Muss mein Mann seinen Teil der Wohnung kündigen?

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5 Antworten

Rede mit deinem Ex-Mann, dass er einer Kündigung der Wohnung zustimmt.

Und dann gehst du mit ihm zu deinem Vermieter und bittest, dass er aus dem Mietvertrag herausgenommen wird und du die Wohnung allein behalten darfst.

Im Prinzip entspricht das einer Kündigung und einem Neuabschluss, allerdings ohne solche Dinge wie Kündigungsfrist und Kaution , einfach ein formaler Akt. Einseitig kann keine Mietpartei ohne das Einverständnis der anderen seine vertragliche Bindung an diesen Mietvertrag "wegkündigen".

Also: einer kündigt seinen "Anteil" am Vertrag und der andere stimmt der Kündigung zu.

Wenn der Vermieter da Bedenken hat, dann kannst du dir ja vorab vom JC ein Okay zur Mietübernahme holen. Immerhin seid ihr ab September zu dritt.

Für das Jobcenter zählt er, solange er im Mietvertrag steht, als eine Person, die 1/3 der Miete zusteuert. Das müsste er dir dann geben, du würdest nur 2/3 der Miete vom Amt bekommen. Wenn ihr euch wirklich wieder versöhnt, dann kann er doch wieder einziehen - aber jetzt fällt dir diese Regelung echt auf die Füße, die fehlen dir an der Miete.

Egal, ob die Gesamtmiete für zwei Leute zu hoch ist - das Jobcenter würde sie erst mal für 6 Monate übernehmen müssen und dich dann - falls zu hoch - zur Verringerung der Mietkosten auffordern.

Allerdings:
bevor die 6 Monate um wären, seid ihr schon zu dritt. Und dann gibt es noch eine Regel, die deine Situation vielleicht etwas entschärfen könnte: 

für alleinerziehende Leistungsbezieher mit mindestens zwei Kindern darf die Miete 10% über der Angemessenheitsgrenze liegen. Allerdings nicht bei Anmietung, sondern wenn es, durch Mieterhöhung oder Trennung plötzlich mit der "Angemessenheit" nicht mehr passt.

Was in deinem Fall ja zutrifft.

Dein Problem ist eher - wie ihn aus dem Mietvertrag bekommen. Falls er sich um seine Kündigung aus dem Mietvertrag nicht kümmert, gibt es noch einen Insider-Trick:

1.   geh zum Anwalt für Familienrecht und hol dir einen Trennungsschein. Dieser Schein bestätigt (für Jobcenter, Meldebehörde etc.), dass du eure Trennung (nicht beabsichtigte Scheidung oder so!) mit dem entsprechenden Datum bekanntgibst. Diesen Schein gibt es beim Anwalt für unter 20 €.

2.   Geh mit diesem Schein zur Meldebehörde und sage, du möchtest ihn abmelden (siehe Trennungsschein). Entweder sehen die, dass er sich schon abgemeldet hat und eine neue Adresse hinterlegt hat (sehr selten).

Wenn nicht, dann wird man dir sagen, dass du ihn nicht abmelden kannst.
Wenn er sich allerdings vier Wochen später nicht abgemeldet hat hat, wird er - wenn du dann nachfragst - rückwirkend von Amts wegen abgemeldet.

Den erwähnten Trennungsschein brauchst du zum Beispiel in Berlin für jeden Käse, wenn man sich trennt. Er ist aber nur eine Beglaubigung, dass ihr wirklich getrennt seid, der Schein hat nichts mit einer Scheidung oder ä. zu tun, ist kein Mandat an einen Anwalt oder ähnliches.
Solltest ihr euch wieder versöhnen, kannst du das Ding einfach wegschmeißen.

Noch was zu deinem ALG II:

Dir steht als Alleinerziehende (die bist du nämlich nach einer Trennung, auch ohne Scheidung) eine Regelleistung von 404 € monatlich zu, dazu zu 100% die Kosten der Wohnung. Dazu kommt noch ein Mehrbedarf für Alleinerziehende (mit einem Kind unter 7 sind das 145,.. €) sowie ein Mehrbedarf für Schwangere (ab der 13. SSW,   68,.. €) sowie eine Einmalzahlung für Schwangerschaftsbedarf. Gegengerechnet wird - falls du es bekommst - das Elterngeld.

Gerade der Mehrbedarf Alleinerziehend wird gerne vom Amt vergessen.

Deine Kleine hat einen Anspruch auf einen Regelsatz von 237 € sowie die Hälfte der Mietkosten.  1:1 dagegengerechnet wird allerdings das Kindergeld und der Unterhalt des Vaters.

 Du solltest aber zum Jugendamt gehen und eine Unterhaltsfeststellung machen lassen. Denn schließlich ist dein Mann - falls er leistungsfähig ist - zur Zahlung von Kindesunterhalt verpflichtet.

Dasselbe gilt für Betreuungsunterhalt für dich. Die meisten Jobcenter weisen sehr bald darauf hin, dass diese "Einkommen" (Unterhalte) vorrangig vor ALG II  sind und du dich darum kümmern musst.

Ich hoffe, ich habe das verständlich erklärt, ohne dich damit zu überfrachten.

Egal, wie es bei euch ausgeht - ich wünsche dir alles Gute, für dich und deine (bald) zwei Zwerge.

Alles Liebe
Anne

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Einen gemeinsamen Mietvertrag könnt ihr auch nur gemeinsam kündigen.

Für bis zu 6 Monaten wird das JobCenter die Wohnung weiter in vollem Umfang bezahlen. Bis dahin hast du Zeit deine Kosten der Unterkunft zu reduzieren. Wie du das machst, ist deine Sache. Du könntest also z.B. auch einen teil der Wohnung untervermieten

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Kommentar von isomatte
13.05.2016, 13:31

Das Jobcenter wird einen Teufel tun !

Solange sie nicht alleine im Mietvertrag steht wird hier nichts voll übernommen,auch keine 6 Monate,denn er muss dann seinen Anteil immer noch selber zahlen,auch wenn er nicht mehr da wohnt.

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Er kommt aus dem Mietvertrag nur raus wenn ihr gemeinsam kündigt,solange das nicht passiert ist bekommst du nur 2 / 3 bzw.nach der Geburt des 2 Kindes 3 / 4 der KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) gezahlt !

Wenn der Vermieter dann nach der Kündigung keinen neuen Mietvertrag mit dir macht musst du dir wahrscheinlich eine neue angemessene Wohnung suchen oder sie ist dann nach der Geburt angemessen und du bekommst einen neuen Mietvertrag.

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Er kann seinen Teil nicht kündigen bzw. wäre diese Teilkündigung unwirksam.

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Du wirst vermutlich nicht die volle Miete bekommen, da er mit ihm Mietvertrag steht. Ist er ausgezogen, hat er seine Teil des Mietvertrages zu kündigen. Und sich dort abzumelden beim Einwohnermeldeamt. Dann bist du Mieterin und stehst alleine im Vertrag. Er wird schon Geld haben. Er ist dir unterhaltspflichtig. Schau nach dir selbst, dass du überlebst und hab kein Mitleid mit ihm. Er hat dich verlassen. 

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Kommentar von Sunflower1806
12.05.2016, 21:17

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass er sich bereits umgemeldet hat. Falls das was zu sagen hat. 

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Kommentar von anitari
13.05.2016, 07:53

Ist er ausgezogen, hat er seine Teil des Mietvertrages zu kündigen.

Das geht gar nicht bzw. wäre unwirksam.

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