Muss man zwangsläufig gläubig sein, wenn man einer Religionsgemeinschaft angehört?

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15 Antworten

Selbstverständlich muss sich jemand zu den Inhalten einer religiösen Gemeinschaft bekennen, der er angehört.

Die Frage ist aber, wie man dieses "Bekenntnis" messen will. Beim Eintritt eines Erwachsenen in eine solche Gemeinschaft legt er ein Bekenntnis ab. Aber wie sieht es aus, wenn jemand schon lange dabei ist und manches nach Routine aussieht? Soll man ihm den Glauben absprechen?

Jemand, der sich zur Kirche hält (um nur diese Variante einer Religionsgemeinschaft zu nennen), auch wenn das ein gelegentlicher Besuch oder eine gelegentlich praktizierte Aktivität ist, würde ich als Mitglied betrachten. Ich denke, man sollte auch die Kirchensteuerzahler auch nicht so verächtlich behandeln, wie es hier auf GF geschieht. Oftmals gibt es Glauben, der neu erweckt werden muss. Es gibt, nach biblischer Aussage, sogar "toten Glauben", der neu lebendig werden muss. Wer will das denn alles richtig beurteilen?

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Kommentar von Schreiberlilli
06.10.2010, 15:40

Sonnenschnauz, was für Dich selbstverständlich ist, muss nicht für jeden so gelten. Schön, dass Du es für Dich so sagen kannst. Ich entnehme Deiner Antwort, dass eine Religionszugehörigkeit aus Traditionsbewusstsein nicht in Frage kommt, wenn hier der Glaube fehlt. Habe ich Dich so richtig verstanden? Ansonsten korrigiere mich bitte.

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Man kann dazu stehen wie man will. Heute ist es so, dass ein großer Teil nur noch Kirchensteuer zahlt und sonst mit der Kirche wenig am Hut hat. Lediglich an Weihnachten sind die Kirchen voll. Warum?, es ist halt Tradition.

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Kommentar von Monty45
10.10.2010, 00:25

Wahrscheinlich nicht mehr lange.....

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Ich habe das hier im Netz (Wiki) gefunden:

Als Religion (lat: religio, zurückgeführt auf religere = immer wieder lesen; oder religare = zurückbinden) bezeichnet man eine Vielzahl unterschiedlicher kultureller Phänomene, die menschliches Verhalten, Handeln, Denken und Fühlen prägen und Wertvorstellungen normativ beeinflussen. Es gibt keine wissenschaftlich allgemein anerkannte Definition des Begriffs Religion

Für Christen ist Glaube keine antike oder mittelalterliche Vorstufe vom Wissen (etwa also eine verminderte Form der Naturwissenschaft), die entschwinden muss, wenn das „echte“ Wissen kommt, sondern etwas vom Wesen her anderes. Es ist kein bloßes Für-wahr-Halten, auch keine Vermutungsäußerung damit gemeint, etwa wie im deutschen Satz: ‚Ich glaube, dass es morgen regnet.‘ Dann bedeutet glauben so viel wie meinen. Dieses „glauben, dass“ entspricht nicht dem Sinn des griechischen Wortes - im Gegensatz zum ‚ich glaube an‘ oder ‚ich glaube dir‘, was dem griechischen Wortstamm entspricht. Dann heißt es so viel wie: ‚Ich traue dir, ich vertraue dir, ich kann auf dich bauen. Ich habe eine Gewissheit, die weniger aus Berechnungen und Experimenten kommt.

Daraus ergab sich meine Fragestellung, weil ich von der Logik ausging, dass eine "Mitgliedschaft" in dem "Verein" Kirche durch die Kindstaufe zu Stande gekommen ist, die in der Regel von den Eltern veranlasst wird. Sie bestimmen, dass überhaupt eine Taufe stattfindet und auch in welcher Religion und auch die Konfession. Zu dem Zeitpunkt kann ein Kind, meist ein Baby oder Kleinkind doch noch gar nichts von Glaube oder Nichtglaube wissen und sich weder dafür noch dagegen entscheiden.

