Muss man in diesem Fall als Zeuge noch mal vor Gericht erscheinen?

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7 Antworten

Du hast einen Diebstahl beobachtet - es geht also um einen Strafprozess. Im deutschen Strafprozessrecht gibt es keine "Parteien", denn er ist kein Parteienprozess. Anders ist das im Zivilrecht. Hier gibt es Parteien. Wenn von denen dann eine nicht erscheint, kann ein sogenanntes Versäumnisurteil ergehen - das bedeutet, das Gericht beurteilt den Fall so, wie er von der Partei, die anwesend ist, geschildert wurde. Das ist dann natürlich in der Regel zum Nachteil der abwesenden Partei.

Anders ist es im Strafprozess. Hier kann nicht verhandelt werden, wenn eine der Personen nicht da ist, deren Anwesenheit vorgeschrieben ist. Und dazu gehört der Angeklagte. In dessen Abwesenheit darf nicht verhandelt werden - daher wird dann die Verhandlung vertagt. Eine Taktik der "Partei", wenn du den Beschuldigten so nennen willst, ist das sicher nicht. Jedenfalls keine gute. Denn dem Angeklagten, der nicht zum Gerichtstermin erscheint, erwachsen dadurch in der Regel nur Nachteile - er kann zwangsweise vorgeführt werden, gegen ihn kann sogar ein Haftbefehl erlassen werden; außerdem steigen die Prozesskosten, die der Angeklagte im Falle einer Verurteilung tragen muss.

Wenn du wieder nach Hause geschickt wurdest, so konntest du ja dennoch die Kosten, die dir dadurch entstanden sind (Anfahrt, Verdienstausfall etc.) wiederbekommen - ich hoffe, du hast dir das Geld auch geholt.
Jedenfalls wirst du auch beim nächsten Mal diese Kosten erstattet bekommen.

Wenn du zum nächsten Mal wieder zur Gerichtsverhandlung geladen wirst, so wirst du wieder kommen müssen - ob es dir passt oder nicht. Denn auf die Befindlichkeiten und Bequemlichkeiten eines Zeugen nimmt das Gericht in aller Regel keine Rücksicht, und das ist auch richtig so. Schriftlich wirst du deine Angaben nicht machen können - das ist nämlich nur in sehr begrenzten Ausnahmefällen erlaubt. Im deutschen Strafprozess gilt nämlich der sogenannte Grundsatz der Mündlichkeit, von dem es nur wenige enge Ausnahmen gibt.

Also: Nächstes Mal wieder hingehen, deine Aussage machen, die Aufwandsentschädigung und Kosten kassieren, und darauf hoffen, dass der Angeklagte beim nächsten Mal direkt erscheint.

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Kommentar von laserata
30.09.2016, 00:16

Ok, danke für die Infos. 

Auf einen Punkt möchte ich noch hinweisen. Ich zitiere dich:

"Denn auf die Befindlichkeiten und Bequemlichkeiten eines Zeugen nimmt das Gericht in aller Regel keine Rücksicht, und das ist auch richtig so."

Bezüglich der "Befindlichkeiten und Bequemlichkeiten" des Zeugen, also meine: Wenn es mich nicht gäbe, gäbe es diesen Prozess nicht, der Bestohlene wäre bestohlen worden, und der Krankenwagen wäre wahrscheinlich deutlich später gerufen worden. Dass die Straftat entdeckt wurde und dass der Bestohlene sein Geld dann doch nicht verlor, da die Polizei das nach dem Eintreffen sofort aufklärte, liegt allein an mir, da nur ich die Straftat als solche erkannt hatte und die Polizei gerufen hatte (die beiden anderen Zeugen gehörten zu den Leuten, die erst durch meinen Polizeiruf später noch dazutraten.

Im lapidaren Umgang mit Zeugen - die ja ohnehin sehr wichtig für einen Prozess sind -  aber vor allem in diesem Fall mit dem einzigen Zeugen, der das Ganze überhaupt aufgedeckt hatte - also im Umgang mit mir - vermisse ich deutlich einen gewissen Respekt vor dem Verhalten, das aktiv zur Entdeckung einer Straftat geführt hat. Frag mich nicht, wie motiviert ich bin, in einer zukünftigen Situation dieser Art stehen zu bleiben und die Polizei zu rufen... (das wirklich Wichtigere war letztendlich wohl auch der Krankenwagen gewesen).

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Wenn die Verhandlung vertagt werden musste, weil jemand nicht erschienen ist, dann wird eben ein neuer Termin angesetzt, zu dem du wahrscheinlich auch wieder geladen wirst.

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Taktik der Gegenseite dürfte es nicht sein, denn die durch das Nichterscheinen entstandenen Kosten - auch dein Zeugengeld - muss der Versäumte bezahlen. 

Bekommst du also eine zweite oder dritte Ladung, gehe dahin und mache jedesmal deine Kosten geltend. 

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Kommentar von laserata
29.09.2016, 20:36

Wegen der Kosten lohnt sich das bei mir nicht. Ich verbrate nur meine Lebenszeit, die nicht entschädigt wird. Als Freiberufler habe ich keinen Verdienstausfall eines Angestelltengehalts, und die Fahrtkosten zum Gericht betragen ca. 1 Euro...

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Wenn du als zeige vorgeladen wurdest musst du leider erscheinen bzw. Du musst nur erscheinen wenn ein Richter und Rechtsanwälte auch dort sein werden

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Wenn das Gericht oder eine der Verhandlungsparteien dich lädt, hast du zu erscheinen.

Als Zeuge kannst du Zeugengeld bekommen, wenn du Auslagen hattest.

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laserata:

Dir steht doch Zeugengeld zu.

Erscheinen mußt du, es sei denn, dass du das Gericht schriftlich überzeugen kannst, nach so langer Zeit nach dem "Vorfall" nicht mehr sagen zu können, als im Polizeiprotokoll steht.

Du hälst doch hoffentlich eine Abschrift oder Fotokopie des Vernehmungsprotokolls in Händen.

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Kommentar von laserata
29.09.2016, 20:31

Ich bekam kurz nach dem Vorfall Post mit der Bitte um eine Schilderung des von mir Beobachteten. Das verfasste ich dann schriftlich und ausführlich und schickte zurück. Das Dokument ist auf meinem Computer. MEHR weiß ich jetzt nach Monaten bestimmt nicht. Wenn überhaupt, dann etwas weniger. Aber guter Tipp deinerseits!

PS: Meine schriftliche Schilderung ging an die Polizei, wenn ich mich recht erinnere. Das war ein Formular, ich konnte jedoch ein "Zusatzblatt" verwenden. Daher schrieb ich alles auf besagtes "Zusatzblatt", was ich hier auf meiner Festplatte habe.

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Bekommst Du eine Ladung Musst   Du erscheinen.Um den Täter zu Identifizieren.

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Kommentar von laserata
29.09.2016, 20:13

Um die Täteridentifizierung kann es eigentlich nicht gehen. Als ich nämlich die Polizei gerufen hatte, kam sie, während der Täter noch da war. Ich sagte also vor Ort der Polizei "der isses", und die Polizeit kümmerte sich dann um diese Person.

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