ärzte liegen mit ihren Prognosen auch nicht immer richtig. Ich habe das an meinem Beispiel gesehen. Die Ärzte hatten mir prognostiziert, dass ich nie mehr werde arbeiten können und, dass für immer das Autofahren vorbei ist.

Ich arbeite wieder voll und darf sogar wieder Autofahren. Allerdings hatte ich auch eine sehr lange Reha-Zeit, über 1 Jahr. Ich war nach dem Schlaganfall linksseitig gelähmt und völlig blind eingeliefert worden.

Die Lähmung ging schon die ersten Tage in der Stroke-Unit zurück, so dass ich auf der Normal-Station bereits wieder gehen konnte. Die Blindheit reduzierte sich zu einem linksseitigen Gesichtsfeld-Ausfall.

Mir hatte die neuro-psychische Reha sehr gut getan, bei der natürlich auch noch physiotherapeutische Maßnahmen mit eingebunden waren.

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Aliha 03.02.2015, 20:51
@Adlerblick

Sicher sind die Prognosen von Ärzten auch nicht immer zutreffend, aber im Allgemeinen doch etwas zuverlässiger als die Prognosen von Laien die weder Patient noch Krankengeschichte kennen.

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Kann sein, so genau kann man das nie sagen. Da er aber schon an Krücken gehen kann sieht es gut aus.

Da hast ja schon ganz schöne Fortschritte gemacht, wenn Du bereits mit Krücken laufen kannst.

Weitere Fortschritte hängen vom Alter und von der Art der Reha ab.

Ich hatte in meiner neuro-psychologichen Reha einen 29-Jährigen mit dabei, der ebenfalls gelähmt war. Er konnte relativ bald mit den Krücken gehen. Und eines Tages überraschte er uns alle, als er in den Speisesaal völlig freihändig hereinkam, sich ein Tablett nahm und das Essen holte. Am Ende wurde er immer übermütiger. Als Musik gespielt wurde, begann er sogar zu tanzen.

Die Mitbewohnerin aus meinem Zimmer saß zunächst auch im Rollstuhl, lernte auf Krücken zu gehen. Der junge Mann war so ein Ansporn für sie, dass sie eines Tages zumindest am Arm ihres Mannes gehen konnte. Sie hat heute einen Rollator, mit dem sie sich frei bewegen kann, aber ganz alleine gehen hat sie nicht mehr gelernt. Sie war aber auch schon Ende Fünfzig, da ist dieser Lernprozess nicht mehr so einfach.

Auch, wenn es nicht mehr freihändig geht bei Dir, sehe es nicht als großen Makel an.

Immerhin kannst bereits auf Krücken gehen, und das können auch nicht Viele.

Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute für Deinen weiteren Gesundungsprozess.

Wenn der Gut noch jünger ist wird Er noch einigermaßen wieder Laufen lernen. Das haben Ihm aber seine Ärzte sicher schon gesagt. Sie können es Beurteilen.

der Glaube an sich und seine eigenen Fähigkeiten, kann mitunter Berge versetzen.

Und genau dieses Phänomen wird in letzter Zeit öfters bei Patienten festgestellt.

Ein gutes Beispiel ist auch die Sportreporterin ( Monika Lierhaus), die sogar schon wieder fast alleine laufen kann.Vorher saß sie im Rollstuhl.

Hier gehört allerdings viel Selbstdisziplin und einen sehr große Willen dazu.

Adlerblick 03.02.2015, 14:19

..... und das richtige Alter. Je älter ein Patient ist, umso geringer werden die Chancen der kompletten Gesundung.

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Das kommt immer auf den Einzelfall an. Meine Oma konnte danach nie wieder laufen, aber sie war 84 als sie den Schlaganfall hatte und hatte schon einen Oberschenkelhalsbruch gehabt.

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