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Da die Kirche, die Du anscheinend mit "Religionsgemeinschaft" meinst, auf dieser Erde existiert, hat sie eine Form. Das kann eine KdöR sein oder ein e.V. oder sonstwas, aber auf jeden Fall eine Gemeinschaft eigenen Rechts. Das wäre sie selbst da, wo sie verboten wäre und nur im Untergrund existiert, wie z.B. in manchen islamischen Ländern (und vielleicht in mittlerer Zukunft bei uns?).

Zu dieser äußeren Form gehören Menschen, aus verschiedensten Gründen. Das können auch Gründe sein, die mit dem Glauben wenig zu tun haben. Ich kenne sogar Atheisten, die bewußt in der Kirche bleiben, weil sie finden, daß ihre Kirchensteuer gut angelegt sei, echt. Oder aus Tradition, oder so. Deswegen bleibt die Kirche aber eine Glaubensgemeinschaft. Ein Fußballverein bleibt auch ein Fußballverein, auch wenn einer nur deswegen Mitglied ist, weil er der örtliche Getränkehändler ist.

Die Alternative wäre ein Glaubens-TÜV. Das wäre aber unchristlich und würde uns bald zur unduldsamen Sekte machen. Also lassen wir den lieben Gott selber sortieren. Steht ihm ja auch zu und nicht uns.

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NEIN, das ist zumindest in er Praxis quatsch. Ich kenne viele Katholen und Evangelen die sind ich würde Sagen frei denkende Menschen. Sind trotzdem in der Kirche. Im allegemeinen finden die das mit dem lieben Gott etwas naiv. Also nichts mit "Glaubensbekenntnis" an das man auch glaubt...

Ach da fällt mir ein: Was meinst Du welches Kind überhaupt weiß was bei der Taufe passiert. Es glaubt noch nicht an das was Ihm beim Rabbi, Pastor, Pfarrer, Religionsunterricht alles beigebarcht wird. Kann es gar nicht...

Und die Gedanken sind frei!

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Kommentar von Schreiberlilli
07.10.2010, 23:21

@Theo!

Kinder, besonders wenn sie noch klein oder sogar Babies sind, haben natürlich keinen Durchblick, was die Taufe bezweckt. Aber irgendwann gibt es dann die Kommunion und später die Firmung bei den Katholiken und die Konfirmation bei den Protestanten. Spätestens dann wissen sie es und können sich entscheiden, ob sie die Taufe bekräftigen wollen oder lieber nicht, weil ihnen der Glaube fehlt. Konseqenterweise müssten sie in letzt genannten Fall ihren Austritt aus der Religionsgemeinschaft bekanntgeben. Darauf zielt meine Frage ab, ob sich der Nichtglaube und die Zugehörigkeit vereinbaren lassen. Ich vermute auch, dass viele nur pro Forma in der Kirche sind, aber ich weiß es nicht. Spricht man mit den Menschen, dann wird meist von Tradition gesprochen, selten von Glaube.

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...deine frage implantiert eigentlich schon die antwort. jede religionszugehörigkeit, zumindest die ,durch die jeweilige geburt,ist immer mit massivem gesellschaftlichen druck verbunden... will sagen, dass es immer noch von der geburt abhängig ist, wo man/frau mehr oder weniger zufällig geboren worden ist, und in welcher gesellschaft man/frau aufgewachsen und wie erzogen worden ist. ob das aber eine gläubigkeit erklärt, halte ich für gläubiges unwissen, und wird aus gesellschaftlichen gründen immer noch massiv erzwungen, und immer noch bis zur letzten konsequenz. deshalb halte ich die meissten "dahinein-geborenen" ,für stark opportunistisch!! da jede religion sich immer recht leicht vor den karren der macht spannen lässt, und religiöse viel leichter zu beeinflussen sind, ein feindbild gegenüber anders-oder gar ungläubigen, auzubauen, und, na sage ich mal, die leichtgläubigen einfach nicht aussterben, wird es noch lange,lange religionen geben!!und eine tradition bleiben, die den fortschritt der menschheit sehr stark behindert....

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Kommentar von Schreiberlilli
07.10.2010, 23:09

Danke für Deinen interessanten Beitrag @rubincon! Ist es gläubiges Unwissen oder unwissender Glauben? Das wäre noch mal ein Fragestellung für sich. Ebenso wie diese, ob ein Fortbestand der Religionen den Fortschritt der Menschen behindert oder nicht eher der fanatische Glaube.

