Mutter jammert, mich zieht es runter

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20 Antworten

Deine Beschreibungen bezüglich der Situation Deiner Mutter erwecken in mir den Eindruck, als hätte Deine Mutter bisher nur die Familienmitglieder als ihr soziales Umfeld gehabt.

Möglicherweise hat sie sich auch in früheren Jahren, als sie noch wesentlich jünger war, nicht um Kontakte außerhalb der Familie bemüht, z. B. Vereine, Chöre, Kurse, Freundinnen, Arbeitskollegen etc. Wenn das der Fall sein sollte, dann ist es im Lebensalter von 81 Jahren kaum vorstellbar, derart sein Leben umstellen zu können.

Ich würde deshalb das Wohnen in einem Seniorenheim empfehlen, wo Menschen als Ansprechpartner um die Mutter herum sind und ihr Fürsorge entgegen bringen, wo sie zwangsläufig abgelenkt wird und Kontakte finden kann, damit sie sich nicht mehr so einsam fühlt.

EineMutti 14.10.2010, 12:40

Danke, aber sie geht in kein Seniorenheim oder Betreutes Wohnen.

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katwal 16.10.2010, 09:52
@EineMutti

Dann darf sie aber nicht jammern bzw. Verständnis für ihr Jammern erwarten. Wenn sie sich nicht helfen lässt und kein Verständnis für die Belange anderer hat, dann darf sie - wie erwähnt - auch nicht jammern.

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katwal 22.10.2010, 15:53
@katwal

Danke für die Auszeichnung. Das freut mich.

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Ich habe mit sehr großem Interesse die ganzen Diskussionen gelesen und habe den "Antwortenden" fast immer recht gegeben. Ich fühlte mich so als würde man auf mein Problem antworten denn meins ist sehr ähnlich, Nur zum Unterschied, meine Mutter (85) lebt bei mir in der Wohnung und klammert auch sehr stark. Nach einer arbeitsreichen Woche , statt mich aufs Wochenende zu freuen kommt meine Mutter JEDEN Samstag und JEDEN Sonntag Morgen mit folgendem Satz: "Ich kann nicht mehr, mir ist so schlecht, ruf den Notarzt" wenn ich dann nicht reagiere, dann: "Ich sterbe" (Notarzt war natürlich schon mal da aber nichts organisches festgestellt). Während der Woche kommt täglich eine Krankenschwester und verabreicht ihr die Medikamente - kein Hilferuf nach Notarzt - Zusätzlich kommt von Mo.-Do. für 1,5 Std. täglich eine Betreuerin die mit ihr spazierengeht oder Spiele spielt - auch kein Hilferuf nach Notarzt - 3 Wochen Kurzzeitfplege - wohlgefühlt. - Leider kann ich keinen Rat geben nur SEHR STARK stark mitfühlen. Wir müssen einfach versuchen das Gejammer zu ignorieren, aber leichter gesagt als getan, es ist doch unsere Mutter und keine Fremde

EineMutti 30.04.2012, 08:01

Danke für deine Antwort. Ja, wir müssen stark sein. Es gibt Momente, da tut sie mir echt leid und dann wieder denke ich : Mein Gott, lass mich in Ruhe. Das Altwerden ist für alle Beteiligten kein Zuckerschlecken und da müssen wir eben durch. Im Hinterkopf das Wissen, dass man nur noch kurze Zeit zusammen verbringen kann und dass die Mutter irgendwann fort ist. Sie hat eine ziemlich starke Depression. Meine Gefühle sind mal im Keller und mal mit Mitleid erfüllt. Ein Auf und Ab halt. Alles Gute und viel Glück euch beiden.

