Mutter akzeptiert meinen Todeswunsch nicht - bitte um Rat?

Support

Liebe/r Alina31o,

Deine Situation klingt besorgniserregend.

Sprich bitte mit einem Menschen darüber, dem Du vertraust. Das kann ein guter Freund, ein Verwandter oder auch eine Vertrauensperson aus der Schule sein.

Du kannst Dich zudem jederzeit an die Telefonseelsorge wenden. Dort ist rund um die Uhr jemand erreichbar und Du hast die Möglichkeit, ein anonymes und vertrauliches Gespräch zu führen. Telefon: 0800/1110111 oder 0800/1110222 (gebührenfrei aus dem deutschen Fest- und Mobilfunknetz).

Oder schau mal hier: http://www.nummergegenkummer.de

Herzliche Grüße

Leif vom gutefrage-Support

45 Antworten

Ich bin 67, also ungefähr im Alter deiner Mutter, und ich habe einen Sohn, der mit 33 einen schweren Schlaganfall hatte, und seitdem körperlich und geistig stark eingeschränkt ist. Er kann aber noch alleine, mit Betreuung durch einen Pflegedienst, leben.

Er hat mit mir zwar noch nie über das Thema Suizid gesprochen, aber ich denke, dass er schon darüber nachgedacht hat. Für eine Mutter ist es immer schrecklich, ein Kind zu verlieren, und ein Suizid ist ganz besonders schlimm. Man gibt ja die Hoffnung nie auf.

Auf der anderen Seite muss ich mich fragen, was würde ich an seiner Stelle machen? Möchte ich nicht mein Leben in Würde beenden, solange ich noch dazu in der Lage bin? Oder riskiere ich es, eines Tages wie ein hilfloser Säugling mit Windeln im Bett zu liegen, zusammengekrümmt wie ein Embryo, ohne Sprache und ohne Verstand?

Falls jetzt hier jemand sagt, so schlimm wird es schon nicht werden - ich habe genau das bei meiner Schwiegermutter und meiner Mutter erlebt. Die waren natürlich schon älter, aber ich pflege seit 14 Jahren meinen Mann (74)  nach einem Schlaganfall. Er ist jetzt seit 1 Jahr bettlägerig, und es ist absehbar,  dass er den oben geschilderten Zustand in nicht allzu ferner Zukunft erreicht. 

Meine Mutter hat, als sie noch sprechen konnte, mich mehrmals darum gebeten, ich möchte ihr doch was geben,  damit sie endlich sterben kann. Ich habe dann immer gesagt das geht nicht, weil ich dann ins Zuchthaus komme, und das wollte sie dann auch nicht. Trotzdem hat es mich sehr belastet, dass ich ihr den Wunsch nicht erfüllen konnte.

Vor ein paar Tagen hat mein Mann sich das erste Mal in dieser Richtung geäußert. Es war nur eine Andeutung, aber er wird sich mit diesem Gedanken weiter beschäftigen, aber ich muss auch ihm diese Hilfe verweigern. 

 Du hast sehr lange über diese Entscheidung nachgedacht, und du fällst sie nicht leichtfertig aus einer Laune heraus, wie so manche pubertierenden Teenager hier, die meinen, es gehe Ihnen so schlecht, dass sie nicht mehr leben wollen.

Auch wenn es deiner Mutter unmöglich vorkommt,  ich finde, sie sollte deine Entscheidung respektieren. Was würde sie denn wollen, wenn sie an deiner Stelle wäre? Möchte sie selbst zum Pflegefall werden? Möchte sie, dass du so leiden musst? 

Natürlich wird deine Mutter einwenden, dass sie dich dann pflegen wird. Aber in ihrem Alter hält man das nicht lange durch. Dann bleibt nur noch das Pflegeheim für euch beide.

Ich wünsche dir, dass du die Kraft und den Mut hast, die für dich richtige Entscheidung zu treffen.

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Danke für deine ehrlichen Worte. Deine Antwort hat mir sehr geholfen, und es tut mir auch leid, dass du auch so ein schweres Schicksal mit deinem Sohn und deinem Mann hast. :-(

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Mein Beileid. Es ist ein sehr schöner Text einer starken Frau Sie haben mich soeben zu meinen Tränen gerührt :'( alles alles gute:)

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Dein Text ist unglaublich berührend! 

