Muss man Gewerkschaftmitglied sein um den Betriebsrat zu beanspruchen?

5 Antworten

Selbstverständlich kann jeder AN, egal ob Gewerkschaftsmitglied oder nicht, den Betriebsrat besuchen, sein Anliegen schildern, um Hilfe bitten und sich beraten lassen.

Gerade bei Kündigungen sollte jeder AN zum Betriebsrat gehen.

Der Betriebsrat weiß wann der AN warum gekündigt wird und kann daher i.d.R. auch Auskunft geben. 

Wenn wir eine Kündigung "auf den Tisch" bekommen, gehen wir selbst auf den AN zu oder der Vorgesetzte der die Kündigung übergibt erklärt dem AN dass er das Recht und die Möglichkeit hat den BR aufzusuchen.

Meist wird das Angebot auch angenommen.

Ehemalige BR sind auch in der Geschäftsführung und haben sogar Kündigungsvollmacht. Das kann dann bedeuten, dass es vom BR nicht so Ernst genommen wird, wenn ein AN sich Hilfe beim BR sucht. 

Ausserdem ist schon alles getan worden, der BR ist vor dem Ausspruch einer Kündigung angehört worden.

Falls es nicht so sein soll, kannst Du ja beim BR anfragen, und ob dort dieser Kündigung widersprochen worden ist. Wenn Du es nicht machst erfährst Du es im Prozess vor dem Arbeitsgericht. Dazu mußt Du aber erstmal klagen.

Was ich nicht richtig finde, ist, dass wenn eine fristlose Kündigung ausgesprochen ist, der gekündigte gleich Hausverbot bekommt. Das Recht mit dem BR zu sprechen hat er dann nicht.

Sind es Märchen, was ich gerade geschrieben habe?

Nein, ich habe es so erlebt!

Nein, muss man nicht.

Der Betriebsrat ist ein Gremium nach dem Betriebsverfassungsgesetz, und hat somit mit der Gewerkschaft grundsätzlich nichts zu tun.

Der Betriebsrat hat für jeden Beschäftigten da zu sein und darf keine Unterscheidung in der Behandlung zwischen Gewerkschaftsmitgliedern und Nichtmitgliedern vornehmen.

Auch wenn in der Realität meist eine enge Zusammenarbeit zwischen Betriebsratsgremien und Gewerkschaften gegeben ist, darf Nichtmitgliedern keinesfalls ihre Betriebsrätliche Betreuung vorenthalten bleiben

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