Nach Ausbildung Versicherungskaufmann machen (Quereinstieg)?

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3 Antworten

Fangen wir mal bei deiner Frage an:

 Und was ist realistisch was ein Quereinstieger im Monat an Provision schreiben kann? (Erfahrungswerte?)

Kunden beraten, darfst du erst wenn du eine Prüfung bei der IHK bestanden hast und im Vermittler-Register eingetragen bist.

Wenn du als Selbständiger Vermittler geführt wirst, musst du eine eigenen Arbeitnehmer einstellen, denn sonst bist du scheinselbständig um musst Sozialversicherungsbeiträge wie Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung ergänzend zu der Krankenversicherung zahlen.

Außerdem benötigst du eine Vermögensschadenshaftpflichtversicherung, denn ohne diese wirst du bei der IHK nicht eingetragen.

Bedeutet also, dass du vorerst nur von dem Grundgehalt leben kannst.

Daher solltest du hier mal speziell mit deiner Familienagentur ein Gespräch führen.

Außerdem, was bringt es dir wenn die Agentur einen großen Bestand hat. Du selbst musst dir deinen eigenen Bestand aufbauen, denn sonst wirst du sehr wenig an zusätzlicher Provision erhalten.

Und bei den meisten Versicherungsunternehmen muss man das Grundgehalt auch ans Verdienen bringen - bedeutet wird mit den Provisionen verrechnet.

Ergänzend muss man auch noch beachten, dass du bei manchen Vertragsabschlüssen bis zu 8 Jahren in der Provisionshaftung bist. Bedeutet wenn z.B. eine Rentenversicherung in den ersten 8 Jahren vom Kunden gekündigt wird, zahlst du anteilmäßig die Provision zurück.

Als Selbständiger sollte man von einem mtl. Einkommen von mindestens 5.000 € rechnen, denn die Ausgaben die du hast sind nicht so wenig.

Arbeitnehmerkosten, Fahrtkosten, Vermögenshaftpflicht, Gewerbesteuer, Einkommensteuer, Krankenversicherung, Werbegeschenke, Computer (Hardware + Software), Büroeinrichtung, Büromaterial, Porto, evt. sogar Büromiete usw.

Gruß N.U.

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Kommentar von DerHans
02.06.2016, 12:08

Die Provinzial Rheinland bietet Anfängern an, die ersten 6 Monate mit einem Fixum von 1.500 € anzufangen. Stellt sich nach 6 Monaten heraus, dass der Kandidat für den Beruf weniger geeignet ist, wird das Abkommen für weitere 6 Monate verlängert, oder man trennt sich. 

Dann ist aber NICHTS zurück zu zahlen.

Außerdem verbringt der Kandidat eine von 4 Wochen im Ausbildungszentrum und erlernt die theoretischen Grundlagen des Berufs.

Verschiedene Unternehmen bieten das erste Ausbildungsjahr auch im Angestelltenverhältnis an.

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Ich habe mich jetzt seit einem Jahr konkreter mit dem Beruf des
Versicherungskaufmann/Versicherungsfachmann im Außendienst beschäftigt
und habe durch persönliche Kontakte unverbindlich an 3 oder 4 Seminaren
teilgenommen um einfach mal zuzuhören und einen Eindruck zu bekommen was es mit der Materie auf sich hat...

Bitte Vorsicht mit dem Versich.fachmann - dies ist keine Ausbildung, sondern nur eine Qualifikation um Versicherungsverträge im Aussendienst vermitteln u. abschließen zu können. Achtung, dies ist nur eine kurzfristige Zusatzqualifikation und hilft in der Regel nur dem Strukturvertriebsanbieter!

Dir selbst würde schon eher die Ausbildung zum Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen und Finanzen langfristig mehr bringen; allerdings dauert diese Ausbildung eben auch paar Jahre - Infos findest du in der azubi-welt.de


Ich habe nun ein Angebot von einem großen deutschen Versicherer
vorliegen(kein Strukturbetrieb) für eine Weiterbildung zum
Versicherungsfachmann, allerdings auf Basis der Selbstständigkeit.

Noch bist du ledig bzw. Single??? Die Selbstständigkeit bedeutet in erster Linie (wie der Name schon sagt), dass du selbst und ständig unterwegs bist, um Versicherungen im Aussendienst zu vermitteln. Was passiert wohl dann, falls du mal eine Freundin bzw. später mal Familie hast??? Schon mal hierüber Gedanken gemacht???