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Ich habe genau das Gleiche Problem mit meinem Vater!Mein Vater ist auch nicht in der Lage sein eigenes Leben allein in den Griff zu bekommen:Er hat Freunde, die ihn sehen wollen-aber er verkriecht sich und jammert stattdessen immer das er MICH nicht genug sieht und das er ja nun auch nicht ewig Leben würde.Er ist außerdem noch ein großer Hypochonder.Dabei melde ich mich regelmäßig und besuche ihn auch.Aber ich kann ja nun nicht mein ganzes Leben nach ihm richten!?Ich habe ihn irgendwann gezielt darauf angesprochen und gefragt, ob er vielleicht Depressionen hätte und woran es liegt, daß er sich so dermaßen auf MICH fixiert und mir die komplette Verantwortung für sein Lebensglück auferlegt.Das wurden dann mehrere Gespräche aber ich hab ihm dann Stück für Stück klar machen können, daß er mich nicht verliert - auch wenn ich jetzt ein eigenes Leben habe.Zudem habe ich ihm auch zu einem neuen Lebenspartner geraten, da er alleine Lebt.Nach langem Gedruxe, hat er nun eine neue Freundin und kann sich auch zwischendurch auf sie und sein eigenes Leben konzentrieren.Vielleicht sprichst du deine Mutter mal in Ruhe darauf an (ohne sauer zu werden) und fragst sie mal, warum sie sich so verhalt und was denn ihre genaue Angst sei?Vielleicht hilft es ja das Problem auf Dauer zu lösen.Mein Vater ist deutlich entspannter geworden.Ich wünsche dir viel Glück!!!Ich weiß wie nervenzerreißend dieser "Psychoterror" ist.

EineMutti 14.10.2010, 12:36

Danke für deine tröstenden Worte. Da haben wir ja absolut das gleiche Schicksal. Jedoch habe ich schon mit meiner Mutter darüber geredet. Sogar mein Schwager hat ihr klargemacht, dass ich mich um so mehr entferne, je mehr sie klammert. Ich habe ihr auch schon einen bitterbösen Brief geschrieben. Wann sie sich denn endlich ändern wird. Da hat sie mich angerufen und geheult und mich gefragt, ob das denn nötig gewesen wäre und ob sie nicht als Mutter das Recht hätte, Forderungen zu stellen. Sie würde ja gar nicht klammern, sagte sie. Sie sagt immer wieder, sie würde ja gar nicht klammern. Man kann mit ihr echt nicht darüber sprechen. Ich bin froh, wenn alles endgültig vorbei ist, denn ich mache das schon seit über 20 Jahren mit. Sie war eine schlechte Mutter, hat sich nicht um mich gekümmert und jetzt soll ich für sie da sein! Ich werde den Kontakt abbrechen lassen, da sie mich auch nie anruft und immer nur wartet, dass ich anrufe.

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Nachteule2000 14.10.2010, 13:57
@EineMutti

Das kenne ich auch!Mein Vater war auch nie ein Vater für mich ... Er ist aber sehr gut in Tatsachenverdrehungen und Selbstmitleid.Ich kann mir gut vorstellen was du durchmachen musst!Das sind solche Schikanen um einem permanent ein schlechtes Gewissen einzureden, damit sie sich nicht mit ihrem eigenen Unvermögen auseinander setzen müssen.Ganz furchtbar dieser Psychoterror!Ich hab auch schon ernsthaft überlegt, den Kontakt völlig abzubrechen ... Ich halte es auch so, daß wenn er mir wieder seelischen Druck macht, entferne ich mich von ihm und passe somit auf mich auf und schütze mich vor diesem Terror.Er weiß ganz genau das diese Masche bei mir nicht mehr zieht.Und meistens lenkt er dann wieder ein und ich kann wieder vernünftig mit ihm reden.Aber das klappt auch nicht immer.Wenn es dich zu sehr quält und du es nicht schaffst dich innerlich davon zu distanzieren und auf Durchzug zu schalten wenn sie wieder mit ihrer üblichen "Druck-Tour" kommt, dann brech den Kontakt erstmal ab.Denn wenn man garnicht mit ihr sprechen kann, tut man sich selbst und ihr nichts gutes mit den ganzen "Spielchen".Nur weil sie deine Mutter ist, hat sie nicht das Recht Forderungen zu stellen und dir dein eignes Leben zur Hölle zu machen, nur sie ihr Leben nicht auf die Reihe bekommt!Du kannst ihr ja Hilfe anbieten, ihr Psychologen empfehlen aber wenn sie garnicht auf dich zu geht, brich lieber ertsmal den Kontakt ab und schütze Dich und Dein Leben!Du hast ein Recht darauf glücklich zu sein!Und wer weiß ... Vielleicht kommt sie während der "Auszeit" ja auch mal auf die Idee, dass es vielleicht auch an ihrem Verhalten liegen könnte, daß ihr kein gutes Verhältnis habt?Manchmal soll es ja noch Wunder geben ;-) ... Ich wünsche dir ein glückliches Leben!Lass dir kein schlechtes Gewissen mehr einreden!

