Muss mir mein Vater noch Unterhalt geben?

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9 Antworten

Hallo DarkFlame,
lies mal hier:

https://www.anwalt.de/rechtstipps/unterhaltsanspruch-volljaehriger-kinder-wann-ist-schluss-mit-lustig_016856.html

Hier steht dann unter anderem:

Eine einmalige Umorientierung wird also nicht dazu führen, dass Eltern keinen Unterhalt mehr schulden. Ob dies auch noch gegeben ist, wenn ein volljähriges Kind bereits die zweite Ausbildung abbricht, ist dagegen fraglich. Hier hat das Kind grundsätzlich seine Obliegenheit verletzt, die Ausbildung zielstrebig zu absolvieren, um möglichst bald wirtschaftlich unabhängig von den Eltern zu sein. Hier kann der Anspruch auf Unterhalt schon wegen des Verstoßes gegen das Gegenseitigkeitsprinzip verwirkt sein, wenn nicht außergewöhnliche Umstände einen nochmaligen Wechsel des Ausbildungsziels begründet erscheinen lassen.

Gegenüber deiner Partnerin ist dein Vater schon gar nicht unterhaltspflichtig. Und selbst, wenn er dir gegenüber noch zahlen müsste, dann wird sich das möglicherweise reduzieren, da du mit deiner Partnerin ja in einer Bedarfsgemeinschaft lebst und auch deren Einkünfte dann mit berechnet werden.

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Kommentar von DarkFlame
21.02.2017, 00:11

Hallo. vielen dank für deine antwort. ich gehe kurz zu meiner partnerin mit ein. sie ist 22 und macht eine schulische ausbildung. sie zahlt also und bekommz kein lohn. sie erhält jedoch ca 100€ schüler BAföG.

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Kommentar von DFgen
21.02.2017, 14:32

Und selbst, wenn er dir gegenüber noch zahlen müsste, dann wird sich das möglicherweise reduzieren, da du mit deiner Partnerin ja in einer Bedarfsgemeinschaft lebst und auch deren Einkünfte dann mit berechnet werden.

Hier verwechselst du Sozialrecht mit Unterhaltsrecht:

Wenn der Fragesteller noch einen Unterhaltsanspruch an die Eltern (dann beide!) hätte, so gälte dieser ausschließlich nach dem Unterhaltsrecht

  • Dann läge sein Gesamtanspruch an beide Eltern zusammen abzüglich Kindergeld und seinem eigenen Einkommen bei insgesamt 735 Euro - und wie/wofür er diesen Betrag einsetzen würde, ob er in einer WG, Wohnung oder sonstwo wohnen würde, ob mit einer Freundin oder einer Fußballmannschaft.... spielte überhaupt keine Rolle...

Eine "Bedarfsgemeinschaft" hat nur Einfluss auf Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch....

Aber da hier ohnehin der Unterhaltsanspruch verwirkt sein dürfte, spielt das ja eigentlich keine Rolle.....

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Unterhalt/Unterhaltsrecht

Unterhaltspflicht der Eltern trotz abgebrochener Berufsausbildung?

Unterhaltspflicht der Eltern trotz abgebrochener Berufsausbildung?

Veröffentlicht von:

Redaktion

In: Unterhalt/Unterhaltsrecht

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Bild: © PlusONE / shutterstock.

Solange ein minderjähriges Kind die Schulbank drückt, sind die Eltern
unstreitig zur Zahlung von Unterhalt verpflichtet. Sofern ihr
Sprössling aber volljährig wird, muss er nun eigentlich seinen
Lebensunterhalt selbst bestreiten – was zumeist aber nicht möglich ist,
weil das Kind noch immer die Schule besucht oder noch gar keinen Beruf
gelernt hat, mit dem es seine eigenen Brötchen verdienen kann. Daher
müssen Eltern in bestimmten Fällen auch für ihre volljährigen Kinder
Unterhalt zahlen. Doch gilt dieser Grundsatz auch, wenn das Kind seine
Ausbildung bzw. sein Studium abbricht?

Allgemeines

Nicht selten werden Kinder noch während der Schulzeit volljährig, etwa
weil sie ein Gymnasium besuchen oder ein oder zwei Ehrenrunden gedreht
haben.