Und ob ich mit den 1250 Euro + Provision leben kann (Habe Lebenkosten von 1300 Euro im Monat im Durchschnitt).

Als Single wirst du da schon deine Problemchen mit deiner Selbständigkeit haben, denn das erste Jahr bis zur erfolgreichen Qualifikation zum Vesich.fachmann erlaubt dir nur eine zeitlich eingeschränkte Vermittlertätigkeit: dies ist weder eine Umschulung noch eine Ausbildung -  einzige Voraussetzung für diesen Versich.vermittlerjob ist folgendes:

Geprüfte/-r Versicherungsfachmann/-frau IHK

Um eine Gewerbeerlaubnis als Versicherungsvermittler oder
Versicherungsmakler von der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu
erhalten, erfüllen Sie folgende Voraussetzungen:

- Sie sind zuverlässig.

- Sie weisen nach, dass Sie schuldenfrei sind.

- Sie haben eine Berufshaftpflichtversicherung abgeschlossen.

- Sie verfügen über das nötige Fachwissen.

Die genauen Voraussetzungen sind in § 34d Absatz 2 der Gewerbeordnung (GewO) geregelt. Ob sie diese erfüllen, prüft Ihre jeweilige IHK vor Ort.

Nachzulesen wiederum in der azubi-welt.de bzw. in dem Link hier:

www.bwv.de/qualifikationen/versicherungsfachmann/voraussetzungen/

Gruß einer ehem. Versich.maklerin

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Kommentar von siola55
02.06.2016, 12:29

Ich habe nun ein Angebot von einem großen deutschen Versicherer
vorliegen (kein Strukturbetrieb) für eine Weiterbildung zum
Versicherungsfachmann, allerdings auf Basis der Selbstständigkeit.

Diese Art von "Selbstständigkeit" kann ganz schnell als Schein-Selbstständiger enden...

Siehe hierzu bitte mal diese Info der IHK: www.frankfurt-main.ihk.de/recht/themen/arbeitsrecht/scheinselbstaendigkeit/

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Kommentar von siola55
02.06.2016, 12:34

Und ob ich mit den 1250 Euro + Provision leben kann (Habe Lebenkosten von 1300 Euro im Monat im Durchschnitt). Zumal ich mich ja selbst versichern muss etc.

Also 5.000 € monatlich sollten es schon insgesamt sein, um als Single und Selbstständiger über die Runden zu kommen. Mit Familienanhang dementsprechend mehr... wie auch schon von Norbert Uhrig richtig beantwortet!

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Du solltest dich im ersten Jahr nicht auf Provisionen verlassen. Betrachte dein Fixum als Grundeinkommen und versuche deine Ausgaben darauf zu reduzieren.

Die Ausbildung beträgt dann je nach Prüfungstermin bis zu 15 Monate. Es ist auch nichts, was man so im Vorbeigehen lernen kann.

Aber der Anschluss an einer gut eingeführten Agentur ist kein schlechter Einstieg.

Allerdings musst du dich damit abfinden, dass der Junior EHER die Rosinen aus dem Kuchen bekommt, als du. Wichtig ist dass das Versicherungsunternehmen die entsprechenden Kurse anbietet,und du auch zielgerichtet darauf vorbereitet wirst.

Nicht dass es heißt, die Arbeit in der Agentur ist wichtiger und wir helfen dann schon bei der Prüfung.

Dann solltest du tatsächlich lieber beim gleichen Unternehmen, aber in einer anderen Agentur anfangen. 

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Kommentar von Paddex
02.06.2016, 11:57

Vielen Dank für die Antwort.

Also ist 1250€ Fix auch ein faires Angebot?

Wie viel bleiben mir denn übrig wenn ich alles abizehe? (Einkommenssteuern,KV,RV etc.)

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Kommentar von siola55
02.06.2016, 12:22

Die Ausbildung beträgt dann je nach Prüfungstermin bis zu 15 Monate. Es ist auch nichts, was man so im Vorbeigehen lernen kann...

Der Versich.fachmann ist leider keine Ausbildung und berechtigt nur nach der Qualifizierung zur Vermittlung von Versich.verträgen im Aussendienst!
Fatal daran ist, dass während dieser 12 - 15 monatigen Versich.fachmann-Qualifizierung ja noch gar keine Versich.verträge selbstständig vermittelt werden können...

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