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ich kenne das aus eigener erfahrung sehr gut. du musst dir angewöhnen das zu ignorieren und ihr gezielt fragen stellen, etwa was hast du heute geaacht, was gegessen, kuck dir den film im fernsehen an der wird dich interessiereun... einfach ein gespräch führen wo jammern keinen platz hat. sie wird immer wieder jammern aber du musst es immer wieder abstellen sonst frisst es dich auf. ich leide selbst auch immer darunter, dass ich dann das schlechte gewissen habe, weil zu wenig zeit....aber wir müssen uns klar machen, dass wir nicht für das leben unserer eltern verantwortlich sind, wir lieben sie und nehmen uns zeit für sie, das ist ok, aber wir leben nicht ihr leben sondern unseres! hier hilft nur eins gesunder egoismus! glaub mir ich habs ausprobiert und wenns mir zuviel wird, dann jammere ich selbst mal eine stunde am tlefon aber nicht bei muttern sondern bei einer freundin, denn dieses problem haben wir wohl fürher oder später alle...

Mir reicht das aus! Ich hab einen Termin ich geh jetzt. Der könnte auch anrufen. Bald ist es eh vorbei! Ich mach das alleine. Ich bin toatl müde. So lange geht das nicht mehr.

Gejammer! Lobe sie für ihren Haushalt und wie sie das alles macht. Gehe her und suche ihr ein Hobby. Vielleicht kannst du da mitmachen - Karten basteln oder so. Gibt es eine Seniorengruppe Kirche oder ehrenamtlich irgendwo? Gib ihr Aufgaben. Immer fragen wär gut wenn.

Es ist eine blöde Zeit. Man wird schwächer und merkt das. Ist ganz normal, aber man wird halt älter und das stinkt einem. Bzgl. der Beine solltest du vielleicht mal schauen was das konkret für Probleme sind. Eventuell fehlt nur Bewegung selber und der Muskel baut sich ab, weil nur in der Wohnung.

Ich bin bald nicht mehr da heißt - bitte besuche mich öfters . Das zieht einen runter. Also versuche sier zu beschäftigen.

Allein zu leben heißt nicht automatisch einsam zu sein. Im Heim ist man auch nicht unbedingt gesellschaftlich violl integriert. Klar kommt man ins Grübeln was das alles jetzt soll.

Für dich- niicht zu ernst nehmen und unterschwellig Angebote schaffen. Vielleicht auch ein altersgerechter Gymnastikkurs oder so.

Du brauchst dich nicht runterziehen lassen, denn dieser Lebensabschnitt steht dir auch bevor. Da musst du dann schauen wie es bei dir weiter geht. Dass du dich um deine Mutter kümmerst ist sehr gut, allerdings darfst du das nicht so persönlich nehmen.

Mein Vater ist 83 und wir wohnen im selben Haus. Trotz seiner ehrenamtlichen Dienste die er macht ist er unersättlich. Zudem hatber eine Bekannte mit der er viel zusammen ist und spazieren geht. Auch er jammert und kann gar nicht genug Tee mit mir trinken.

Es gibt zwei Möglichkeiten:

  • Sie versuchen, Ihre Mutter unter Leute zu bringen: Es gibt doch (zumindest in größeren Städten) Vereine, die speziell für ältere Herrschaften an einigen Tagen wöchentlich Ausflüge, kleine Wanderungen, aber auch Tage mit Kartenspielen, Tanzen, sportliche Aktivitäten oder auch kleine Reisen anbieten. Wird auch von Sport- und Heimatvereinen angeboten. Vielleicht kennt sie auch eine Nachbarin aus, die Ihre Mutter "mitschleppen" könnte.

  • Sollte das nicht helfen, sollten Sie auf stur schalten: Fängt Ihre Mutter mit dem Jammern an, unterbrechen Sie Ihre Mutter sofort und jammern ihr selbst ausgiebig die Ohren voll oder sofort auflegen. Sagen Sie bitte jedes Mal, dass Sie selbstverständlich gerne helfen ... sich aber Jammern nicht anhören möchten und können.

Mir ist bewußt, dass es ziemlich grausam klingt. Aber ich hatte mal eine Bekannte, die so ähnlich war wie Ihre Mutter: Letztendlich musste ich sogar die Bekanntschaft kündigen, denn die Forderungen an mich wurden immer ausgiebiger und aufwendiger, ich gab und gab und gab ... und es kam keine Gegenleistung!

