Nach 30 Jahren aus dem Job / Abfindung?

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8 Antworten

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Sie sollte es nun darauf ankommen lassen, entweder noch zwei Jahre durchzuhalten oder trotz bestmöglicher ( ihr körperlich noch möglich ) Arbeitsausübung auf eine personenbedingte Kündigung z.B. wegen nicht mehr betrieblich verantwortbarer Wirtschaftsleistung begründeter Kündigung seitens des Arbeitgebers zu warten. Dagegen kann sie notfalls dann noch arbeitsrechtlich angehen versuchen.

Wenn sie über 55  Lenze bereits erlebte, so dürften ihr ggf. sogar 18 Monate ALG I nun zustehen, wenn ihre Arbeit sozialversicherungspflichtig im Angestelltenverhältnis läuft.

Wenn sie wegen Psyche oder Physischer ( körperlicher ) Beschwerden aktuell arbeitsunfähig vom Doc geschrieben ist, so ist das auch noch kein "Beinbruch" . Ungünstige medizinische Prognose müsste Ihr der Arbeitgeber im Rahmen arbeitsmedizinischer Untersuchungen / Gutachten im Vorlaufverfahren für eine berechtigte Kündigung dann auch erst einmal gutachterlich nachweisen können.

Sie soll / darf nur nicht selbst kündigen und auch keinen Aufhebungsvertrag unterschreiben.

Bei einer "personenbedingten Kündigung" durch den Arbeitgeber ( gesundheitlich / altersbedingte Minderleistung oder negativer Gesundheitsprognose ) kann ihr beim ALG I und / oder ALG II kein "Strick" daraus gedreht werden hinsichtlich Sperrzeit oder Sanktion.

Einen general- / und grundrechtlichen Anspruch auf eine Abfindung bei einvernehmlicher Kündigung gibt es leider nicht. Das wäre im Rahmen eines "Vergleiches" dann oft nur eine "Aushandlungsbasis" um eine einvernehmliche Kündigung entweder "schmackhaft zu machen, oder bei arbeitgeberseitig nur schwach bis kaum begründbarer "ordentlicher Kündigung" Rechtsstreitigkeiten mit Urteil zu vermeiden.

Nach 30 Jahren Betriebszugehörigkeit dürfte sie mindestens 7 ( oder 9 ? ) Monate "ordentliche Kündigungsfrist" haben, wenn der AG sie einseitig "ordentlich" kündigen wollte. ( also bloss keinen Aufhebungsvertrag abschliessen )

Abfindungen gibt es nicht automatisch und bei Eigenkündigungen sowieso nicht.

Der AG bietet i.d.R. eine Abfindung an um Arbeitnehmer die schwer zu kündigen sind "loszuwerden", um eine Kündigungsschutzklage zu vermeiden oder auch um lange Kündigungsfristen zu umgehen.

Außerdem gibt es Abfindungen wenn ein Arbeitsgericht diese vorschlägt/festlegt oder im Rahmen eines Sozialplans bei betriebsbedingten Kündigungen.

Wenn Deine Mutter gesundheitlich nicht in der Lage ist zu arbeiten, wird sie ihr Hausarzt auch weiterhin arbeitsunfähig schreiben. Eine Eigenkündigung nach so vielen Jahren und kurz vor der Rente wäre das Dümmste was sie machen könnte.

Da hätte die Arbeitgeberin doch erreicht, was sie wahrscheinlich möchte: Deine Mutter aus dem Job zu ekeln und das möglichst billig.

Das sollte sie nicht machen. Sie kann sich die letzte Zeit krankschreiben! Es wird jetzt keine Abfindung mehr geben. Die Arbeitgeber sind das gewohnt, dass sich viele zum Schluss krankschreibenden lassen, deshalb auch dieses Verhalten und den Prozess zu forcieren. Hart, aber herzlich.

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