Muss man eine Erfindung immer patentieren bzw. anmelden?

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8 Antworten

Die Antworten bisher sind im Großen und Ganzen richtig. Patente sind mein berufliches Feld, daher noch eine kleine Zusätzliche Anregung. ein NDA ist immer empfehlenswert, ist aber dennoch in der Industriellen Praxis schwer durchzusetzen, wenn es dennoch zu einer Verletzung kommt, ein Patent anmelden ist immer mit Kosten+Folgekosten verbunden. In solchen Fällen empfehle ich privaten Anmeldern, daß sie ein Gebrauchsmuster anmelden können, das kann mit einer Zeichnung und einer groben Beschreibung beim Patentamt selbst gemacht werden und ist nicht zu teuer. Somit hat man das Design + das Prioritätsdatum gesichert. Man sollte aber innerhalb von 12 Monaten die Anmeldung verfeinern damit genügend Material für ein Ausssagefähiges und sicheres PCT (Weltpatentanmeldung)haben.

Ein solches Prioritätsdatum ist im Falle einer Verletzung einer Fremdfirma / Kopierer / Ideenklauer die einzige tatsächliche aussagefähige Größe

Jede Patentierung hat 2 Seiten. Es ist nicht nur das zu bezahlende Geld, sondern auch das Risiko durch das Freigeben zum Abkupfern der Idee. Es ist kein Problem 3 Schrauben Links herum zu machen - und schon hat man für Jahre lange Arbeit die Idee quasi gratis verschenkt. Was denken Sie wieviele X-Tausend Personen weltweit stündlich die Patent-Recherchen und das Internet nach neuen Ideen abgrasen ? Ich weis von äusserts gefährlichen, teils kriminellen Situationen. Dabei ist eine Angelegenheit, wo weltweit dauerhafte Umsätze im oberen 12-stelligen Bereich fast wie garantiert sind. Und vorsätzlich (noch)nicht patentiert ? Es kommt immer auf den Einzelfall und die Situation an ? Das will und muss genauestens geprüft sein. Vorher ist jede Empfehlung zur Patentierung sehr abzuwäbgen, bzw. eventuell grösster Quatsch von Aussenstehenden ohne Verantwortung. Viele Betriebe patentieren heute nicht mehr alles. Denn wenn die Patentierung endlich gelaufen ist - ist der Markt schon bedient. Doch alles muss genau überlegt sein.

MfG

mutzzie

Patente sind mittlerweile vor allem in den USA ein nicht zu unterschätzendes "Wirtschaftsgut". Wenn Du siehst, wie sogar im Softwarebereich mit der Auflistung sogar hunderter Patente pro Software-Programm versucht wird, Eindruck zu schinden und Nachahmer gleich zu verjagen, kannst Du sicher nachvollziehen, dass die Einnahmen aus Lizenzen, Patenten und Rechtsstreitigkeiten darüber mittlerweile der größte Posten der US-Außenhandelsbilanz sind.

Du solltest auf jeden Fall vor einer Präsentation eine Geheimhaltungserklärung (auch NDA - Nondisclosure Agreement genannt) aufsetzen und eine entsprechend hohe Konventionalstrafe einsetzen, die bei Bekanntwerden der Missachtung dieser NDA fällig wird.

Ansonsten stimme ich den anderen hier zu, die gesagt haben, dass nur Du selbst abwägen kannst, ob es lohnt, die Kosten, Mühen und den Zeitaufwand für eine Patentierung zu investieren.

Falls Du das Gerät zum problemlosen Beamen oder ein Auto, das mit Luft fährt, erfunden hast, wäre ein Patent die richtige Wahl. Wenn es sich nur um ein Brötchenmesser mit grünen Griffen handelt, wohl eher nicht.

Das kommt auf die Erfindung drauf an. Wenn du meinst das diese Erfindung etwas revolutionierendes ist, würde ich auf jeden Fall empfehlen zum Patentamt zu gehen.Aber weisst du auch mit was du dich dann belastest wenn du zum Patentamt gehst? Auch Finanziell. Vorher würde ich aber noch recherchieren ob nicht schon ein anderer so etwas zum Patent angemeldet hat oder sogar schon ein Patent besitzt. Das wäre meine Vorgehensweise. Andere können natürlich auch anderer Meinung sein.

also der ansatz aus der praxi ist das gebrauchsmuster. schützt genug um einmal zu sondieren, mit wem man etwas machen kann und gibt die möglichkeit als priorität bei internationalen patentanmeldungn hergenommen zu werden. und das schönste es kostet in d nur etwa 50 euro. in ö etwas teurer, in ch nicht möglich. ganz ohne schutz würde ich auf keinen fall rausgehen. geheimhaltungsvertrag ja, aber wirklich nur wenn man mit einem noch etwas abklären muss für eine produtktion. als basis für eine lizenz reicht es absolut nicht. vorsicht.

Ich würde abwägen, wie interessant Deine Idee für "Abkupferer" ist und was Du im Gegenzug damit verdienen könntest. Ein patentrechtlicher Schutz ist nicht ganz billig und muss demgemäß in einem vernünftigen Verhältnis zum Gewinn stehen - sonst lohnt es sich nicht.

das kommt drauf an. geistliches gut ist 50 jahre geschützt meines wissens wie z.b. bilder, musikstücke etc. richtige erfindungen wie maschinen etc. solltest du patentieren lassen. ein patent anmelden ist glaub ich nicht so teuer. kommt drauf an in welchen ländern es zu schützen ist.

der erfinder des airbags wurde in den 1950er jahren ausgelacht. 1975 hat mercedes den ersten airbag rausgebracht. der erfinder hatte jedoch kein patent drauf.

@thebrain: Ich glaube, Du meinst geistiges Gut, nicht geistliches ...

SCNR

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Wenn es eine gute Erfindung ist, die sich vermarkten lässt, ist es sinnvoller ein Patent anzumelden. Sonst kann es Dir tatsächlich passieren, daß andere aus Deiner Idee Kapital schlagen.

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