Muss mein Chef Rücksicht auf muslime nehmen?

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12 Antworten

Assalamu alaikum,

zuerste einmal muss dein Chef keinerlei Rücksicht auf Muslimisches Essen, auf Essen für Vegetarier oder gar Veganer nehmen. Er kann nicht für jeden Mitarbeiter einzeln Essen kochen. Stell dir vor ihr hättet im Betrieb Hindus, Juden, Buddhisten usw.

Aber, man kann mit dem und jedem anderen Chef ja sprechen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Chefs dabei sehr hilfreich sein können. Thema Gebet am Arbeitsplatz und so weiter.

Ich denke ihr seid ein normales Hotel mit normaler Gastronomie. Da ist es üblich, dass es auch normale deutsche Küche gibt. Also oft nichts für Muslime. Deshalb würde ich dir raten, einfach nie etwas dort zu essen. bring dir dein Essen selber mit. Jetzt kannst du auch deinen Chef fragen, ober er die "Essenspauschale" bei dir nicht streichen kann, da du ja tasächlich nie etwas dort ißt.

Ja, und dann gibt es noch die Möglichkeit, den Betrieb zu wechseln. Jedesmal wenn ich Stellenanzeigen ansehe, sehe ich daß Hotels und die Gastronomie händeringend Mitarbeiter suchen. Wenn also dein Chef nicht mitmacht, gehe zu einem anderen.

Ich bin kein Steuerberater, aber das mit dieser Essenspauschale ist vielleicht steuerlich nicht richtig. Weil Essen vom Betrieb einen Geldwerten Vorteil darstellt. Es gibt aber auch in der Gastronomie besondere Regelungen.

Wassalam

mrvbrrn 10.08.2017, 09:04

Wa Alaikum Assalam

Naja ein "normales" Hotel sind wir nicht. 4 Sterne Superior .. Da wird auch nicht immer "deutsch" gekocht, weil wir Gäste aus der ganzen Welt haben. (sind ein beliebtes Tagungshotel) 

Wollte einfach nur wissen wie die rechtslage ist. Vielen Dank fur deine Antwort:)

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Grundsätzlich darf der Arbeitgeber anbieten was er will.

Was er aber nicht darf ist eine mtl. Pauschale vom Lohn abziehen ohne die ausdrückliche Erlaubnis. Er Darf dir auch nur das in Rechnung stellen was du tatsächlich verzehrst. 

Das ist aber für viele Betriebe zu aufwändig (was ich voll nach voll ziehen kann). Leider hat der Gesetzgeber hier ordentlich rumgefüscht. Früher war es üblich das man in der Gastro einfach was gegessen hat. Der Gesetzgeber verlangt aber das dies nun Steuerlich abgesetzt werden muss (Geldwerter Vorteil). Ich glaube der hat sogar Festbeträge festgesetzt die der Arbeitgeber berechnen muss. Dieser Betrag ist dann steuerlich nicht mehr absetzbar. Bin aber kein Steuerexperte und kenne mich da im Detail nicht aus.

Das ist der Grund wieso viele Gastrobetriebe das so mit einer Pauschale abhandeln. Rechtens ist das aber nicht, nur wo kein Kläger...

Ob es dafür ein Gesetz gibt weiß ich zwar nicht, aber ich an deiner Stelle würde einfach mal das Gespräch mit deinem Chef suchen. Denn wie du auch schon sagtest hättest du ja auch Vergetarier sein können. Eigentlich müsste er dafür verständnis zeigen. Ich denke es wäre zumindest diskriminierend, wenn er das ignorieren würde.

Was ist denn das für eine Arbeitsstelle wo es Pflicht ist, in der Kantine oder Küche zu essen ? Ich bin kein Arbeitsrechtler, aber ich bin sicher daß dieser Umstand beseitigt werden könnte wenn sich dagegen jemand wehrt.