EineMutti 13.10.2010, 18:13

Danke schön für Ihre guten Tipps. Da haben Sie ja auch Einiges durchgemacht. Ich finde es wirklich nicht spaßig, wenn mir meine Mutter damit droht zu sterben.

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Fotografin1958 13.10.2010, 18:24
@EineMutti

Sollte Ihre Mutter tatsächlich drohen, Selbstmord zu begehen, sollten Sie Ihrer Mutter klarmachen, dass Sie sich nicht unter Druck setzen lassen; sollten Sie den Nerv haben, weisen Sie darauf hin, dass Sterben anstrengend und schmerzhaft ist. Meine Bekannte hatte mir damals auch damit gedroht ... sie lebt immer noch!

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EineMutti 13.10.2010, 18:31
@Fotografin1958

Mit Selbstmord droht sie nicht. Aber mit ihrem Leiden und sie sagt, sie hofft, dass es schnell geht. Ich habe ihr dann gesagt: "Ja, es kann ganz schnell gehen oder es kann sich auch noch Jahre hin ziehen, da steckt man nicht drin."

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Fotografin1958 14.10.2010, 08:00
@EineMutti

Kann es sein, dass Ihre Mutter depressiv ist ... dann sollte sich ganz schnell mal zum Arzt!

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Hallo, ich habe mit sehr großem Interesse die ganze Diskussionen gelesen und den "Antwortenden" fast immer recht gegeben. Ich fühlte mich als würde man auf mein Probem antworten, denn mein Problem ist sehr ähnlich. Nur, meine Mutter (85) wohnt bei mir in der Wohnung klammert auch sehr stark und am Wochenende wenn ich von einer arbeitsreichen Woche eigentlich Ruhe brauche dann geht es los: Samstag und Sonntag Morgen will sie von mir immer das ich den Notarzt rufe. Jeden Wochentag (außer Wochenende) kommt am Morgen eine Krankenschwester ins Haus und verabreicht ihr die Medikamente. - da verlangt sie keinen Notarzt - Mo.-Do. kommt eine Betreuerin ins Haus für 1,5 Std und geht mit ihr spazieren oder macht Spiele. - Da will sie auch keinen Notarzt. . 3 Wochen in Kurzzeitpflege - auch kein Ruf nach Notarzt. Ich kann mich aufs Wochenende gar nicht mehr freuen. Leider kann ich keinen Rat geben sondern nur einfach ganz stark mitfühlen.

Wie ich leider im Verwandten- und Bekanntenkreis immer wieder erlebt habe, kann man nicht nur nichts gegen die Jammerei tun, sondern sie wird auch noch Jahr für Jahr schlimmer. Erstaunlicherweise verstärken sich gerade die nervenden Eigenschaften im Alter immer mehr.

Das Einzige, was du versuchen kannst, ist deiner Mutter mit verzeihender Gelassenheit zu begegnen und das wird dir weiß Gott nicht immer gelingen. Gerade bei den eigenen Eltern ist es oft unerträglich den Altersverfall mit seinen ganzen Begleiterscheinungen zu ertragen und man reagiert dann gern ungeduldig und genervt. Im schlimmsten Fall führt es dazu, dass man nur noch sehr ungern hingeht und das haben die alten Menschen nicht verdient, auch wenn ihr Verhalten manchmal bis zu Weißglut reizt.

Sie sieht nicht mehr viel Sinn in ihrem Leben, ihr fehlt eine Aufgabe, sie fühlt sich ungebraucht. Sprich mit ihr, sag ihr, dass sie dir das Leben schwer macht mit ihren Äußerungen. Sag ihr auch, dass du für sie da bist wenn sie dich braucht, aber sag ihr auch, dass du gar nicht der Meinung bist, dass sie dich braucht, sondern allein recht gut klarkommt. Sie soll sich ein Hobby suchen, eine Aufgabe, gib ihr ab und zu etwas zu tun für dich und dann sag ihr klipp und klar, dass sie für ihr Alter noch recht gut beisammen ist und es andere Menschen gibt, die es noch viel schwerer haben.

Hallöchen, habe gerade eben deine Frage gelesen. Also, ich bin auch 65 Jahre alt und habe einen Sohn. Ich denke einfach, dass deine Mutter sehr einsam und alleine ist und mit ihren Nörgeleien auf sich aufmerksam machen will. Vielleicht solltest du sie einmal öfters besuchen und etwas mit ihr unternehmen. Opfere halt mal ein paar Stunden für sie, sei es mit spazieren gehen, shoppen oder einfach nur kaffeetrinken. Das tut euch beiden evtl. gut und deine Mutter fühlt sich nicht mehr so einsam.

