Miterben des verstorbenen Mannes ins Haus lassen (Erbrecht)?

Gibt es denn kein Testament, warum bloß? Wer steht als ET im Grundbuch?

Leider gibt es kein Testament, meine Mutter und Ihr Mann sind im Grundbuch gemeinsam eingetragen

Dann dürfte Mamas damalige Einlage nicht von Bedeutung sein, leider.

Viel Kraft in dieser schweren Zeit.

Vielen Dank.

5 Antworten

leider ist vor kurzem der Ehemann meiner Mutter verstorben.

Mein Beleid.

Die beiden haben ein noch nicht abbezahltes Haus. Nun möchte sich der Sohn des verstorbenen Zugang zum Haus verschaffen, da er Miterbe ist.

Das ist sein gutes Recht, denn wenn er Miterbe (und eben nicht nur Vermächtnisnehmer) ist, dann steht ihm auch grundsätzlich ein Betretungsrecht zu - und sei es nur zusamen mit einem Gutachter zwecks Wertermittlung. Es ist wohl auch davon auszugehen, dass der Erblasser nicht nur die genannte Immobilie hinterlassen hat. Dem Miterben steht auch das Recht auf ein Nachlassverzeichnis zu; schließlich muss ja auch offiziell festgestellt werden, wer nun welche Anteile am Vermögen des Erblassers erworben hat. Das gilt auch für Gegenstände aus dem persönlichen Nachlass.

Meine Mutter hat damals das Haus zum großteil aus dem Verkauf unseres früheren Hauses angezahlt.

Ist ihr Anteil im Grundbuch eingetragen? Falls ja, zu welchem Anteil?

Nun ist sie schockiert, dass sich der Sohn Zutritt verschaffen möchte. Unserer Meinung nach steht ihm maximal 1/4 des Hauses zu,

Bei hälftigem Besitz des Erblassers erbt der Stiefsohn gemäß gesetzlicher Erbfolge die Hälfte des Anteils der Erblassers, somit 25% der Immobilie.

das auch ausgezahlt werden könnte.

Darauf muss sich der Erbe aber nicht einlassen. Der Erbanspruch ist - im Gegensatz zum Vermächtnis - nicht in Form von Barmitteln abzuleisten, sondern entsteht unmittelbar an der Sache.

Der Sohn hatte 15 Jahre keinen Kontakt zu seinem Vater.

Das mag sein, ändert aber nichts an der Rechtslage.

Wenn deine Mutter es versäumt hat, ihren Eigenanteil, den sie in das Haus eingebracht hat, grundbuchlich abzusichern, hat der Sohn einen Erbanspruch. Und dafür kann er auch verlangen, dass das Haus von einem Gutachter geschätzt wird. Deine Mutter muss ihn dazu nicht unbedingt persönlich ins Haus lassen.

Vielen Dank für die Antwort. Das er seinen Anteil ausgezahlt bekommen soll steht außer Frage. Uns war es nur wichtig, dass er nicht durch die privaten Sachen meiner Mutter wühlen kann, da es eine für uns fremde Person ist, die nicht mal zur beerdigung erschienen ist

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@500Linda500

Auch einen Gutachter gehen die privaten Sachen deiner Mutter nichts an. Das einzige was relevant ist, sind die Bauunterlagen und die evtl. noch bestehenden Grundschulden.

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@500Linda500
Das er seinen Anteil ausgezahlt bekommen soll steht außer Frage.

Die eigentliche Frage ist, wieso der Sohn hier zwingend ausbezahlt werden sollte -so er nicht will.

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@FordPrefect

Weil es sich hierbei um das Zuhause meiner Mutter handelt und sie mit über 60 Jahren nicht noch ihr Zuhause verlieren möchte nachdem Sie schon Ihren mann nach 22 gemeinsamen Jahren verloren hat.

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@500Linda500

Du missverstehst mich. Dass das der Wunsch der Mutter / Witwe sein mag, ist durchaus verständlich. hr soltet euch aber darüber im Klaren sein, dass alleine der Miterbe entscheidet, ob er sich auszahlen lässt bzw,. gegen entsprechende Zahlung seinen Anteil überschreibt oder nicht. Rechtlich ist er bereits Miteigentümer, sofern die Ausschlagungsfrist abgelaufen ist.

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Der Sohn muss das Angebot auf Auszahlung übrigens nicht akzeptieren!
Man sollte in so einem Fall frühzeitig einen Anwalt kontaktieren

Ohne die grundbuchlichen Eintragungen zu kennen, kann man nur schwer etwas dazu sagen, wer nun wie viel erben wird.

Wenn jedoch beide, also Deine Mutter und Dein (Stief?)Vater dort zu gleichen Teilen eingetragen sind, gehört Deiner Mutter sowieso 50% der Liegenschaft und einen Schlüssel muss Sie von daher sowieso niemanden geben, da es Ihr Eigentum ist.

Im Regelfall stehen Deiner Mutter nun 1/4 ( mit Ehevertrag) oder 1/2 ( ohne Ehevertrag) zu. Dieses bezieht sich auf die Erbmasse, die dem Verstorbenen als "alleiniges Vermögen" zuzuordnen sind. Hierzu gehören natürlich dann auch etwaige Sparguthaben, Aktien etc.

Die anderen 50% liegen beim Kind bzw. bei den Kindern. Ist der Verstorbene nun nicht Dein leiblicher Vater, bist Du z.B. schon einmal "raus" , soweit testamentarisch nichts anderes vereinbart ist.

D.h. dann , .... 50% Mutter , 50 % Sohn .

Ist der Verstorbene dein leiblicher Vater (oder hat er Dich adoptiert), bleibt es bei den 50% für die Mutter (wenn Zugewinngemeinschaft) und jeweils 25% für die beiden Kinder.

Wichtig ! Kann Deine Mutter belegen, das der Hauskauf oder Bau überwiegend aus Ihren eigenen Vermögen finanziert wurde, so kann es dazu kommen, das Ihr das Haus sowieso defakto gehört und zu Ihren "Anfangsvermögen" gezählt werden könnte. In diesem Fall würde der Sohn dann wenig bis gar nichts erben . ( jedenfalls was das Haus betrifft) . Hier liegt die Beiweislast jedoch auf Eurer Seite, die auch einer juristischen Prüfung stand halten sollte. ( Belege wo das Geld herkam -> überwiesen vom Konto Deiner Mutter etc. )

Wichtig ! Kann Deine Mutter belegen, das der Hauskauf oder Bau überwiegend aus Ihren eigenen Vermögen finanziert wurde, so kann es dazu kommen, das Ihr das Haus sowieso defakto gehört und zu Ihren "Anfangsvermögen" gezählt werden könnte.

Ganz sicher nicht. Wenn beide Eheleute zu gleichen Teilen im Grundbuch eingetragen waren, ist die Frage nach evtl. seinerzeit erbrachten Einlagen gegenstandslos. Eine entsprechende Regelung hätte in diesem Fall nämlich bereits zu Lebzeiten grundbuchlich verankert werden müssen.

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Deine Mutter ist nicht Alleinerbin, also kann sie das Haus nicht nur allein und unentgeltlich nutzen.

Ist doch klar, dass der Miterbe sich ein Bild vom Gesamtnachlass machen möchte.

Woher ich das weiß:Beruf – Seit über 20 Jahren Leiter einer Rechtsanwaltskanzlei.

Das kann er ja gerne in Anwesenheit eines Gutachters.

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