Mutter arbeitet / Vater Hartz 4, kann ich als Sohn trotzdem einen 400 euro Job haben?

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7 Antworten

Wenn du mit deinen Nebenjob (geht jetzt bis 450 €) plus dem Kindergeld mehr hast, als "deinen" Anteil an der Familiengrundsicherung, fällst du aus der Bedarfsgemeinschaft raus. Deine Eltern bekommen dann deinen Anteil nicht mehr ausbezahlt. Du musst ihnen also den Mietausfall und deine eigenen Unterhaltskosten selbst zahlen.

Letztlich hätte ihr als Familie gesamt eben mehr Geld.

Außerdem gewöhnst du dich daran, dass man für sein Geld etwas tun muss, und es nicht "wundersam" vom Staat erhält.

Ich gehe jetzt mal davon aus, dass du bei beiden Elternteilen wohnst. Dann seid ihr eine Bedarfsgemeinschaft und das Einkommen Deiner Mutter und dein Einkommen wird leider angerechnet. Dir bleiben nur 100 Euro komplett im Monat.. Von allem, was Du mehr verdienst, bleiben Dir noch 20 %. Das mit dem Kindergeld habe ich nicht ganz verstanden in der Frage, aber solange Du zur Schule gehst oder in Ausbildung bist, wird Kindergeld gezahlt, egal was Du nebenbei verdienst. Allerdings wird dieses auch bereits beruecksichtigt bei Hartz 4. Ich weiss, dass diese Antwort nicht sehr befriedigend fuer Dich ist und vor allem, es bestraft einfach arbeitswillige Menschen und das ist nicht okay. Da gebe ich Dir Recht und von der Politik wird auch ueberlegt, das vielleicht zu aendern. Aber noch ist das eben so, wie es ist. Pro Person sind 100 Euro Einkommen frei, der recht wird angerechnet. Allerdings sollte Dich das jetzt nicht unbedingt abhalten von einem 400 Euro Job, denn meiner Erfahrung nach arbeiten die meisten nicht bis zum vollen Betrag und als Schueler nebenbei ist das auch nicht unbedingt wuenschenswert, denn Schule und Ausbildung sollte immer vorgehen und genuegend Zeit zum Lernen und auch fuer Freizeit bleiben. Du solltest daher die 400 Euro auch nicht voll ausschoepfen. Ich kenne ein paar Nachfueller von Supermaerkten und Discountern, die auf 400 Euro Basis arbeiten und die kommen im Monat oft nur auf 160 Euro. Und wenn man bedenkt, dass der Verdienst bei so was meist noch unter 6 Euro liegt, wenn Du da 4 - 5 Stunden pro Woche nebenher arbeitest, dann reicht das ja auch schon und dann kommst Du kaum ueber die 100 Euro, die Du frei haben darfst.

Bis 25 oder bis Du auf eigenen Beinen stehst gehörst Du zur BG der Eltern und hast die üblichen Freibeträge: 100€ plus darüber hinaus 20% bis 1000€ plus darüber hinaus 10% bis 1200€. Darüber hinaus hast Du als Schüler zusätzlich 1200€ innerhalb von 4 Wochen in den Schulferien.

Du bist als Schüler trotz Minijob über Deine Eltern weiter krankenversichert. Solange Du Schüler oder in Ausbildung und unter 25 bist, werden Deine Eltern weiterhin Kindergeld für Dich bekommen.

Nun, ihr werdet gemeinsam als Bedarfsgemeinschaft veranlagt. Das Kindergeld ist einkommensunabhängig udn wird ohnehin bereits angerechnet.

Du hast als Schüler einen freibetrag von monatlich 100€. Solange dein verdienst diese Summe nicht übersteigt, "darfst" du das Geld behalten.

Die 20%-Regel für übersteigende beträge gilt leider NUR für den berufstätigen kopf der BG, nicht jedoch für die Kinder (du). Also kann dein freibetrag nicht erhöht werden.

Das ist nun mal die Hartz4-Realität... Leistung lohnt sich da nicht wirklich. Deswegen resignieren sehr viele und die werden dann von den medien als faul und arbeitsscheu bezeichnet.

seh ich an mir selber: Ich geh als zeitungszusteller arbeiten (Teilzeit) udn habe unterm Strich, nach Abzug der fahrtkosten, gerade mal etwa 150€ mehr als ein Verharzter, der nicht täglich um 2.30 Uhr aufsteht udn bei JEDEM Wetter zum fahrenden nachtvolk gehört.

okay verstehe und wie würde es aussehen wenn ich Volljährig wäre ? Werde es nämlich in 3 Monaten, würde diese regel da immer noch gelten ?

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"Deswegen resignieren sehr viele und die werden dann von den medien als faul und arbeitsscheu bezeichnet.

Z.B. tga111, der vergibt überhaupt keine DH-Punkte als Danke-Schön, habe ich soeben bemerkt!

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@chemieprofi01

Die 20%-Regel für übersteigende beträge gilt leider NUR für den berufstätigen kopf der BG, nicht jedoch für die Kinder (du). Also kann dein freibetrag nicht erhöht werden.

Wo hast du das denn her ?

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Blödsinn. Jedes erwerbstätige Mitglied der Familie hat den gleichen Freibetrag.

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@DerHans

Nein, DerHans.

§ 11b SGB 2 sagt das so. Ich zitiere die entscheidenden passagen:

Abs 2: Bei erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die erwerbstätig sind, ist anstelle der Beträge nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 bis 5 ein Betrag von insgesamt 100 Euro monatlich abzusetzen.

Abs 3: Bei erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die erwerbstätig sind, ist von dem monatlichen Einkommen aus Erwerbstätigkeit ein weiterer Betrag abzusetzen.

Der Fragesteller ist nicht erwerbstätig, sondern Schüler! Deswegen hat er keinen Anspruch auf die weiteren Absetzbeträge nach Abs. 3!

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@Dea2010

Natürlich kann auch ein Schüler einer Erwerbstätigkeit nachgehen.

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@casilein

:D Wenn Ihr jetzt auch noch mit ü/u 15 kommt , isse bald ganz durchenanner ^^

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Lies Dir dies in Ruhe durch:

Hartz IV: Einkommen Kinder & Bedarfsgemeinschaft

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-einkommen-kinder-bedarfsgemeinschaft3221.php

Wenn Du dazu dann noch Fragen hast, dann hole Dir auch Rat bei einer guten behördenunabhängigen (!!!) Beratungsstelle wie dieser Hamburger

Arbeitslosen Telefonhilfe

0800 111 0 444 - wenn Du in Hamburg / Umgebung wohnst oder

040 22 75 74 73 - wenn Du in einem anderen Bundesland wohnst.

Dort ist man zum Thema Hartz IV sehr erfahren.

Da Ihr eine Bedarfsgemeinschaft darstellt, geht es offiziell nicht. Als Schüler kannst Du da auch nicht austreten, zumal deine Eltern auch unterhaltspflichtig für Dich sind.

Es bleiben nur Tätigkeiten, die nicht über (d)ein Konto laufen.

okay verstehe und wie würde es aussehen wenn ich Volljährig wäre ? Werde es nämlich in 3 Monaten, würde diese regel da immer noch gelten ?

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