Das hört sich für mich an wie ein kleiner hilferuf seitens Deiner Mom.Ich lebe nicht mehr lang also beschäftigt Euch mit mir,solange Ihr noch könnt.Rede mal ganz offen und ohne Umschweife was Deine Mutter amit bezweckt und stempel sie nicht einfach als alten Menschen ab.Zieht Sie etwas mehr in Euer Leben ein ,irgendwann geht das nicht mehr!

Tut mir leid, ich kann Deine Mutter nicht verstehen, was will sie? Dir ein schlechtes Gewissen machen? Kümmerst Du Dich ihrer Meinung nicht genug um sie?

Sie sollte sich Abwechslung suchen welcher Art auch immer, es gibt doch sicher auch Vereine oder ähnliches denen sie sich anschließen kann?

Solltest es tatsächlich ansprechen und sie fragen was ihr fehlt. Da hilft wohl nur eine direkte Aussprache

In manchen Fällen hilft es ihr ins Gesicht zu sagen, jedoch sind die Eltern dann oftmals eine Zeit lang eingeschnappt, bis sie es einsehen. aber manchmal fühlen sie sich sehr gekränk wenn man es ihnen sagt, sie fühlen sich missverstanden und sind beleidigt und sehen es nicht ein. Ein anderer teil ist es aber nicht einmal aufgefallen, die glauben dann zwar nicht dass sie ständig jammern, aber nehmen es dir auch nicht Übel. Manchmal will einem die Mutter damit auch nur sagen dass sie sich alleine Fühlt und mehr gesellschaft besonders von dir hätte. Musst du wissen was du machst. Du kennst deine Mutter schließlich besser als ich.

Sprich sie doch darauf an. Sie wird es sicher verstehen, und wenn nicht, dann musst du dies nunmal so hinnehmen.

Sieht so aus, als würde deiner Mutter etwas fehlen in ihrem Leben. Vielleicht braucht sie eine interessante Beschäftigung und muss mehr unter Menschen gehen. Und sonst, wenn sie wirklich nur "jammert" (also nicht wirklich ein Problem hat, das sie mir dir besprechen möchte), dann versuch, sie abzulenken, wenn es dir zuviel wird. Hast du schon mal mit ihr darüber geredet, wie das Gejammer bei dir ankommt und dass es dich bedrückt? Es könnte auch sein, dass eine Depression dahinter steckt. Das müsste man beobachten, ob noch andere Symptome auftreten. Ist sie mit dem Internet vertraut? Da gibt es Senioren-Chats und Seiten für ältere Leute mit deren Themen. Oder kennst du jemanden, der eine Oma braucht? Kinder sind auch gut, um alte Leute auf gute Gedanken zu bringen!

Hört sich für mich so an, als wenn deine Mutter einsam ist und Aufmerksamkeit wünscht. Ich könnte mir vorstellen, das sie sonst keine oder nur wenige Kontakte hat. Hilfreich wäre es sicherlich, wenn deine Mutter in Kontakt zu anderen Senioren treten würde, da gibt es ja verschiedene Möglichkeiten je nach Vorliebe (Kirche/Seniorentreffs versch. Einrichtungen/Ehrenamtliche Hilfe etc.)

EineMutti 13.10.2010, 17:58

Ja, so ist es und Du hast vollkommen recht. Das Problem ist nur: Meine Mutter hasst es, unter Menschen zu gehen. Sie will immer nur ihre eigenen Kinder und Enkelkinder um sich haben. Alle anderen Leute sind so unwichtig, als wenn in China ein Sack Reis umfällt. (Entschuldige den Ausdruck, aber so kommt es rüber). Ich finde das auch schade, aber was soll man da machen? Sie lässt sich gehen, hat ungepflegte, ungekämmte Haare und geht nicht zum Frisör. Wahrscheinlich schämt sie sich deswegen.

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Eidolon70 13.10.2010, 18:00
@EineMutti

das ist wirklich schwierig und kann verstehen, das es dich belastet. Wenn ihr mehrere Kinder seid, dann wäre es vielleicht eine Möglichkeit, die Mutter abwechselnd zu bestímmten Zeiten zu besuchen, so das sie nicht so schnell zum Telefon greift. Andere Möglichkeiten fallen mir leider auch nicht ein.

