Nach der radikalen Prostata-Entfernung vor 4Jahren und bei heutigem PSA wert von 0,21, soll ich oder muss ich mich noch bestrahlen lassen ?

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4 Antworten

Das entscheidende Wort haben die Ärzte mit ihren medizinischen Fakten.

Und du, indem du Verantwortung für deine Gesundheit übernimmst und deinem Gefühl traust.

Erst dann komme ich mit dem Rat nur abzuwarten und einer Bestrahlung nur einzuwilligen, wenn es medizinisch wirklich angeraten ist.

Alles Gute...

Genau auf dem Punkt ! 

Ich glaube es ist am Ende eine sache des Vertrauens. Die Ärzte  retten Leben .... 

aber wir sollen nicht vergessen das die auch Geld verdinen mit solchen Aktionen.

Vielen Dank für die Hilfe

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Ich mag dir eine kleine Begebenheit erzählen.

Ich leite eine Selbsterfahrungsgruppe mit sehr fortgeschrittenen Teilnehmern.
Bei einem Blutbild lag mein PSA plötzlich bei 11. Zuvor war er immer 3 bis 5. Mein Arzt meinte, das sollten wir länger beobachten und machte sich keine Sorgen, während ich sehr erschreckt und besorgt war.

Bei der nächsten Gruppe bat ich die Teilnehmer um ihre Liebe und Heilkraft für meine Prostata. Dazu legte ich mich in die Mitte. Die Leute wählten eine passende Musik und setzten sich im Kreis Nähe zu mir und legten mir die Hände auf, während ich mich meiner Trauer und meinem Schreck weinend hingab.

Das dauerte etwa 15 Minuten.

Bei der nächsten Untersuchung war mein PSA bei 2,3....

Es war für mich eine großartige Erfahrung und die Menschen der Gruppe waren froh, mir auch mal etwas geben zu können.

Ich wünsche dir solche
Menschen in deiner Nähe.

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Zur sinnvollen Antwort auf deine Frage braucht man weitere Informationen:

  • (biologisches) Alter
  • Allgemeinzustand
  • Ausgangslage vor OP (Gleason, max. PSA, PSA-Verlauf, Histologie) sowie OP-Ergebnis,
  • postoperative PSA-Verdopplungszeit


In der von dir geschilderten Situation kann sowohl ein watchful waiting, als auch eine sog. Salvage-Bestrahlung (bitte ausschließlich als VMAT) die richtige Entscheidung sein, abhängig eben u.a. von o.g. Faktoren.

Ideal ist eine Beratung sowohl durch einen Urologen, als auch einen Strahlentherapeuten.

Näheres kannst du auch gerne der aktuellen Leitlinie zur Behandlung des Prostatakarzinoms entnehmen (dort auch Empfehlungen zum Vorgehen bei Rezidiv):

http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Prostatakarzinom.58.0.html

Das kann dir natürlich niemand aus einem Laienforum sagen.

Frag deine behandelnden Fachärzte, die sämtliche Unterlagen und den Verlauf deiner Krankheit vorliegen haben.

Wenn du dem Rat der Ärzte nicht vertraust, hol dir eine zweite Fachmeinung ein.

Das kann dir natürlich niemand aus einem Laienforum sagen

Nunja, einige Hinweise - u.a. auf der Basis der aktuellen Leitlinien - kann man hier durchaus geben...

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@beamer05

Das würde nicht einmal ein Arzt wagen, ohne die Befunde vorliegen zu haben. Das ist fahrlässig und gefährlich.

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@landregen

Was genau findest du an meinen Ausführungen "fahrlässig und gefährlich"?

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abwarten und beobachten wäre besser, 0,21 ng/dl ist nichts

Die Empfehlung der aktuellen Leitlinie empfiehlt die Salvage-Bestrahlung "möglichst frühzeitig", insbesondere bei PSA < 0,5 ng/dl.

Grund dieser (aktualisierten) Empfehlung ist, daß das Outcome besser ist, wenn die Radiatio frühzeitig bei Anstieg des PSA einsetzt.

http://leitlinienprogramm-onkologie.de/uploads/tx_sbdownloader/LL_Prostata_Langversion_4.0.pdf

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@beamer05

und warum steigt der PSA-Wert nach einer Prostataectomie?

der Eingriff wird vorgenommen um das Problem zu "kurieren", vom Wegen

Das ganze mit dem PSA-Wert ist eine Geldmachenmaschine, der Wert an sich ist belanglos

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@educare

und warum steigt der PSA-Wert nach einer Prostataectomie?

Z.b. wegen eines Lokalrezidivs - was ist daran schwierig zu verstehen?

oder wegen einer distanten Manifestation aus die Primärtherapie überlebt habenden Tumorzellen.

Wir veranlassen gelegentlich auch eine PSMA-PET/CT, um das Rezidiv nachzuweisen und ggf. befallene Lymphknoten oder andere / weitere Manifestationen sichtbar zu machen.

Und die Korrelation zum PSA (Anstieg) ist deutlich.

Die Korrelation einer daraufhin gezielten Therapie (z.b. lokalen Bestrahlung) und die danach sinkenden PSA-Wert ist ebenso überzeugend.

Nicht theoretisch, sondern in jahrelanger Praxis immer wieder nachgewiesen.

Die Bedeutung des PSA-Wertes ist insbesondere zur Verlaufsbeurteilung eines gesicherten Prostatakarzinoms alles andere als "belanglos".

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@educare

Wenn du den Unterschied zwischen einem Screening und einer Verlaufs- bzw. Therapiekontrolle nicht sehen möchtest  oder kannst, hat es keinen Sinn, weiter zu diskutieren.


...und daß die Situation in den USA sich seit einiger Zeit wandelt (bezogen auf Screening, dann an der Eignung als Velaufskontrolle gibt es praktisch gar keinen Dissens):


Zitat (aus Mai 2017):
Die U.S. Preventive Services Task Force (USPSTF) hat ihr negatives Urteil über den PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs revidiert.
In einem Entwurf einer neuen Richtlinie empfiehlt sie nun, dass „Ärzte die potenziellen Vor- und Nachteile einer Prostatakrebsfrüherkennung per PSA-Test mit allen Männern im Alter von 55 bis 69 Jahren besprechen sollten.

/Zitat


Im Original hier:

https://www.uspreventiveservicestaskforce.org/Page/Document/draft-recommendation-statement/prostate-cancer-screening1


... und was die von dir erwähnte "Kostenübernahme ... in den USA" angeht, solltest du bitte die völlig unterschiedliche Situation in Bezug auf Krankenversicherung dort vs. Deutschland beachten.

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@beamer05

ich vertraue was der Entdecker des PSA bereits vor 7 Jahren über NY Times veröffentlicht hat, alles andere wäre unseriös

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