Nach
§ 1603 II 2 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) bleiben Eltern daher generell
unterhaltspflichtig, sofern ihr Sprössling zumindest bei einem
Elternteil lebt. Die Frage, ob für ein erwachsenes Kind Unterhalt
gezahlt werden muss, stellt sich somit zumeist erst nach dem
Schulabschluss. Sofern das Kind danach keine Berufsausbildung beginnen
will, müssen die Eltern keinen Cent mehr für ihr Kind zahlen.
Grundsätzlich aber gilt nach § 1610 II BGB, dass der Unterhalt für ein
Kind auch die Kosten zu einer angemessenen Vorbildung zu einem Beruf
umfasst.

Die Auswahl der Berufsausbildung obliegt dem Kind. Die Ausbildung oder
das Studium sollte vor allem dessen Neigung, Fähigkeiten und Begabung
entsprechen. Ob und wie viel Unterhalt das Kind verlangen kann, hängt
jedoch von den wirtschaftlichen Verhältnissen der Elternteile ab, die
mit Volljährigkeit des Kindes beide barunterhaltspflichtig werden.
Sofern das Kind für die Berufsausbildung in eine eigene Wohnung zieht,
hat es nach den Anmerkungen der Düsseldorfer Tabelle einen
Gesamtunterhaltsbedarf von 670 Euro monatlich. Ansonsten bemisst sich
der Unterhalt nach der 4. Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle.

Studium

Sofern das Kind gleich nach dem Abitur bzw. einer Orientierungsphase mit
dem Studium beginnt, müssen Eltern weiterhin Unterhalt zahlen. Dafür
ist das Kind verpflichtet, seine Eltern regelmäßig über den
Ausbildungsstand zu informieren und das Studium so schnell wie möglich
abzuschließen. Als Maßstab kann hier pauschal die Regelstudienzeit
herangezogen werden – Ausnahmen im Einzelfall sind jedoch zu beachten,
z. B. wenn sich das Studium wegen einer nicht bestandenen
Zwischenprüfung verzögert. Langzeitstudenten müssen somit nicht ewig
finanziert werden.

Der Abbruch eines Studiums in den ersten zwei bis drei Semestern, zum
Zwecke des Studienwechsels oder des Beginns einer Ausbildung, lässt den
Unterhaltsanspruch jedoch nicht entfallen. Schließlich sind die
Studenten im Regelfall noch sehr jung – zu Beginn wissen sie oft noch
nicht, ob ihnen das Studium liegt oder sie haben falsche Vorstellungen
vom Beruf oder dem Studium gehabt. Ihnen muss daher eine
Orientierungsphase zugestanden werden. Ein Studienabbruch nach der
zweiten Studienhälfte könnte dagegen zu einem Verlust des
Unterhaltsanspruchs führen. Ferner müssen Eltern ihrem Kind nach
erfolgreichem Studienabschluss in der Regel kein Zweitstudium bezahlen.

Ausbildung

Wie bereits erläutert, müssen Eltern ihren Kindern die Möglichkeit
geben, einen Beruf zu lernen, mit dem sie ihren eigenen Lebensunterhalt
bestreiten können. Auch wenn Lehrlinge eine Ausbildungsvergütung
erhalten, so ist sie zumeist doch zu gering, um davon leben zu können.
Auszubildende haben daher ebenfalls einen Anspruch auf Unterhalt – sie
müssen sich jedoch den Großteil ihrer Vergütung auf den
Unterhaltsanspruch anrechnen lassen. Nach den Anmerkungen der
Düsseldorfer Tabelle ist die Vergütung vor der Anrechnung um einen
ausbildungsbedingten Mehrbedarf von lediglich 90 Euro zu kürzen.

