Muss man einen Rettungsdienst bezahlen?

6 Antworten

Nein.

Der Rettungsdienst ist rechtlich eine Transportleistung. Findet kein Transport statt, kann der Einsatz des Rettungswagens nicht abgerechnet werden, weil er keine Leistung erbracht hat.

Ein Notarzt (kommt mit einem separaten Auto) kann eine ambulante Behandlung vor Ort abrechnen... da das aber eine notfallmäßge Behandlung ist, ist deine Krankenkasse verpflichtet, die Kosten zu übernehmen. In dem Fall bleiben nur die 10€ Selbstbeteiligung an dir hängen.

Der einzige Grund, weshalb du zahlungspflichtig wärst, wäre bei böswilliger Alarmierung. Die kommt infrage, wenn du am Telefon gelogen hast. Wenn du z.B. beim Notruf von etwas total Schlimmem gesprochen hast, obwohl du wusstest dass es harmlos ist. Solange du aber bei der Wahrheit geblieben ist, hat der Disponent anhand seiner Einschätzung entschieden, was er dir schickt... von dir als medizinischem Laien erwartet man nicht, den Ernst der Lage sinnvoll einzuschätzen.

Woher ich das weiß:Beruf – Ich arbeite im Rettungsdienst

In DE muss man nur für einen vorsätzlichen Missbrauch des Rettungsdienstes zahlen, so wie RedPanther es bereits richtig erklärt hat.

An die anderen Antworter, in dieser Situation ist das alarmieren des Rettungsdienstes vollkommen in Ordnung. Viel schlimmer sind so Einsätze wie „ich bin vor drei Tagen hingefallen und jetzt - um drei Uhr morgens - hab ich plötzlich so dolle Schmerzen dass ich unbedingt ins Krankenhaus muss. Aber ich warte mit gepackten Taschen an der Haustür.“

Woher ich das weiß:Beruf – Arbeite hauptberuflich im Rettungsdienst

Ist anzunehmen. Ein Insektenstich ist normalerweise kein Grund, einen Rettungswagen zu rufen, es sei denn, man ist allergisch oder man wurde in den Mund oder Hals gestochen und droht zu ersticken.

Der Fragesteller wurde in den Hals gestochen, woraufhin er schlecht Luft bekam und ihm schwindelig wurde.

Ist aber für die Frage eigentlich nicht relevant, solange er am Telefon bei der Wahrheit geblieben ist. Eine Aussage wie "ich wurde gestochen, fühle mich nicht wohl und weiß jetzt auch nicht weiter", woraufhin der Disponent sicherheitshalber die Alarm- und Ausrückeordnung für "allergische Reaktion" auspackt, ist kein Missbrauch des Notrufs.

4
@RedPanther

Ja klar. Es stand allerdings nicht in der Frage, dass er in den Hals gestochen wurde. Aber ich habe diese Möglichkeit ja in meiner Antwort erwähnt und geschrieben, dass dies ein Ausnahmefall wäre.

Der Kommentar, in dem der FS schrieb, dass er in den Hals gestochen wurde, kam erst, nachdem ich bereits geantwortet habe.

1
@RedPanther

Und wenn der Patient ne Dyspnoe bekommt und nach deiner Schilderung Hypoxisch wurde hat ihn der Rettungsdienst da gelassen und vermutlich in den 2 Minuten so interveniert, dass das alles Problem machbar war?

Ach so wenn das in deinem Kreis so üblich ist, Glückwunsch! Entweder ihr seit sehr fortschrittlich oder massiv zurück geblieben.

0
@MarcAndy89

Nein, es ist nur etwas vorgefallen, das dem Menschen Angst gemacht hat. Und da er die Situation medizinisch nicht einschätzen kann, tut er genau das, was er im EH-Kurs für diesen Fall gelernt hat: Die 112 rufen, die Situation schildern und den Dispomenten entscheiden lassen.

Der konnte natürlich eine Anaphylaxie nicht ausschließen, also schickte er Rettungsmittel gemäß AAO "Anaphylaxie" hin.

Die waren vor Ort, konnten den Zustand beurteilen und aufgrund ihrer medizinischen Fachkompetenz feststellen, dass kein Interventionsbedarf besteht.

Ich verstehe nicht, wo das Problem dabei ist.

1

hoffentlich, da du nicht allergisch reagierst. sowas nenne ich missbrauch vom Notruf. der wäre an anderer Stelle dringender gebraucht worden.

du solltest die Rechnung bekommen und Zahlen

Das kann passieren. War denn die Lage so schlimm das Lebensgefahr bestand?

Was möchtest Du wissen?