Mussmein Chef mein Geld Doppelt versteuern?

5 Antworten

Seit dem 01.01.2019 ist die Erstattung oder der Zuschuß zu den Aufwendungen des Arbeitnehmers für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Linienverkehr steuer- und sozialversicherungsfrei möglich (§ 3 Nr. 15 EStG).

Der ArbG sollte darauf hingewiesen werden und er sollte die vergangenen Abrechnungen entsprechend korrigieren.

Hallo,

wenn das so läuft wie von dir beschrieben, dann läuft es verkehrt und du solltest unbedingt mit deinem Chef sprechen.

Richtig ist, dass dir das Geld für die Fahrkarte aufs Bruttogehalt addiert und versteuert wird.

Nur darf er es nachher nicht vom Netto wieder abziehen.

Dadurch bekommst du nicht nur nichts, dadurch legst du sogar noch drauf.

Viele Grüße

Michael

Es gibt das Prinzip des geldwerten Vorteils:

  • Chef gibt dir die Fahrkarte
  • Chef haut den Wert auf dein Bruttogehalt
  • du versteuerst das Brutto
  • Chef zieht dir das Geld vom netto ab.

Du hast die Fahrkarte und weil es ein geldwerter Vorteil ist, zahlst du die Steuern dafür. Also bekommst du die Fahrkarte für den Wert der Steuer, die du dafür bezahlst. Ist normal und gesetzlich vorgeschrieben.

Das ist die Regelung beim auch privat genutzten Firmenwagen. Aber nicht die bei einem Sachbezug.

Das Geld darf am Ende nicht mehr vom Netto abgezogen werden.

Denn sonst würde ihm die Fahrkarte zum einen überhaupt nicht bezahlt werden und er würde auch noch was versteuern, was er gar nicht bekommen hat.

Damit legt er dann sogar noch drauf.

Gruß Michael

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@19Michael69

Doch - er hat die Fahrkarte! - das ist der geldwerte Vorteil und bezahlt hat er nur die Steuern.

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@shagdalbran

Nein !!!

Er hat die Fahrkarte vorher schon aus eigener Tasche bezahlt und bekommt es nachher wieder!

Dann darf es ihm nicht zusätzlich vom Netto abgezogen werden.

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@19Michael69

Der Chef gibt ihm das Geld zurück - damit ist es dasselbe als ob er die Fahrkarte bezahlt hätte. Also:

AN (Arbeitnehmer) hat jetzt die Fahrkarte und das Geld. (Fahrkarte = Geschenk)

Jetzt erhält er das Geld (den Wert) nochmal aufs Bruttogehalt - hat das Geld also zweimal (und immer noch die Fahrkarte).

Er zahlt die anteilmäßigen Steuern auf das (zweite) Geld.

Jetzt wird ihm der Preis vom Netto abgezogen. Es geht darum, dass er den geldwerten Vorteil versteuert - nicht mehr.

Der "Verlust" ist die Steuer - aber er hat noch die Fahrkarte. Fazit: er hat die Fahrkarte zum Betrag der Steuer bekommen.

Wo ist das Problem?

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@shagdalbran

Bitte die Frage richtig lesen...

Der Chef / das Unternehmen gibt ihm das Geld nicht zweimal zurück, sondern nur einmal über die Gehaltsabrechnung aufs Bruttogehalt.

Gruß Michael

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@19Michael69

Meine Güte, in diesem Fall doch - weil der Chef dem AN zunächst die Fahrkarte abkauft, weil sie ja ursprünglich vom AN gekauft wurde.

Alternativ beschafft der Betrieb die Fahrkarte und stellt sie direkt zur Verfügung. Dann läuft alles wie beschrieben. In diesem Fall wurde die Fahrkarte vom AN "beschafft" also hat er das Geld zweimal bekommen.

Jetzt ist aber Schluss - mach dir mal ne Zeichnung!

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@shagdalbran

Oh man, so begriffsstutzig kann man doch gar nicht sein ...

Nicht der Chef gibt ihm die Fahrkarte. Er kauft sie vorab von seinem Geld. Und er schreibt ganz klar, dass die Erstattung lediglich und ausschließlich einmal über das Bruttogehalt erfolgt.

Hier die "Zeichnung" für dich aus Sicht des Fragestellers:

  1. Kauf der Fahrkarte durch den AN = - 50 Euro
  2. Erstattung der Fahrkarte aufs Bruttogehalt = wieder bei 0 und versteuert
  3. Abzug vom Nettolohn = Verlustgeschäft von 50 Euro für den AN und zusätzlich noch versteuert

Nach Punkt 2 muss in diesem Fall Schluss sein, sonst zahlt er die Karte nicht nur selbst, sondern legt durch die Versteuerung auch noch drauf.

Jetzt kapiert ???

Du hättest dann Recht, wenn er die Fahrkarte ohne eigene Bezahlung ausgehändigt bekommen oder bei eigener Bezahlung zusätzlich zum Bruttogehalt noch vom Chef in bar erstattet bekommen würde.

Das ist aber nicht der Fall.

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@19Michael69

Genau das glaube ich nicht. AN kriegt das Geld zurück, damit gehört die Fahrkarte dem Chef. AN behält aber die Karte (geldwerter Vorteil).

Jetzt soll der AN mal auf die Lohn-/Gehaltsabrechnung schauen, was unter Einkommen steht. Ich bin überzeugt davon, dass da irgendwo der Preis für die Fahrkarte als Einkommen draufsteht. Wenn nicht - Rechtsanwalt.

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