Muss man wenn man meditiert lmmer Meditationsmusik hören?

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4 Antworten

Ich bin Buddhist, habe ein paar Jahre Meditationserfahrung und kann dir versichern, dass Musik absolut nicht notwendig für eine Meditation ist. :-)

Man sollte nicht vergessen, dass Techniken zur Meditation schon vor mehreren tausend Jahren in verschiedenen Kulturen entwickelt wurden und damit gänzlich unabhängig voneinander.

Meditation gab es also lange bevor geschäftstüchtige Produzenten etwas Naturgeräusche vom Band mit ein paar schwebenden Synthesizer-Klängen und asiatischen Instrumenten kombinierten.

Was ist Meditation?

Meditation ist nach meinem Verständnis in erster Linie auch keine bestimmte Technik, sondern ein Zustand entspannter Achtsamkeit - weder schläfrige Trance, noch angespannte Konzentration.

Letztlich kann jede achtsam ausgeführte Tätigkeit - etwa Gehen, oder Essen - zu einer Form von Achtsamkeitsmeditation werden.

Musik ist also absolut nicht erforderlich, sondern kann sogar einschläfernd wirken, was nicht Sinn der Meditation ist.

Techniken

Manche Menschen nutzen die achtsame Beobachtung des Atems und der Körperwahrnehmung als Möglichkeit zur Meditation - vermutlich eine der ältesten Formen meditativer Übung überhaupt.

Andere Lehren empfehlen die Verwendung eines Mantras, also einer heiligen Formel, auf deren Wiederholung die Achtsamkeit gerichtet wird.

Ich persönlich bin bei dieser Form skeptisch, da sie irgendwann unbewusst durchgeführt und dann eher Trance fördern kann.

Andere Lehren nutzen dagegen Visualisierungen - also die bildhafte Vorstellung. So wird zB auf eine Statue oder Kerzenflamme geblickt und im Geist dieses Objekt so genau wie möglich bildlich vorgestellt.

Praktisch jede Religion und spirituelle Tradition kennt ihre eigenen meditativen, oder kontemplativen Techniken, so dass man den für sich passenden Zugang zur Meditation finden kann.

Die meisten davon kommen ohne jede Musik aus

Ziel der Meditation

Anbieter von Meditationskursen oder DVDs/CDs machen teilweise unterschiedliche Versprechungen über angebliche Effekte der Meditation.

Entspannung, Stressfreiheit, Angstverringerung, Konzentrationsfähigkeit, Schmerzmanagement - es werden viele Versprechungen gemacht.

Gerade von Anhängern der umstrittenen "Transzendentalen Meditation" (TM) wird sogar behauptet, die Intelligenz könne gesteigert werden.

Solche Versprechungen werden teilweise mit wissenschaftlichen "Studien" belegt - nur dass sie etwa an Instituten durchgeführt wurden, die selbst zur TM-Bewegung gehören, also nicht neutral sind.

Was ist also wirklich das Ziel von Meditation?

Meiner Meinung nach sind alle positiven Auswirkungen, die man möglicherweise erfährt, lediglich angenehme Nebeneffekte, die man nicht überbewerten sollte.

Ich bin der Ansicht, man sollte Meditation ohne ein bestimmtes Ziel üben, also ohne sich irgendwelche Vorteile davon zu versprechen, oder etwas zu erwarten. Meditation ist kein Optimierungswerkzeug.

Der Grund dafür ist, dass jede Wunschvorstellung unseren Geist weiter beschäftigt und er dadurch schlechter zur Ruhe kommt.

"Einatmen,...Ausatmen....Einatmen...bin ich schon entspannt?....Ausatmen..... Einatmen....komisch, ich spüre gar keine Wärme? Im Buch stand doch man würde Wärme spüren....also wirkt...huch, ich wollte ja beim Atem bleiben..."

Wenn man sich also keine besonderen Vorstellungen davon macht, was man möglicherweise erfahren könnte, ist man viel offener für die eigentliche Erfahrung der Achtsamkeit.

Wer immer wünscht, Visionen vom heiligen Geist zu haben, der wird sie irgendwann auch haben - aber nicht, weil etwas übernatürliches geschieht, sondern weil das Gehirn genau jene Halluzinationen produziert, die man herbeiwünscht. Es bleibt ein Hirngespinst.

Also am besten gar keine Absicht mit der Meditation verfolgen, sondern einfach offen für den Moment, die gegenwärtige Erfahrung, sein.

Gefahren der Meditation

Solltest du an einer psychischen Erkrankung leiden, solltest du Meditation nicht ohne Rücksprache mit deinem Psychiater durchführen.

Durch das fließen lassen der Gedanken und die Achtsamkeit können auch verdrängte Bewusstseinsinhalte wieder aufsteigen und ins Gedächtnis zurückkehren, was zu einer Retraumatisierung führen kann.

Sofern also eine psychische Erkrankung vorliegt, sollte man nicht einfach auf eigene Faust losmeditieren.

Außerdem gibt es verschiedene Psychogruppen und Kulte ("Sekten"), die mit Meditationsangeboten neue Anhänger ködern wollen.

Wenn man also einen Kurs besucht, was ich grundsätzlich immer empfehle, sollte man sich vorher über den Hintergrund des Lehrers bzw. der anbietenden Organisation informieren.

Beachtet man diese Dinge und überanstrengt sich nicht, ist Meditation genau so gefährlich wie rumzusitzen und nichts zu tun. ;-)

Soweit meine allgemeinen Ausführungen. Solltest du noch Fragen haben, helfe ich dir gerne weiter. :-)

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Kommentar von Enzylexikon
27.02.2017, 18:49

Vielen Dank für den Stern. :-)

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Nein, es ist nicht notwendig. aber du kannst die Meditation mit Binnurale Frequenzen kombinieren. Ich meditiere ohne Musik. Die Auswirkung der Musik kann Unachtsamkeit bringen, oder das limbische Gehirnareal beeinflussen. D.h dein Gehirn ruht nicht, sondern filtert die Reize. Je nach Person, ist es individuelle. Wenn du dich dadurch entspannter und ausgeglichener fühlst. Dann: Weiter so!

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Nein, selbstverständlich nicht. Die Musik ist eher eine Unterstützung für Anfänger. - Viel wichtiger als Musik ist, worauf Du Deinen mind, also Deinen Bewusstseinsstrom, während der Anbetung richtest.

Ich als Christin richte ihn z.B. auf JESUS. Man kann ihn aber auch auf die Gottsuche allgemein richten, oder auf das reine Nichts. Oder auf ein Mantra, ein inneres Bild, ein Bekenntnis etc.

: )

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Muss nicht. Aber Medi mit Samsara Musik kommt gut

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Kommentar von JousafPi12345
28.02.2017, 20:01

Ja watten jetzt. Ja oder nein? 

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