Nach einem nichtnotariellen Testament wurde eine notarielle Generalvollmacht aufgestellt. Was hat Vorrang?

6 Antworten

Zunächstmal endet eine Generalvollmacht, wenn sie nicht explizit über den Tod hinaus erteilt wurde automatisch mit den Tod. In diesen Moment tritt die Erbfolge ein und das Testament wird wirksam.

Eine über den Tod hinaus erteile Generalvollmacht kann der Erbe jederzeit ohne Angaben von Gründen widerrufen. Bis dahin getätigte Geschäfte bleiben gegenüber Dritten wirksam.

Allerdings braucht der Erbe dann u.U. einen Erbschein um sich gegenüber Dritten als Erbe auszuweisen. Bei einer bestehenden Generalvollmacht kann er, wenn sich keine Immoblien im Nachlass befinden, hingegen auf einen Erbschein verzichten und das Handeln gegenüber Dritten durch den Generalbevöllmächtigen vornehmen lassen.

Testament und Generalvollmacht sind völlig unterschiedliche Rechtsinstrumente. Mit dem Testament regelt der Erblasser seine Erbnachfolge (Einsetzung von Erben, Zuwendung von Vermächtnissen usw.). Mit der GV bestimmt er, dass der Bevollmächtigte ihn zu Lebzeiten (und wenn die GV als über den Tod hinaus geltend erklärt wurde, auch nach dem Ableben) in allen Rechtshandlungen (Verträge, Behördenverkehr, Babkverkehr usw.) so vertreten kann, als habe er selbst gehandelt. Wenn es sich bei dem Erben um eine andere Person als den Generalbevollmächtigten handelt, kann dieser weiter auf Grund der Vollmacht handeln, so lange der Erbe die GV nicht widerruft. Möchte er das vermeiden, muss er schleunigst die GV widerrufen.

Im Übrigen: Die Angaben sind zu "dünn" als dass eine rechtlich belastbare Antwort zu dem hier vorliegenden Einzelfall nicht möglich ist.

Die Vollmacht hat nichts mit dem Testament zu tun. Beides ist Gleichwertig.

Im Gegenteil, der Bevollmächtigte muß bei Versterben des Erblassers das Testament ausführen wenn die Vollmacht über den Tod hinaus gilt. Er ist dann sozusagen der Erbverwalter.

Zudem können die Erben nach dem Versterben des Erblassers die Vollmacht zurückziehen.


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