Mutter vor 3 Jahren gestorben, Stiefvater (Rentner) hat kein Geld...Muss ich nun Zahlen?

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3 Antworten

Also wenn ich das alles richtig verstanden habe, fasse ich mal zusammen:

Dein Stiefvater ist Hartz4-Empfänger. Daher kann er die Bestattung nicht zahlen, auch nicht in Raten. Das glaube ich, daß er das nicht kann. Wovon auch, "man kann einem Nackten nicht in die Tasche greifen" sagt man ja.

Nun wendet sich der Bestatter logischerweise an die nächsten Angehörigen. Er ist ein Dienstleister, hat eine Dienstleistung erbracht und möchte dafür Geld haben. Davon lebt er und dies ist sein gutes Recht.

Somit sind wir bei Dir.

Das mit dem "Richterlich" und "Gericht" möchte ich Dir von meiner Sichtweise aus erklären. Es geht nur über ein Mahnverfahren, das ist ein Mahnbescheid. Der kostet bis zum endgültigen Ablauf etliches an Gebühren, die der Bestatter im voraus verauslagen muß.

Wenn er dann einen "vollstreckbaren Titel" hat, kann er z.B. einen Gerichtsvollzieher mit der Pfändung beauftragen, eine Kontopfändung bei der Bank veranlassen oder im schlimmsten Fall eine Verhandlung wegen Betrug mit anschließendem Schuldspruch erwirken.

Diese ganzen Schritte kosten viel Geld und die genannten Behörden, Gericht, Gerichtsvollzieher usw. wollen immer im Voraus das Geld haben. Wenn es aber nun aussichtslos ist, die Forderung sowie die Gebühren JEMALS, trotz Veurteilung Deines Stiefvaters, zu erhalten - wieso sollte der Bestatter diesen Weg gehen und der offenen Rechnung nochmals mehrere hundert Euro an Gebühren und Gerichtskosten hinterherwerfen?

Ich empfehle Dir Folgendes:

  1. Führe ein freundliches, sachliches Gespräch mit dem Bestatter folgenden Inhalts: Du möchtest bitte eine Kopie des Auftrages (damit Du siehst, was unterschrieben wurde) und eine Kopie der Rechnung mit Angabe der Höhe der Restforderung, da ja schon ein Teil bezahlt wurde.

  2. Dies forderst Du mit dem Hintergrund an, die Schuld (offene Rechnung) zu begleichen und vereinbarst Ratenzahlung (wenn es Dir nicht möglich ist, alles auf einmal zu zahlen)

  3. An diese Vereinbarung hältst Du Dich, zahlst und alles ist aus der Welt. Du wirst dann immer, wenn Du an das Ableben Deiner Mutter denkst, für den Rest Deines Lebens Dir selbst mit geradem Rücken in den Spiegel sehen können

  4. sage Dich von Deinem Stiefvater los, breche den Kontakt ab und lebe Dein eigenes Leben.

LG Tor der Schatten

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Jimmi88 04.12.2013, 22:29

Hallo Tor der Schatten

Schon einmal recht herzlichen Danke !

Mein Stiefvater dürfte mittlerweile Rentner sein er war davor Hartz4 Empfänger. Das er kein Geld hat stimmt so nicht ganz. Hatt vergessen zu erwähnen das er ein Auto besitzt und zu dem Zeitpunkt als ich noch Kontakt zu ihm hatte auch das ein oder andere mal in die Kneipe gegangen ist. Also laut deiner Aussage sucht sich der Bestatter den leichteren Weg ja ? Klar das er sein Geld bekommen soll für die Dienstleistung die er geleistet hat.

Vielleicht hast du Recht, dass ich es beruhen lassen sollte....Darüber hab ich auch etliche male drüber nachgedacht, auch meiner Mutter wegen. Aber ich möchte nicht das so eine Person so ungeschoren davon kommt....

Liebe Grüße Jimmi

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TorDerSchatten 04.12.2013, 22:42
@Jimmi88

Es gibt den rechtlichen, sachlichen Aspekt an der Sache, den habe ich Dir geschildert.

Dann gibt es noch den persönlichen, emotionalen Teil, das ist das mit dem "nicht ungeschoren lassen".

Beides hat miteinander nichts zu tun und sollte nicht vermischt werden. Du möchtest irgendwie die möglicherweise rechtlichen Schritte des Bestatters, die dieser einleiten könnte, gegen den Stiefvater benutzen, um für Dich selbst Genugtuung zu erlangen.

