Muss man Mitleid mit den Leuten haben die ihm Müll nach Pfandflaschen wühlen?

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11 Antworten

Mitleid muss man nicht unbedingt haben. 

Das machen ganz verschiedene Leute: Einige brauchen jeden Cent, andere bessern ihre Haushaltskasse oder Rente auf, wieder andere machen das tatsächlich als Hobby oder so routiniert, dass sie nicht mehr darüber nachdenken. Eine Bekannte von mir hat keine Scham dabei und verdient damit in guten Monaten bis zu 900 €. Sie ist Rentnerin und hat so eine Tagesaufgabe, macht das aber auch sehr organisiert mit Wagen, Gartenhandschuhen und Zeitplan bzw. sie sammelt lukrative Ecken und Zeiten (Stadtfest etc.).

An vielen Mülleimern kleben hier Aufkleber, dass Flaschen bitte neben den Mülleimer gestellt werden sollen, damit andere noch den Pfand bekommen. So muss auch keiner im Müll wühlen.

Es gibt sicher Leute, die sich dafür schämen und mit denen darf man auch Mitleid haben, es gibt aber auch andere, die das wirklich als (zusätzliche) Einkommensquelle oder eben Beschäftigung machen und mit denen braucht man kein Mitleid zu haben.

Nur herabsehen sollte man nicht auf Leute, die im Müll wühlen.

Ich persönlich verstehe nicht, warum viele das ohne Handschuhe machen, weil man doch in Scherben, Ausgelaufenes oder offen gerissene Hundekot-Tüten fassen könnte. Richtig organisiert (Handschuhe, Wagen/ Trolley, lukrative Route und Tageszeit) kann es mindestens den Rang eines Nebenjobs haben.

Wenn ich irgendwo Pfandflaschen liegen sehe, nehme ich die auch mit - ich würde mich ja auch nach Kleingeld bücken. Mit mir muss man aber kein Mitleid haben, hauptsächlich mache ich das

  • zum einen, weil ich es unsinnig finde, quasi bares Geld in den Müll zu werfen,
  • zum anderen aus ökologischen Überlegungen: zurückgegebene Pfandflaschen werden (je nach Typ mehr oder weniger) sinnvoll wieder verwendet, im Müll gehen sie auf die Kippe und belasten unnötig die Umwelt.

Anders sieht es bei den Leuten aus, die das machen müssen, weil ihr sonstiges Einkommen zu gering ist, um zu überleben - mit denen habe ich Mitleid, und denen würde ich auch mal meine gefunden Pfandflaschen abgeben ;-)

Außerdem habe ich vor diesem Leuten Respekt, weil sie

  • sich für diesen "Job" nicht zu schade sind,
  • lieber selber was tun als zu schnorren oder zu betteln und
  • außerdem noch was für die Umwelt tun (s. o.)

Für mich drängt sich bei diesem "Job" aber immer ein ganz anderer Gedanke auf:

Wenn man mit Flaschensammeln (also mit dem, was die anderen wegwerfen), im Extremfall soviel oder sogar mehr verdienen kann als mit einem "normalen" Beruf (habe neulich einen Bericht über jemanden gesehen, von dem will das Finanzamt jetzt Steuern darauf kassieren), dann kann es dem Großteil der Bevölkerung eigentlich so schlecht nicht gehen, wie man anhand des ständigen Gejammers eigentlich denkt ...

Nein man sollte sie bewundern das sie umweltbewusst handeln und sich so ein Zubrot verschaffen. 

Wenn sie wirklich drauf angewiesen sind, kann man schon Mitleid empfinden, wegen der vermutlich sehr schlechten Lebensumstände.  

ich habe Mitleid mit Leuten, die arbeiten wollen, aber keine Arbeit bekommen, oder mit Leuten, die 40 Jahre gearbeitet haben, und jetzt die Rente nicht reicht.

Kein Mitleid habe ich mit Leuten, die alle ALG2-Hintertürchen kennen, arbeiten könnten, aber nicht wollen, und es sich bequem zuhause mit Hartz4 eingerichtet haben. Und wenn sie eine Einladung wegen der beruflichen Situation bekommen, schnell mal den Arm an den Türrahmen knallen und dann mit ner Gipsschiene und ner Krankmeldung auftauchen.

Es ist keine Erfindung, ich kenne so ein Subjekt. es ist Mitglied meiner Familie, gott sei dank aber nicht blutsverwandt mit mir

Ich denke, man sollte mit beiden Mitleid haben: Mit denen, die Flaschen aus dem Müll sammeln, weil die nicht genug zum Leben haben und es traurig ist, dass es in unserer reichen Gesellschaft immer noch Leute gibt, die das machen müssen. Und dann sollte man mit den Menschen Mitleid haben, die Pfandflaschen in den Müll werfen, weil sie in solchem Überfluss leben, dass sie es nicht mehr nötig haben, sich das Pfand zurück zu holen.

Es zwingt dich keine dazu.
Genauso wenig wie, auf diese Menschen hochnäsig herab zu sehen.

-mitleid = nein

-mitgefühl = ja

Hättest du MItleid mit jemandem, der sich auf der Straße nach 25 Cent bückt?

Es ist ein Unterschied, die Flasche, die auf dem Boden liegt aufzuheben und ihn aus dem Mülleimer mit dem ganzen Dreck rauszufischen und sich die Finger dreckig zu machen...............

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auch das sind menschen...ich versteh das problem nicht

Ich weis nicht bei mir im Dorf machen das sich ganz normale Rentner wenn sie ihre alten Flaschen wegbringen....

Kenne auch einen Rentner der dadurch seine Rente aufbessert.Der sucht abends immer die Züge ab.

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Ist schon traurig das die das machen müssen weil die Rente nicht reicht.

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