Der Abbruch einer Ausbildung führt grundsätzlich nicht zum Verlust des
Unterhaltsanspruchs. Wie bei einem Studium auch steht den Auszubildenden
eine gewisse Orientierungsphase zu. In einem Fall brach eine junge
Auszubildende ihre Lehre, die normalerweise ca. 36 Monate andauert, nach
18 Monaten ab, um eine andere Ausbildung zu beginnen. Als sich ihr
Vater weigerte, weiterhin Unterhalt zu zahlen, zog die junge Frau vor
Gericht. Das Oberlandesgericht (OLG) Brandenburg entschied, dass die
Auszubildende wohl weiterhin Unterhalt verlangen kann. Schließlich muss
der Vater keine Zweitausbildung finanzieren – vielmehr wurde die erste
Ausbildung abgebrochen. Da der Vater seiner Tochter damit noch keine
vollständige Ausbildung i. S. d. § 1610 II BGB ermöglicht hatte, entfiel
seine Zahlungspflicht auch nicht. Entsprechend den Grundsätzen beim
Studium kann ein Anspruch auf Unterhalt nur entfallen, wenn die
Ausbildung in der zweiten Ausbildungshälfte abgebrochen wird –
vorliegend wäre das aber erst ab dem 19. Monat der Ausbildung der Fall
gewesen.

(OLG Brandenburg, Beschluss v. 21.03.2014, Az.: 10 WF 30/14)

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Kommentar von vwzicke64
21.02.2017, 13:32

Wo beantwortet das die Frage?

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Nach §1602....1610 BGB hat Anspruch auf Unterhalt, wer seinen eigenen Lebensunterhalt noch nicht allein bestreiten muss bzw. aufgrund entsprechender Umstände noch nicht kann.....

Dies kann für volljährige Kinder noch während ihrer ersten Berufsausbildung zutreffen, wenn sie dabei selbst nicht ausreichend Einkommen erzielen, um davon den eigenen, notwendigen Lebensunterhalt abzudecken.

Dieser Anspruch darf allerdings nicht "überstrapaziert " werden - deshalb ist ein Unterhaltsempfänger gegenüber dem Unterhaltszahler dann z. B. auch verpflichtet, seine Ausbildung schnellst- und bestmöglich zu absolvieren. Kommt er dieser Verpflichtung nicht nach, könnte sein Anspruch sonst nach BGB §1611 "verwirken"..... (https://dejure.org/gesetze/BGB/1611.html)

" § 1611 - Beschränkung oder Wegfall der Verpflichtung

(1) Ist der Unterhaltsberechtigte durch sein sittliches Verschulden bedürftig geworden,........ so braucht der Verpflichtete nur einen Beitrag zum Unterhalt in der Höhe zu leisten, die der Billigkeit entspricht. Die Verpflichtung fällt ganz weg, wenn die Inanspruchnahme des Verpflichteten grob unbillig wäre...."

Zwar wird einem Auszubildenden in der Regel ein (1) Abbruch/ Wechsel der Ausbildung zugestanden, aber hier....

da ich schon 3 nicht abgeschlossene Ausbildungen (2x gekündigt, 1 mal selbst gekündigt).

.....  dürfte der Anspruch tatsächlich verwirkt sein.

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Ich kann dazu sagen, dass die Familiengerichte, mit denen ich zu tun habe , eine Unterhaltspflicht bei  drei maligem selbst verschuldenem Abbruch der Ausbildung, hier keine Unterhalt mehr geschuldet wird.

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Es käme auf den Grund der Kündigungen an,wenn du diese selber zu verantworten hast könntest du deinen evtl.Unterhaltsanspruch verwirkt haben,aber das müsste dein Vater bzw.deine Eltern meines Wissens erst mal gerichtlich feststellen lassen !

Also einfach keinen Unterhalt mehr zahlen ginge dann nicht.

Du musst aber ab deinem 18 Lebensjahr deinen evtl.Unterhaltsanspruch bei deinen Eltern selber geltend machen,also nachweisen das ein Anspruch besteht und das ganze titulieren lassen,denn sonst würde es bei Unterhaltsanspruch rückwirkend keinen Unterhalt geben.

Was hast du denn selber an Brutto und Netto Vergütung ?

Wenn du keinen Unterhalt von min. deinem Kindergeld ( derzeit min. 192 € ) bekommst,dann steht dir zumindest dieses zu.

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Das käme sehr auf den Grund der Kündigungen an.

Wie viel verdienst du denn?

Wenn Dein  Vater Unterhalt zahlen muß, dann wird Dir das aber vom BAB abgezogen.

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das ist eine Einzelfall Entscheidung.

Bei 3 abgebrochenen Lehren könnte es schon mal eng für dich werden.

Da hilft nur ein Anwalt......

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Das ist bereits die 4. Ausbildung, da ist Dein Vater nicht mehr unterhaltspflichtig, gibt diverse Gerichtsurteile.

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