Sieht mir eher danach aus daß der Arbeitgeber die Küche bestmöglich auslasten will. Es ist unterm Strich nicht viel Geld, aber es liest sich auch so als hättet ihr nicht viel Auswahl dort.

mrvbrrn 10.08.2017, 01:45

Es gibt ja auch deutsche veganer die mit mir zusammen arbeiten und nichts essen können. Daher verstehe ich die aufregung hier nicht. War einfach eine ganz normale frage ...

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Brunnenwasser 10.08.2017, 01:47
@mrvbrrn

Also ich bin nicht aufgeregt. Aber in Deiner Firma sind es bestimmt einige.

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Mich irritieren da lediglich die Beiträge und deren Differenz. Wobei ich auch anmerke, dass wenn du das auf Tage umrechnest nicht viel ist. 

Rücksicht muss der Arbeitgeber meines Wissens nicht nehmen.

LG 

Thus 

Hallo 

Also du kannst ja mal nachfragen ob sie  auch ein Menü ohne Fleisch anbieten oder eben ein Menü ohne Schwein. Ansonsten kannst du dir ja dein eigenes Essen mitbringen und das Geld wird dir eben nicht abgezogen ist ja voll die Frechheit Man muss schon drauf achten das man menüs erstellt die jeder essen kann 

Ist das essensgeld denn Pflicht oder könnt ihr essen/trinken auch komplett selber mitbringen? 

mrvbrrn 10.08.2017, 01:32

Ja es ist pflicht 

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Ob der Lohnabzug gerechtfertigt ist vermag ich so erst einmal nicht zu beurteilen. Bei der Zurverfügungstellung eines Mittagessens handelt es sich um eine freiwillige Leistung. Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet sich dabei nach Wünschen der Arbeitnehmer zu richten. Heutzutage wäre dem wohl auch gar nicht mehr nachzukommen. Vegan, vegetarisch, koscher, salzarm, kohlenhydratfrei etc.

Sicherlich ist es immer zu empfehlen ein offenes Wort an den Arbeitgeber zu richten. Der Verzicht auf Schweinefleisch sollte nicht so schwierig sein und ist möglicherweise darstellbar. Ein Anspruch des Arbeitnehmers auf eine entsprechende Umstellung besteht allerdings nicht

LancelotIV 11.08.2017, 22:40

Robert Mudter:

Die persönlichen Wünsche der Arbeitnehmer bei der Verpflegung ausgeklammert, greift da nicht (GAV) Gesamtarbeitsvertrag der für die Gastrobetriebe verbindlich ist und wonach der Arbeitgeber, selbst wenn der Arbeitnehmer einverstanden ist, nur ein Abzug für die tatsächlich eingenommene Mahlzeit verrechnen darf. Und für solche Lohnabzüge eine schriftliche Vereinbarung getroffen werden muss, die für die Mitarbeiter nachvollziehbar ist?

 

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Mit etwas guten Willen kann jeder Koch ein Menü mit verschiedenn Beilagen zusammenstellen.

Ist ja nicht so, das es jeden Tag nur Eintopf zu essen geben sollte.

Rede mit deinem Chef, ob er eine Ausnahme machen kann, dass du an diesen Tagen, nicht isst, sondern dein eigenes Essen mitnehmen darfst. Fertig.

Nein, er darf Dir nicht ohne weiteres Lohn für Essen abziehen.

Selbst wenn der Arbeitnehmer mit dem Abzug einverstanden ist darf der Betrieb grundsätzlich nur Mahlzeiten verrechnen die tatsächlich eingenommen wurden.

Erläuterung (GAV) Gesamtarbeitsvertrag für die Gastrobetriebe der verbindlich ist.

Für solche Vereinbarungen braucht es eine schriftliche Vereinbarung, die für die Mitarbeiter nachvollziehbar ist.

Wenn Du in der Kantine keine Mahlzeiten des Arbeitgebers zu Dir nimmst, darf er Dir auch keinen Lohn dafür einbehalten.

Du kannst Dich auch an Verdi (NGG) Gewerkschaft Nahrung und Genuss wenden.

 

Wenn das Essen nicht genießbar ist,  darf er dafür  kein Geld nehmen.

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