Mutter verdrängt meine Transsexualität?

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7 Antworten

Hallo Alex,

es ist eine normale Reaktion von den Eltern, daß sie erstmal ablehnend reagieren. Erstens kann keiner verstehen, warum es Transsexualität überhaupt gibt, weder Betroffene noch Außenstehende, und selbst wenn es medizinische Indizien im Gehirn gibt, die Gehirnentwicklung wird auch nur von Genen gesteuert, die man aber bis heute nicht gefunden hat, ergo findet die Medizin nichts. Zweitens kommt das Outing des ihnen doch so gewohnten und bekannten Kindes wie ein Verlust vor, ein Verlust den sie irgendwie bewältigen müssen, mit Ablehnung, mit Trauerarbeit etc. pp. Drittens fühlen sich Eltern gerne schuldig, fragen sich, ob sie was in der Erziehung falsch gemacht haben, sie fühlen sich als Versager. Hier wäre es an Dir, Deinen Eltern diese "Verursacherangst" zu nehmen.

Ganz dringend mußt Du Dir einen TS-erfahrenen Therapeuten suchen, denn nur der kann die Diagnose, da diagnoseberechtigt. TS läßt sich nicht positiv diagnostizieren sondern ist eine Negativdiagnose, heißt, wenn alles andere nicht vorhanden ist, kein Borderline, keine sonstige Persönlichkeitsstörung, geht man davon aus, daß es TS ist. Dabei nutzt der Therapeut die Differentialdiagnostik mittels Ausschlußverfahren. Da Du erst/bereits 14 bist ist sowieso höchste Eisenbahn, denn noch läßt sich ein Voranschreiten der Pubertät stoppen, dafür brauchst Du Blocker, die vermännlichen zwar nicht, verhindern aber, daß Du noch weiter verweiblichst. Aber dafür mußt Du zu einem Therapeuten, da kommst Du nicht drumrum. Wir haben auf unserer Seite eine umfangreiche Adressliste auf trans-eltern.de - obere Navigation im Bereich "Wichtig" aber auch im Bereich "Im Leben". Einfach dann logisch weiternavigieren. Wir haben auch ein Forum, wo auch andere Minderjährige sich untereinander austauschen können.

Lasse Vorlieben, Hobbys, Interessen, Klamotten etc. außen vor, denn das sagt alles nichts über Dein Innenleben aus. Und mache nicht den Fehler und renne hinter Akzeptanz her. Du kannst keinen dazu zwingen, Dich und Deine Entscheidung toll zu finden, nichtmal Deine eigenen Eltern. Der Tag an dem niemand was merkt, keiner was dagegen hat und es ins Konzept aller in Deinem Umfeld passt, den wird es nie geben und "der und der soll erstmal noch in Ruhe zuendeleben dürfen bevor ich ändere" funktioniert auch nicht.

Gesetz des Falles, die Diagnose stimmt, der Weg ist fies, Straßenpöbel allgegenwärtig, hier und da kann man Freunde verlieren (wobei wenn sie deswegen einen verlassen, sind sie auch nie richtige Freunde gewesen), man muß sich ein dickes Fell zulegen. Folge Deinem Herzen und gehe Deinen Weg, Du hast nur dieses eine Leben, also mach was drauß. Laß Dich nicht von Unkenrufen verunsichern, sondern höre allein auf Dein Herz und arbeite mit Deinem Therapeuten zusammen und sei zu ihm und auch zu Dir selbst maximal ehrlich, selbst wenn die Wahrheit mal wehtun sollte (auch innere Zweifel gehören dazu und müssen angesprochen werden), aber nur so kommst Du weiter.

Du kannst Dich ja mit einem Brief bei Deinen Eltern nochmals outen. Wir haben einige Beispiele an Outingbriefen, wie sie so tatsächlich von Betroffenen verfasst worden sind. Viel Glück auf Deinem Weg.

transeltern

Details wären eventuell auch mal gut :D. Rede mit ihr, bezieht eventuell einen Therapeuten mit ein der zwischen euch vermittelt... Sag ihr offen wie du dich fühlst... Transsexualität ist schwer für Leute zu verstehen, die sich nicht so fühlen.

Ich kenn das meine Mutter kommt immer noch nicht darauf klar und ich hab es ihr seit über 1 1/2 Jahren gesagt und sie hat immer noch Probleme nach mehreren Gesprächen. Aber die meisten Elten brachen einfach Zeit versuch es auch einfach noch persönlich anzusprechen oder einen Handschriften Brief wenn du Gespräche nicht so gut findest. Wenn du willst können wir auch schreiben um uns Auszutauschen.

Ich fände es am besten ganz altmodisch ihr ein Brief zu schreiben und darin erläutern, wie wichtig es für dich ist, als Junge akzeptiert zu werden. 

Du kannst dir auch auf "beratung4kids" Rat holen, die kennen sich viel besser mit diesen Themen aus als alle hier. 

Falls es dir ganz schlecht geht ruf "147" an, wenn du darüber sprechen kannst. 

Es ist total wichtig, dass du Kontakte knüpfst und mit deiner Familie darüber redest. Du kannst dir ja auch Videos von denen, den es ähnlich geht, auf YouTube angucken. Das hilft sehr.

Was ich aber gar nicht empfehle, sich dann vor der ganzen Klasse zu outen, da bekommt man ein besseres Feedback wenn man mit einigen alleine darüber redet. Aber das ist ja eigentlich deine Entscheidung 😉. Es gibt aber trotzdem in sehr vielen Klassen vereinzelt Schüler dir dagegen sind und was man nie machen darf, ist die Neugierde der Mitschüler abzulehnen. 

Wenn dir deine Mutter trotzdem nicht weiter hilft, solltest du andere um Hilfe fragen: z.B. Papa/ Vertrauenslehrer (die helfen sogar mehr, als man selbst denkt)/ Freunde bzw. Bekannte. 

Was zusätzlich total wichtig ist: bist du denn schon aus der Pubertät, noch nicht drinn oder mitten drinn? 

MfG Sarah

Das Problem ist eben das ich es ihr schön öfters gesagt habe sie aber nicht darauf reagiert

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Ich kenne deine Mutter natürlich nicht, aber es könnte sein, dass sie es im Moment einfach noch nicht an sich ranlassen kann.
Du trägst das ja schon lange mit dir herum, für deine Mutter kam das wie ein Schlag. Vielleicht kann sie sich einfach noch nicht damit auseinandersetzen und braucht Zeit.

Ich kenne mich auf dem Gebiet nicht aus, aber was ich gelesen habe: Ohne einen entsprechend qualifizierten Therapeuten wird es wohl kaum gehen. Und den kannst du dir auf jeden Fall schon mal suchen, denn die Wartezeiten sind eh lang.

Ein paar mehr Informationen wären gut. So würde ich einfach sagen, dass du sie einfach damit konfrontieren solltest.

Und was ist jetzt die Frage?

Ich habe eigentlich einen halben roman da hin geschrieben aber der ist weg :(

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@Calioniel

Warte, bis der andere, der deine Frage gerade bearbeitet, damit fertig ist, dann machst du es selbst und schreibst das noch einmal hin.

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