Meine Mutter ist gestorben vor 3 Monaten, was mache ich gegen depressive Auswirkungen?

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5 Antworten

Mein Beileid! 

Bei meiner Mutter war es ähnlich. Eben noch ein lebensfroher Mensch. Am nächsten Tag, schwerstbehindert. Sie konnte nichts mehr. Die komplette rechte Körperhälfte funktionierte nicht mehr. 

Nach monatelangen Aufenthalten in Kliniken, sowie der Therapie zu Hause, wurde es langsam wieder besser. Sie lernte wieder, mit Hilfe, laufen, und konnte auch vereinzelte Worte sagen. Es sah so aus, als würde sie sich wieder erholen. Bis ich sie, auf dem Fußboden im Bad fand. Sofort rief ich den Notarzt. Im Krankenhaus wurde ein zweiter Schlaganfall diagnostiziert. Wieder in die Reha. Dieses Mal hatte sie sich nicht erholt. Sie bekam eine Lungenentzündung, woran sie dann leider verstarb. 

Die Monate nach ihrem Tod, erging es mir wie dir. Ich lies keinen an mich ran. Nicht mal die Familie. Alles war schlecht. Ich lies mich sogar krankschreiben, weil es einfach nicht ging. Erst als ich, von mir aus, eine kleine Therapie gemacht hatte, wurde ich wieder ich selbst. Es dauerte zwar lange, aber ich lernte damit umzugehen. Sie war nicht nur meine Mutter, sondern auch eine sehr gute Freundin. Auf einmal war sie weg, und ich konnte nichts machen. Nach und nach verstand ich, dass sie sowieso nicht mehr die Frau geworden wäre, die ich kannte. Auch wenn es hart war, und natürlich auch noch ist, war es das beste für sie. 

Ich möchte nicht im Rollstuhl sitzen, mich nicht mehr bewegen oder gar äußern können. 

Deine momentanen Gefühle sind völlig normal. Du musst trauern. Wenn du weinen möchtest, weine! Wenn du wütend bist, lass es raus. Selbst wenn du auch mal wieder lächeln kannst, lass es zu! Das ist alles normal, und ganz ganz wichtig! 

Suche dir jemanden, mit dem du reden kannst. Und wenn es nur ein Freund, eine Freundin oder jemand aus der Familie ist. Es hilft, wenn dir jemand zuhört. 

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Kommentar von Harry83
17.09.2015, 05:38

Danke!

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Was du gerade durchmachst ist eine Trauerphase, die depressive Züge hat. Depressionen werden oft durch Trauer ausgelöst. Das ist dann eine leichtere Form der Depression, die reaktive Depression, die recht gute Prognosen hat. Ich denke, du solltest dich einer Trauergruppe anschließen, das kann gut helfen, wenn man seine Trauer in einer Gruppe bewältigen kann, in der auch gelacht werden darf. Sicher gibt es an deinem Wohnort solche Angebote, Trauergruppen werden oft von den Kirchen angeboten, aber finden sich auch in den Selbsthilfe-Verzeichnissen. 

Ich habe schon viel Positives über solche Trauergruppen gehört. 

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Hallo Plumpy28!

Was Du jetzt durchmachst, inklusive Deiner Aggressionen, das nennt man  trauern!  Jeder Mensch trauert anders! Manche weinen viel, andere sind starr und zu keiner Regung fähig. Dieser Schmerz wenn man einen geliebten Menschen verliert, muß gelebt werden, also "raus"!. Es ist gut, so wie es ist bei Dir, weine, schreie, sprich mit Deiner Mama, erzähle Ihr, wie Du Dich fühlst, wie sehr Du Sie vermisst! Das nimmt Dir den Druck von der Seele und verhindert daß Du verdrängst. Das kann schlimme Folgen haben. Als mein Vater mit 52 Jahren an Krebs gestorben ist, da war plötzlich nichts mehr so wie es war! Ich meinte, den Schmerz nicht aushalten zu können und habe ihn einfach verdrängt. Die Folge waren Depressionen, Angstzustände, usw! 3 Monate ist eine sehr kurze Zeit um zu trauern! Bitte hab Geduld mit Dir!  Es wird, ganz langsam, irgendwann beginnen besser zu werden! Irgendwann einmal wird es nicht mehr so weh tun! Es gibt nicht umsonst das TrauerJAHR! Das erste Jahr ist das schwerste , der erste Geburtstag ohne den geliebten Menschen, das erste Weihnachten...! 

Fühle Dich umarmt, alles liebe, Anne

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Wie deine Mutter dich behandelt und beschützt hat, kannst du das auf andere einwirken. Versuche die Vergangenheit zu vergessen und an das jetzt und hier zu denken. Wenn du gut zu andere bist, werden sie auch zu dir gut sein und zu dir halten. Tief einatmen und weiter gehen. Ich wünsche dir alles Gute noch auf deinem Weg. ;)  

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Kommentar von hacky11
15.09.2015, 23:43

Hallo  Philophisdharma,! 

Vergangenheit kann man leider nicht vergessen und wenn das dann doch passiert, dann hat man sie verdrängt! Und das ist nicht ungefährlich! Die Vergangenheit als Ganzes hat uns zu dem gemacht was wir heute sind! Jedes Erlebnis gehört zu unserem Leben dazu, besonders natürlich der Tod eines lieben Menschen. Man kann nur lernen, mit der Vergangenheit umzugehen, zu leben.

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An deiner Stelle würde ich eine Trauerbewältigung mitmachen. Mein Beileid und alles Gute

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