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Nein, viele Menschen sind nicht gläubig auch wenn sie irgendwie zu einer Religion gerechnet werden. Das liegt daran, dass man in eine Religion hineingeboren wird und es sich erst mal nicht aussuchen kann. Da ein Austritt aus einer Religion einem Gesellschaftsaustritt gleichkommt, bleiben die meisten Leute einfach offiziell der Religion angehörig, selbst wenn sie mit den jeweiligen Dogmen nichts am Hut haben.

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Kommentar von Schreiberlilli
06.10.2010, 12:56

Das ist es, was ich meine. Religonszugehörigkeit aus Tradition aufgrund einer gesellschaftlichen Verpflichtung. Das hat mit Glaube nichts zu tun. Deshalb dachte ich bisher immer, Glaubensgemeinschaft hat nichts mit Religionsgemeinschaft gemeinsam. Jedenfalls heute nicht mehr. Früher mag das anders gewesen sein.

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Zwangsläufig natürlich nicht. Die grossen Kirchen sind auch so froh wenn nur einer ihre Kirchensteuern bezahlt.

Gläubig zu sein ist angebracht, sonst ist man ja eine MOGELPACKUNG.

Die Statistiken der Kirchenmitglieder sind voll mit Leuten, die sich ihr eigenes Gottesbild zurechtgezimmert haben. Die meisten haben doch irgendeinen Patchwork-Glauben aus verschiedensten Einflüssen.

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Kommentar von Schreiberlilli
07.10.2010, 23:03

@freto

Bei Deinem Beitrag gefallen mir Deine fettgedruckten Worte besonders gut! Sie haben die Hervorhebung verdient! Ich schätze, Du bringst es auf den Punkt, was das Gros der Mitglieder in den beiden großen Hauptkirchen ausmacht. Danke.

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Nein, muss man nicht. Wert wollte das prüfen und wie?

Auch in der Praxis ist es nicht so. Nach einer Allensbachumfrage haben sich 8% der Mitglieder der Katholischen Kirche als Atheisten bezeichnet.

Bei den evangelischen Pfarrern glauben über 30% nicht mehr an die Göttlichkeit Jesu oder an die unbefleckte Empfängnis.

Man kann also genau so als Ungläubiger einer Religionsgemeinschaft angehören wie umgekehrt auch ohne Kirche gläubig sein.

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Kommentar von Schreiberlilli
07.10.2010, 23:13

Danke @Spaghettus für Deinen Beitrag. Stand in den Ergebnissen der Allensbachumfrage auch der Grund für eine Verbleib als zahlendes Mitglied einer Religionsgemeinschaft ohne Glaube.

Ich würde ja gerne einmal die Atheisten nach deren Beweggründen fragen.

Ebenso würde mich interessieren, warum selbst Pfarrer ungläubig sind.

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Um in eine Religionsgemeinschaft aufgenommen zu werden, muss man ein Glaubensbekenntnis ablegen - also ohne geht es nicht.

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Kommentar von Dummie42
06.10.2010, 12:30

Klar geht das, denn normalerweise wird man in eine Religionsgemeinschaft rein geboren und die Eltern bestimmen für einen.

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Kommentar von schelm1
06.10.2010, 12:30
Was haben Sie denn so bei Ihrer Taufe dahergebrabbelt?

Immerhin gehört man durch die Taufe einer der christlichen Relionsgemeinschaften, zumindest in Deutschland, an.

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Nö, man muss auch nicht ungläubig sein, nur weil man keiner Religionsgemeinschaft angehört.

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welchen sinn soll denn dann ein glaubensbekenntnis deiner meinung nach haben?

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Kommentar von Schreiberlilli
06.10.2010, 15:36

Und welchen Sinn ergibt jetzt Deine Gegenfrage auf meine Frage?

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in vereinen gibt es nichtaktive zahlende miotglieder.


in der religion ist das ähnlich. ich war zahlendes mitglied (kirchensteuer), bis ich entlaufen bin.


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Kommentar von Schreiberlilli
06.10.2010, 12:59

So kann man es auch sehen!

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Zumindest ist es sonst inkonsequente Heuchelei.

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Absolut nicht!

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