Muss man für den Beruf als Tierheilpraktiker/in studieren?

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1 Antwort

Hallo baxx234, nein für den Beruf des Tierheilpraktikers muß man nicht studieren. Den Ausdruck "Beruf" muß man auch etwas klar stellen. Beruf als Tätigkeit die ich ausübe um mein Geld damit zu verdienen ja, Beruf als "Berufsbezeichung" nein. Der Tierheilpraktiker ist leider (noch) kein anerkannter Beruf. Dies liegt daran das es keine gesetzlichen Richtlinien bezüglich der Ausbildung und einer entsprechenden Prüfung gibt. Daraus resultiert leider auch das es einige schwarze Schafe bei den Ausbildungstätten für Tierheilpraktiker gibt. Da es kein anerkannter Beruf ist gibt es auch keine Kontrollen bezüglich der Ausbildungsqualität. Seriöse Ausbildungsstätten führen aber auch Vorgespräche und lehnen durchaus auch Schüler ab. Der Realschulabschluß bzw. eine gesicherte Existenz oder Berufsausbildung wird meistens erwünscht. Da eine eigene Praxis, gerade in diesem Bereich eine gewisse Zeit braucht bis sie läuft ist ist eine gesicherte Existenz wichtig da sich die Praxis erst nach einer gewissen Zeit als Erstberuf eignet. Wer eine gute Ausbildungstätte sucht sollte unbedingt darauf achten das die Schule einem guten Berufsverband angeschlossen ist. Zum Beispiel dem "Ältesten Verband der Tierheilpraktiker Deutschlands seit 1931 e.V.". Auch sollte die Schule Probeunterricht und Einsicht in die Lehrunterlagen gewähren bevor ein Vertrag unterschrieben werden muß. Eine gute Schule erkennt man auch an den Lehrmitteln. Es gibt einige (schlechte) Schulen bei denen gibt es maximal ein paar Skripte, und es gibt (gute) Schulen bei denen findest Du Material das Du auch an Universitäten für den Bereich Veterinärmedizin findest. Z.B. entsprechende Knochen, Modelle, computergestütze Modelle zum Trainieren der Auskultation usw., also Simulatoren, Bibliotheken und vieles mehr. Die meisten Ausbildungen dauern 2-3 Jahre und erfordern ein hohes Maß an Eigeninitiative. Man muß bedenken das es kein Veterinärstudium ist. Jedoch ist es in einigen Bereichen gleichwertig. Die Ausbildungen z.B. zum Chippen usw. sind die gleichen. Die Ausbildung ist auch kürzer weil alles weg fällt was der THP im Gegensatz zum TA nicht darf. Zum Beispiel invasive Eingriffe. Zu einer guten Ausbildung gehören auch entsprechende Praktika und Mitarbeit in entsprechenden Praxen, zusätzliche Fachseminare. Ich schildere Dir mal meine Ausbildung in Stichworten: 3 Jahre Ausbildung an einer guten Schule für Tierheilpraktiker, Gaststudent für Veterinärmedizin, Praktika in Tierkliniken, Mitarbeit und Praktika in einer Tierheilpraxis, viele zusätzliche Fachseminare und viiiiiel Zeit zum lernen zuhause. Eine gute Ausbildung schließt natürlich auch mit einer entsprechenden Prüfung ab. Im Idealfall mit einer Prüfung vor einem Berufsverband. Eine gute Prüfung sieht so aus das als Zulassungsvoraussetzung eine entsprechende Facharbeit eingereicht werden muß, und später eine mündliche, praktische und schriftliche Prüfung erfolgt. Die praktische Prüfung erfolgt z.B. in einer entsprechenden Praxis am echten Patienten vor einer Prüfungskommission. Übrigens hört das lernen nie auf. Alle Tierheilpraktiker sind aufgefordert sich ständig weiter zu bilden. Übrigens werden in den meisten Ausbildungen die üblichen Therapieformen nur angerissen. Hier lernen die Tierheilpraktiker die unterschiedlichen Therapieformen kennen und können sich dann entscheiden in welche Richtung sie gehen wollen. Ich habe z.B. im Anschluß noch eine mehrjährige Ausbildung der klassischen Homöopathie durchlaufen. So, mehr fällt mir auf die Schnelle nicht ein. Solltest Du noch Fragen haben kannst Du mich gerne anschreiben.

Liebe Grüße

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Kommentar von baxx234
23.10.2012, 19:08

Danke für die vielen Informationen. Dass es kein anerkannter Beruf ist, wusste ich zum Beispiel garnicht :-S Aber sonst klingt der ''Beruf'' gut. Viiieelen Dank!

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