Mutter will nicht das ich mir Hilfe suche?

Support

Liebe/r Blume525,

natürlich kannst Du Dich gerne zum Thema Gesundheit und Ernährung bei uns erkundigen.

Und dort kannst Du viele hilfreiche Tipps und weitere Informationen finden: http://www.bzga-essstoerungen.de/ oder auch hier: https://ninette.berlin/mainsite/

Herzliche Grüße

Ben vom gutefrage-Support

17 Antworten

Hallo Blume,

sehr gut, dass Du Dein Problem erkannt hast. Schade, dass Deine Mutter so davon getroffen ist, dass sie die Einsicht verweigert. Ich gehe wirklich davon aus, dass die Erkenntnis sie so schockiert hat, dass sie das einfach verdrängen möchte. Nun - wie dem auch sei. Du brauchst Deine Mutter nicht, um Dir helfen zu lassen, wobei es mit ihrer Hilfe deutlich einfacher wäre. Ich vermute, Ihr seid privat versichert, so dass Deine Mutter nicht in Vorleistung treten will, denn die Behandlung wird von gesetzlichen und privaten Versicherungen komplett bezahlt. Deine Mutter handelt nach dem Prinzip, was ich nicht sehen will, ist auch nicht da - ein einfacher Schutzmechanismus. Ich denke, das wird sich noch geben.

Dein erster Schritt sollte Dich nun zum Hausarzt führen, der Dir eine Überweisung zu einem Psychiater oder Psychotherapeuten gibt. Er sollte Dir eine Liste von Therapeuten und deren Spezialgebieten aus Eurer Umgebung geben oder Dir diese besorgen, bitte ihn darum.

Nicht jeder Psychologe ist nun für Dich richtig, er sollte auf Essstörungen spezialisiert sein. Such Dir die Speziallisten raus und telefoiere sie ab, es werden nicht so viele sein. Lass Dir überall einen Termin zum Erstgespräch geben (erschrick nicht, die Wartezeiten sind sehr lang). Dann bittest Du den, bei dem Du Dich am wohlsten gefühlt hast, um Anmeldung einer Therapie. Der Therapeut kümmert sich um die Einzelheiten der Abrechnung, Du solltest aber keinen Diplom-Psychologen wählen, der ausschließlich auf Privatrechnung arbeitet.

Du kannst Dich weiterhin an die Ambulanz für Kinderschutz wenden, die Dir dabei hilft, einen Weg einzuschlagen, der für Dich gehbar ist. Deine Mutter wird erst eingeschaltet, wenn DU dazu bereit bist. Ergoogle die in Deiner Nähe, ich kenne sie in Neuss und Jena.

Wenn Dein innerer Druck allzugroß ist, und die Wartezeit zu lang, kannst Du eine Jugendpsychiatrie aufsuchen und Dich wegen Suizidgefahr dort aufnehmen lassen.

Vor Dir liegt ein langer, schwieriger Weg, der sicherlich mit Hilfe von verständnisvollen Eltern leichter zu bewältigen wäre. Sei mutig und lasse Dich von Deiner Mutter nicht abweisen. Mach Ihr klar, dass Du unbedingt Hilfe brauchst und den Weg auf ohne sie gehst, Du Dir ihre Begleitung aber sehr wünschst. Es gibt spezialierte Kliniken, wie die Klinik am Korso in Bad Oeynhausen, oder eben gute Jugendpsychiatrien.

Ach Blume, ich habe das mit meiner Tochter durchgestanden. Es war die schmerzhafteste Erfahrung, die ich in meinem Leben jemals machen musste, ich bin an die Grenzen meiner Kraft gelangt. Aber ich habe auch gesehen, wie sehr mein Kind gekämpft hat. Sie hat es durchgestanden und ich habe es ebenfalls verkraftet. Heute sind wir enger verbunden als je zuvor und sie lebt ein gutes Leben, mit Rückfällen, Wut und Kampf, aber ihr Leben ist gut und sie hat Freude daran.

Ich wünsche Dir Glück und Kraft - es lohnt sich !

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tolle und vollständige antwort!

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Zur Beruhigung deiner Mutter: Du (oder sie) musst für den Psychologen nichts bezahlen.

Geh zu deinem Hausarzt (oder Kinder- und Jugendarzt) und erzähle, wie es dir geht. Bitte um eine Überweisung zum Psychologen. Dann rufst du in den verschiedenen Praxen an (dein Arzt hat eine Liste mit Therapeuten) und bittest um einen Termin. Wie die Bezahlung läuft, regelt der Psychologe mit der Krankenkasse - damit hast du nichts zu tun.

Vielleicht hast du eine/n erwachsene/n Vertrauten, der/die dich auf dem Weg zur Therapie unterstützen und begleiten kann, damit du nicht alles ganz allein organisieren musst.

Sorry, aber..spinnt Deine Mutter?

Ihr habt doch eine Krankenversicherung (die MUSS jeder in BRD haben), da zahlt ihr nichts selber.

Versicherungskarte nehmen und ab zum Arzt. Der sagt Dir, wie es weitergeht.

Und Du musst Dich nicht schämen. Und es ist gut, dass Du Hilfe suchen willst.

Deine Ma scheint den Ernst der Lage nicht wirklich zu erkennen :-s

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