Treffender hätte man es nicht ausdrücken können. 

Mein allerhöchster Respekt für das, was du seit Jahren leistest! 

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Hallo mariontheresa,

nur eine Anmerkung zu deinen Überlegungen.

Du landest mitnichten im Zuchthaus, wenn du deinen Angehörigen "hilfst".
Du darfst natürlich nicht aktiv eingreifen. Wenn du aber etwas bereitstellst, daß derjenige noch selbst verantwortlich und aus eigenem Willen, z.B. durch einen Strohhalm trinken kann, passiert dir nichts.

Aber selbst wenn mein liebster Mensch das nicht mehr kann, habe ich für mich beschlossen, daß ich im Fall des Falles für einen geliebten Menschen auch in den Knast gehe.
In dem Alter und bei dieser Art von "Verbrechen" wird es nicht allzu lange sein.

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@ mariontheresa: Auch von mir meine Hochachtung für diesen Beitrag.

Wenn man wie ich beruflich häufiger mit einer solchen Situation konfrontiert wird, ist es schon schlimm. Viel mehr macht es einen jedoch fertig, wenn man einen geliebten Menschen verliert oder ihn gehen lassen muss. 2003 hatte ich so etwas: Meine beste Freundin starb an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Auf ihre Bitte hin habe ich sie gepflegt, bis sie die Augen schloß. Dies war in Holland, wo es die Sterbehilfe gibt.

Im gleichen Jahr starb mein Mann, der schwer herzkrank war und ebenfalls von mir gepflegt wurde,  4 Wochen später meine andere Freundin an Lungenkrebs, da habe ich, als Inhaberin einer Patientenverfügung die Beatmunsgeräte abstellen lassen, was mir heute noch zu schaffen macht.

Ich weiss, dass ich alles so gemacht habe, wie die 3 es sich gewünscht haben. Trotzdem bin ich daran fast zugrunde gegangen. Ich bin schwer krank geworden, und da es keine organischen Ursachen dafür gibt, schiebe ich das hauptsächlich auf die psychischen Hintergründe.

Ich stimme mit Dir vollkommen überein, dass JEDER sein Ende für sich selbst bestimmen sollte. Vor einigen Tagen habe ich noch mit meiner Familie darüber gespriochen, denn bei mir stehen mal wieder OP-Krankenhausaufenthalte an, die ich nicht umgehen kann. Für den Fall, dass wirklich über Leben und Tod entschieden werden muss, wissen alle, dass ich nicht dahinvegetieren möchte und keine lebensverlängernden Maßnahmen will. Ich denke, dass niemand leiden will, wenn es keine Heilung gibt. Da muss man für sich entscheiden, ob ein Leben mit Leid und Schmerz lebenswert ist.

Meine Familie wird das respektieren, lkeicht wird es sicher nicht. Aber auch für mich als Patienten ist es beruhigend, zu wissen, dass mein letzter Wunsch respektiert wird. Ich wünsche Dir viel Kraft für die Zukunft und danke für Deine Worte.

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Ich bin sehr gerührt von dieser tollen Antwort. Was viele nicht begreifen ist, dass Liebe (auch Mutterliebe) nicht egoistisch sein darf. Natürlich ist es unglaublich schwer einen geliebten Menschen zu verlieren. Aber es ist egoistisch genau aus diesem Grund einen Menschen, dessen Leben für ihn selbst nicht mehr lebenswert ist, am Leben erhalten zu wollen. Zum Leben gehört auch Loslassen können. Ich arbeite im med. Bereich und sehe täglich Menschen mit z.T. schweren Erkrankungen, manche kommen auch palliativ zu uns. Oft kann man die Situation der Betroffenen verbessern, manchmal geht das leider auch nicht und dann geht es nur noch darum wie die Angehörigen betreut und aufgefangen werden können und was das Beste für den Patienten ist (ohne Schmerzen und Ängste z.B.). Der Patient steht allerdings klar im Vordergrund!

Und die Entscheidung das Leben loszulassen ist für den Betroffenen meist genauso schwer wie für die Angehörigen.