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WAhrscheinlich hat deine Mutter ein Problem mit dem Alleinsein. Wenn die Kinder aus dem Haus sind und der Mann vielleicht auch nicht mehr da ist, oder man sich getrennt hat, dann setzt das große Wehklagen bei vielen ein. Du solltest versuchen mit deiner Mutter zu reden. Ich weiß ja nicht wie alt deine Mutter ist. Wenn sie über 65 Jahre ist, dann könnte sie sich einem Seniorenclub anschließen. Hat sie denn keine Freundinnen oder Bekannte. Leider haben sich viele Mütter in diesem Alter immer komplett der Familie gewidmet und nie eigene Interessen entwickelt. Versuche doch ja einzuhaken und deine Mutter evtl. für ein Hobby zu begeistern. Sicher gibt es da was für sie.

EineMutti 13.10.2010, 18:34

Sie ist 81 Jahre alt.

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truxumuxi 13.10.2010, 19:05
@EineMutti

Ja das ist nicht unproblematisch und trifft den NAgel auf den Kopf. Das waren die typischen deutschen Hausfrauen. Dass sie mit 81 ihre Wehwehchen hat und sie nicht jeden Tag gleich drau fist, das ist klar. Mit 81 hat man ganz einfach gelebt und der Verschleiß ist da. Ich weiß noch, meine Oma hat jahrelang erzählt sie werde jetzt bald in den Himmel gehen. Klar beschäftigen sich die alten Leutchen mit dem Tod. Sie haben ihn schließlich irgendwo vor den Augen. Trotzdem solltest du versuchen, dass sich deine Mutter nicht völlig vergräbt. Hat sie denn keine Lieblingsfernsehsendungen, auf die sie sich freuen könnte. Im übrigen gibt es in allen Städten Seniorenvereine, die die Leute auch von zu Hause abholen und wieder bringen. Dort wird gebastelt, gesungen, getanzt und sie wäre mit Gleichaltrigen zusammen.

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truxumuxi 14.10.2010, 15:54
@EineMutti

Ein Patentrezept gibt es nicht. Entweder deine Bemühungen haben Erfolg oder du musst deine betagte Mutter so lassen wie sie ist und das Beste daraus machen. Es gibt ja das Sprichwort: einen alten Baum verpflanzt man nicht ! Vielleicht ist da was wahres dran. Im Alter wird man oft starrsinnig und kann sich schlecht auf was Neues einstellen, vor allem wenn man es sowieso nie gemacht hat.

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Ist dein Vater schon verstorben bzw. lebt deine Mutter alleine?

Ich hab mal die Aussage gehört: am Anfang erziehen die Mütter die Kinder und im Alter ist es dann umgekehrt! Ich finde, da ist echt was dran!

Vielleicht fühlt sie sich einfach nur einsam. Hat sie denn Freunde/Bekannte, mit denen sie was unternehmen kann, geht sie noch sozialen Beschäftigungen nach wie zum Frauenchor, Kegelclub, etc.?

Versuche, Dich nicht eventuellem Druck zu beugen, so nach dem Motto: nie kommst du her, ich bin Dir egal, usw. Ich persönlich würde es als emotionale Erpressung empfinden und Niemandem durchgehen lassen, egal ob Freunden, Kindern oder Eltern.

Wenn deine Mutter sich einsam fühlt, erkundige Dich bei der Gemeinde nach Seniorenabenden. Hast Du auch schon einmal überlegt, ob betreutes Wohnen in Frage käme? Also, die Variante, bei der man eine Wohnung kauft oder mietet, noch alles alleine macht (kochen, etc.), aber eben einfach Menschen seines Alters um sich hat und so wieder zu mehr sozialen Kontakten kommt. Da gibt es heutzutage ganz tolle "Alten-WGs", die nichts mehr mit dem Bild: "man geht ins Altenheim um zu sterben" zu tun haben.

EineMutti 13.10.2010, 18:07

Mein Vater ist vor einigen Monaten verstsorben. Aber wie gesagt: meine Mutter klammert sich schon seit über 20 Jahren an mich, obwohl meine Schwester ganz in der Nähe wohnt. Sie will immer nur mich. Andere Menschen sind ihr egal.

