"Nach Diktat verreist"?

4 Antworten

bei uns heißt es soviel wie, ich habe den Brief zwar verfasst, meine Sekretärin/Assistentin hat ihn geschrieben und ich konnte ihn nicht mehr unterschreiben. Des weiteren bin ich zu dem Thema momentan nicht ansprechbar, da ich ja verreist bin also wende dich bitte an meinen Vertreter oder meine Sekretärin/Assistentin wenn du Rückfragen hast.

Hierbei handelt es sich - wie so oft bei Behörden - um eine völlig veraltete Form der Abwesenheitsmitteilung.

"Finger weg von „nach Diktat verreist“ Der Zusatz „nach Diktat verreist“ ist keine empfehlenswerte Art zu unterschreiben. Ein solcher Brief wirkt unpersönlich. Der Verfasser hat es nicht einmal für nötig gehalten, selbst zu unterschreiben, warum nicht? Das könnte sich der Empfänger fragen – zu Recht. Die eleganteste Lösung und der schönste Ersatz für diese umständliche Formulierung ist das „i. A.“, das jeder Chef/jedes Unternehmen einer Sekretärin geben sollte. Denn nur so wird deutlich, dass die Sekretärin nicht nur Platzhalterin, sondern verantwortungsvolle Mitarbeiterin und damit kompetente Ansprechpartnerin ist.

Das Sekretärinnen-Handbuch und der SekretärinnenBriefeManager empfehlen:

Wie Sie es auch drehen und wenden, „nach Diktat verreist“ hat in einer empfängerorientierten, zeitgemäßen Korrespondenz nichts zu suchen. Verzichten Sie, wenn irgendwie möglich, auf diese Formulierung.

Dies nur als Anregung für alle, die hier mitlesen.

Außerdem: Taucht häufiger ein „nach Diktat verreist“ auf, könnte man sich ebenfalls fragen, wann der Betreffende überhaupt einmal in seinem Büro ist.

Das ist eine gängige Floskel der Diktatur. Es heißt, schlicht: " Klappe halten, ich habe gesprochen. Außerdem bin ich für meine Entscheidungen von Haus aus nicht verantwortlich, es sei denn, sie wird von allen gut gefunden." In unsere Demokratur meint es das Gleiche.

Wie geil ist das denn. Danke für diese höchst treffende Definition.

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