Das wird nicht funktionieren.

Behandle beide Fälle getrennt, das ist mein Rat. Bringe die Sache mit der offenen Rechnung in Ordnung. Und vielleicht ist sich der Stiefvater selbst die größte Strafe, man sagt immer Gottes Mühlen mahlen langsam, mahlen aber schrecklich klein... Du weißt nicht, was das Schicksal noch für ihn bereithält.

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Einige Regelungen wie die Bestattungspflicht sind in Deutschland allgemein gültig. Diese besteht bereits seit dem Mittelalter und besagt, dass jeder Verstorbene ordnungsgemäß und innerhalb von zeitlichen Fristen bestattet werden muss. Bestattungspflichtig sind in der Regel die nächsten Angehörigen, also, Ehepartner, Lebenspartner, Kinder und Anverwandte. Wenn Ihr Stiefvater zum Zeitpunkt des Todes Ihrer Mutter ALG II bezogen hat, hätte er sich ans zuständige Sozialamt wenden können, mit der Bitte, die Kosten zu übernehmen. Dann hätte das Sozialamt geprüft, sicher festgestellt, dass es auch noch ein Kind gibt, nämlich Sie und sie kontaktiert. Danach wäre auch eine Prüfung erfolgt, ob Sie wirtschaftlich in der Lage sind bzw. waren ,die Kosten zu tragen und dann hätte man Sie seitens des Sozialamtes in die Pflicht genommen. Es ist gehopst wie gesprungen, wenn der Stiefvater nicht zahlungsfähig ist, dann sind Sie dran. Das Vorgehen des Bestatters ist nicht korrekt, er muss Ihnen eine Rechnung vorlegen, ggf. mit den Nachweisen, wofür er Geld ausgelegt hat (Läuten, Einäscherung o.ä.) und dann können Sie diese 1. prüfen und 2. eine Zahlungsvereinbarung mit ihm treffen. Ohne Rechnung würde ich nicht handeln. Zu Ihrem Stiefvater- Sie mögen gegen ihn so viel Groll hegen, wie Sie wollen- und nur weil einer in die Kneipe geht, heißt noch nicht, dass er Geld hat. manche schleppen ihr ganzes Geld, ob Lohn oder ALG II in die Kneipe...

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Hallo,

über die klaren Fakten wurde hier schon ausfürhlich und sehr gut gesprochen....aber du schreibst, das dein Stiefvater ein A.... war, und das du ihm damit einen reinwürgen würdest, du ihm den Ärger und all das gönnst.......nur - hier geht es doch um deine Mutter...............und kannst du damit leben? Ich stelle es mir sehr schwer vor, außer natürlich sie war ebenfalls nicht nett zu dir.....

Nun die Sichtweise eines Bestatters: wenn du unterschrieben hast (was ich persönlich nicht glaube, denn sonst wäre er nicht erst nach drei Jahren aufgetaucht) dann bist du auch mit am zahlen.....wenn nicht, dann geht es möglicherweise wirklich nur über deine Einsicht, die Bestattung deiner Mutter (die hoffentlich für dich okay war - vom dienstleisterischen) zu begleichen, denn schließlich hat der Bestatter Auslagen gehabt, und so wie es Aussieht hat er im Moment auch die Bestattung der Mutter bezahlt (eben weil er noch kein Geld bekommen hat).

Wegen immer wieder nicht bezahlten Rechnungen, unerledigten Behördenwegen, Mahnverfahren usw. verlieren, gerade kleine Unternehmen, oft alles was sie haben......große Unternehmen können das schon mal abfangen, aber kleine macht das kaputt....

Und wenn man hingeht und etwas in Auftrag gibt, dann sollte man das auch zahlen, denn wenn jemand dein Auto repariert, dann bekommst du es oft auch erst wieder, wenn du bezahlt hast...(nur können wir die Verstorbenen natürlich nicht solange irgendwo liegenlassen)

Wenn du das Geld hast (auch wenn es viel Geld ist, das weiß ich), dann denk an deine Mutter und nicht an deinen Stiefvater - mach an seine Existenz einen Hacken und gut ist, oder meinst du, der denkt sich: ach, der ... bezahlt das nicht nur damit ich einen drauf kriege? Nee, wenn der so ist, wie du ihn einschätzt, dann geht ihm da am Allerwertesten vorbei...

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