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jasminbluete 13.10.2010, 18:12
@EineMutti

Schwierig, und doch erkenne ich an den zahlreichen Antworten zu deiner Frage, dass Du nicht alleine so dastehst. Manchmal muss man die Menschen vielleicht auch ein wenig zu ihrem Glück zwingen. Wie bei Kindern, die am Anfang "ich will aber nicht in den Kindergarten" schreien und es dann plötzlich doch ganz toll finden. Wenn sie sich so gehen lässt, mach mal 'nen Wellnesstag beim Friseur o.ä. mit ihr. Überrasch sie damit. Wenn sie sieht, wie gut sie wieder aussehen kann, gibt ihr das evtl. nen Motivationsschub. Allerdings muss ich sagen, da dein Vater auch erst vor Kurzem verstorben ist, mein herzliches Beileid an dieser Stelle, ist es vielleicht auch nur ihre Art damit umzugehen. Man muss dann aber natürlich schon aufpassen, dass sie in dieser Rolle nicht aufgeht!

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EineMutti 13.10.2010, 18:17
@jasminbluete

Danke. Mein Vati lebte im letzten Jahr im Heim. An das Alleinsein hat sie sich ein klein wenig gewöhnt. Aber sie will ja nicht unter Menschen gehen. Sie sagt, sie ist zu schüchtern und hat Angst. Deshalb klammert sie sich so an mich.

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jasminbluete 13.10.2010, 19:17
@EineMutti

Ja, das ist bei älteren Menschen häufig zu beobachten. Sie isolieren sich, wollen oder können sich nicht mehr so richtig für Neues öffnen und klammern sich dann an das Altbekannte. Ich kann Dir nur raten, sie ein bißchen hin zu mehr sozialen kontakten außerhalb der Familie zu animieren bzw. zu schubsen. Einfach mal zum 1. Bingoabend o.ä. mit ihr zusammen hingehen. Ihr das Gefühl geben, dass sie nicht alleine in eine neue Situation geworfen wird. Wenn sie erst mal wieht wieviele andere ältere Menschen in genau der selben Situation sind, wird sie vielleicht offener dafür.

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erst mal herzliches Beileid... red einfach mal ein offenes Wort mit Deiner Mutter. sie fährt die falsche Schiene um Deinen Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich kenne jemand der geht schon gar nicht mehr ans Telefon wenn er die Nummer seiner Mutter sieht... frag sie mal ob sie es so weit kommen lassen will. Da helfen wirklich nur ehrliche Worte. Außerdem ein kleines Gewitter reinigt die Luft, vielleicht hängen noch ein paar unausgesprochene dinge zwischen euch.

EineMutti 13.10.2010, 18:01

Ich muss dazu sagen, dass ich 300 km von meiner Mutter entfernt wohne und deshalb nicht ständig bei ihr sein kann. Ich fahre alle 8 Wochen hin, aber selbst das ist ihr zu wenig. Meine Schwester wohnt 2 Häuser weiter. Aber sie will nur mich mich mich mich mich und mich kotzt das allmählich an. Öfter als 8 Wochen geht momentan bei mir echt nicht. 600 km sind kein Pappenstiel. Aber danke für die einfühlsamen Komentare.

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Buegelfee 14.10.2010, 09:27
@EineMutti

ich denke sie klammert sich an dich weil du es zuläßt...

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EineMutti 14.10.2010, 12:43
@Buegelfee

Aber was soll ich denn tun? Ich habe ihr schon gesagt, dass sie aufhören soll damit. Sie bestreitet, dass sie klammert. Aber du hast Recht, ich werde den Kontakt reduzieren.

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Es klingt so, als ob sie einsam sei und dass ihr "Gejammere" eine versteckte Bitte um mehr Aufmerksamkeit ist.

EineMutti 13.10.2010, 18:04

Ich wohne 300 km entfernt und besuche sie alle 8 Wochen für 2 Tage. Mehr kann sie echt nicht verlangen. Außerdem wohnt meine Schwester 2 Häuser weiter! Sie klammert sich schon seit über 20 Jahren an mich. Immer nur an mich! An keinen anderen sonst! Mir geht das auf den Senkel.

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radschlaeger 14.10.2010, 10:25
@EineMutti

Vielleicht hilft ihr auch häufigeres Telefonieren, oder, gerade in ihrem Alter, ein (regelmäßiger) ausführlicher, evtl. sogar schön gestalteter Brief von dir (und deiner Familie), den sie immer wieder lesen kann. Aktuelle Fotos könnten ihr auch über ihre Einsamkeit hinweghelfen.

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