Mutter hat Angst zu sterben - oder bereut es nie richtig gelebt zu haben - wie aufmuntern?

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6 Antworten

63 ist kein Alter. Vielleicht liegen noch 30 Jahre vor ihr. Da kann sie eine Menge von dem nachholen, was sie bisher nicht gemacht hat. Ich würde ihr einen freundlichen Tritt in den Hintern geben. Freundlich, weil sie ja deine Mama ist und es auch bestimmt nicht immer einfach hat, und Tritt in den Hintern, weil man das manchmal braucht, um sich seinen Ängsten zu stellen und was Neues anzufangen, erst recht wenn man sich schon seit Jahren halbwegs bequem mit seiner Unzufriedenheit arrangiert hat. Also, forder sie ruhig mal auf, mehr rauszugehen oder nimm sie mit, damit sie noch einige Erfahrungen machen kann. Sie wird vielleicht erstmal muffelig sein, aber sich später bestimmt freuen. Ihr könnt ja auch Listen erstellen mit Dingen, die ihr unbedingt noch machen wollt.

das wird schwierig sein, sieht nach selbstbemitleidung aus. immerhin hat deine mutter kinder geboren und aufgezogen, in einem land mit wohlstand, einen mann an der seite. was sie nicht hatte war die schulbildung, die könnte sie mit etwas willen nachholen, wenigstens zu einem gewissen teil und ihre verwandten gleich um die ecke, aber heute sind wir mobil, beziehungen kann man relativ einfach pflegen. deine mutter hat wohl eine sinnkrise, die kinder sind erwachsen und einen job hat sie vielleicht auch keinen. das könnnte doch der moment sein lesen und schreiben zu lernen. bring ihr doch mal unterlagen mit, erklär sie ihr, sag ihr, dass sie zusammen mit anderen erwachsenen das "geheimnis" lüften kann, denen es genau so geht wie ihr.-oder bezahlt ihr einzelunterricht. ihr würde sich eine neue welt eröffnen und ihr leben wäre wieder spannend.

Es gibt durchaus noch mehr Menschen in diesem Land mit dem Hintergrund Deiner Mutter. Vielleicht gehst Du einfach mal zu ihrer Glaubensgemeinschaft und fragst bei Gleichaltrigen nach ob sie auch solche Eltern haben. Dann mögen sie sich treffen, sind nicht mehr so alleine, können sich in ihrer Landessprache unterhalten und so fort. Solche Annäherungen lassen sich ja locker gestalten indem mal die Generationen sich zu einem gemütlichen Zusammensein begegnen.

Lade sie ein & mache doch mit ihr einen wunderschönen Urlaub... eine Mittelmeerkreuzfahrtreise.. oder eine Europa-Tour zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten .. da wird sie sicher viele neue Eindrücke bekommen und ihren Horizont toll bleibend erweitern :))

Mach viel Schönes mit ihr, damit sie wenigstens noch weiß, dass sie nicht umsonst gelebt hat und zeig ihr dass du glücklich bist.

Ich finde sehr wohl, dass du das direkt (und subtil!) thematisieren solltest. Deine Mutter ist 63, nicht 90!

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