Ich habe auch Kinder und es zerreist mir das Herz, wenn ich daran denke, dass sie sterben, oder einen Wunsch in diese Richtung äußern könnten...Aber wenn ich sie mir in so einer Lage  wie einige unserer Patienten vorstelle, dann weiß ich nicht was schlimmer ist: Das Festhalten oder das Loslassen......

Ich wünsche Dir mariontheresa weiterhin viel Kraft und alles Gute!

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Dein Wunsch ist deine eigene Entscheidung.

Selbst, wenn ich jetzt gesteinigt werde, das Leben einfach aufzugeben ist nicht gut. Mag sein, dass du wirklich des Lebens überdrüssig bist wegen deiner Erkrankungen. Das kann hier niemand beurteilen.

Doch gibt es ebenso viele menschen, die gerne weiterleben wollen, weil ihnen das Leben wertvoll ist.

Ich persönlich kenne einige Menschen, die auch schwer krank sind und trotzdem leben wollen. Einer sitzt im Rollstuhl, von Geburt an, ist schwerstbehindert, ist u.a. Spastiker. Aber er liebt sei Leben und ist ein fröhlicher Mensch.

Ein anderer, er ist jetzt Anfang 60, sitzt seit dem 17.Lebensjahr im Rollstuhl, durch einen schweren Autounfall. Er liebt sein Leben und macht alles, was gesunde Menschen auch tun. 

Es gibt so viele Möglichkeiten im Internet Kontakte zu knüpfen, in Forer nachzuschauen. Deine Mum wird nicht jünger und du solltest zusehen, dass nachher Menschen da sind, die sich um dich kümmern. Es gibt viele Organisationen, auch im kirchlichen Bereich, die helfen können.

Das hört sich jetzt für dich vielleicht alles zu einfach an, aber glaube mir.....ich weiß wovon ich rede. Ich habe 7 Jahre meinen schwer kranken Mann gepflegt, der schwer herzkrank war. Sein Leben hin die letzten 3 Jahre täglich an einem seidenen Faden. Er starb an Herzversagen 3 Tage vor seinem 58. Geburtstag.

Ich wünsche dir trotzdem alles Gute.....und überdenke bitte deinen Entschluß.

Liebe Grüße A.

Ich kann Euch alle drei verstehen. Für Deine Mutter bricht eine Welt zusammen. Du sagst ja selber, Ihr versteht Euch gut. Sie kann noch nicht damit leben.

Dein Bruder ist gefestigter und versteht Dich. Vorbildlich.

Deine Mutter braucht noch Zeit. Wenn Du es jetzt umsetzt ist es wohl ein Fehler. Du kommst recht gefestigt rüber und alles muß eh noch organisiert werden. Kein Wunsch, den man über Nacht durchführen kann.

Ich kann Deine Entscheidung verstehen, würde jemand suchen, der mit Deiner Mutter ganz einfühlsam redet. Sie müßte quasi durch Fachleute, denen sie vertraut vorbereitet werden. Ein Hausarzt, noch besser ein Psychologe. Letztendlich ist es Deine Entscheidung und ich kann einfach nicht sagen: mach es. Sie ist auch wichtig. Für eine Mutter ist es der Horror die eigene Tochter zu verlieren.

Mutter wollte Suizid begehen

Hallo :)

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Hey,

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Liebe Grüße Heartofpoetry

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Eine Sache, die nicht dabei steht und die sie nicht weiß, die einzige, da ich mich sehr dafür schäme, ist, dass ich seit mehr als einem Jahr eine Essstörung habe. Anfangs war es Magersucht, da ich mich runterhungerte, mehrere Wochen gar nichts mehr aß und eine Menge Sport trieb. Das führte dazu, dass ich eines morgens aufwachte und mir so schlecht war, aber keinen Hunger hatte, das Gefühl kenne ich schon lange nicht mehr, ich konnte nicht einmal mehr aufstehen und wollte schlafen, bekam dann aber Angst und habe etwas gegessen. Seitdem lasse ich es nicht so weit kommen, ich esse täglich etwas, mache kaum Sport, aber kann nicht normal essen. Je nach Gefühlslage mal mehr, mal weniger; deshalb habe ich auch starke Gewichtsschwankungen, bin aber aktuell, möchte ich wetten, im Normalbereicht. Auf die Waage traue ich mich nicht, es interessiert mich nicht und ich habe Angst, dass es zu viel sein könnte.
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