Muss man den Vermieter in die Wohnung lassen wenn man selbst nicht da ist? Rechte/Pflichten

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17 Antworten

" Rechtsgrundlage der Besichtigung

Oftmals enthält der Mietvertrag eine Regelung, in der die Gründe für mögliche Besichtigungen, deren Ausmaß und die Pflicht zur Duldung durch den Mieter als vertragliche Nebenpflicht näher geregelt sind. Allerdings dürfen solche Regelungen in Formularmietverträgen den Mieter nicht unangemessen benachteiligen (§ 307 BGB), ansonsten ist die entsprechende Klausel unwirksam.

Eine solche unangemessene Benachteiligung wird beispielsweise anzunehmen sein, wenn dem Vermieter hierdurch Besichtigungen ohne vorherige Ankündigung ermöglicht werden sollen.

Eine spezielle gesetzliche Regelung für das Besichtigungsrecht des Vermieters besteht zwar nicht, jedoch steht auch ohne ausdrückliche vertragliche Regelung oder bei Unwirksamkeit derselben aus den genannten Gründen dem Vermieter dem Grunde nach ein Besichtigungsrecht zur Weitervermietung des Wohnraums unter Beachtung der von der Rechsprechung getroffenen Einschränkungen zu.

Der Mieter muss Besichtigungen durch Nachmieter grundsätzlich nur dann hinnehmen, wenn das Ende des Mietverhältnisses mit hinreichender Sicherheit feststeht (AG Ibbenbühren, WM 1991, 360).

Grundsätzlich keine Besichtigung der Wohnung ohne vorherige Terminabsprache

Spontane Besichtigungen des Vermieters zum Zwecke der Weitervermietung oder dem Verkauf der Wohnung muss der Mieter nicht hinnehmen. Eine Ausnahme besteht auch bei Besichtigungen aus anderen Gründen lediglich zur Abwehr von Gefahren für die Mietsache.

Bei der Terminierung der Besichtigung sind die Belange des Mieters zu beachten. Der Mieter kann vorgeschlagene Termine durchaus mit guten Gründen ablehnen. Der angemessene Zeitraum zwischen Benachrichtigung und Besichtigung beträgt nach Ansicht der Rechtsprechung mindestens 24 Stunden (AG Köln, WM 1986, 86), kann aber beispielsweise bei einer besonderen beruflichen Situation des Mieters auch deutlich länger sein (AG Münster, WM 1982, 282).

Sofern der Mieter berufstätig ist, ist dies auch bei der Wahl der Zeiten für Besichtigungen zu berücksichtigen. Hier bietet sich eine Besichtigung in der zumutbaren Feierabendzeit zwischen 19:00 Uhr und 21:00 Uhr an. Besichtigungen am Sonntag oder an Feiertagen muss der Mieter grundsätzlich nicht dulden. Gleiches gilt für Besichtigungen zu unüblichen Besuchszeiten, beispielsweise sehr früh morgens oder nachts.

Wie oft dürfen Besichtigungen stattfinden?

Die Rechtsprechung hat in zahlreichen Urteilen herausgearbeitet, dass es ausreichend ist, wenn der Mieter Besichtigungen ein bis zweimal pro Woche für 2-3 Stunden duldet (z. B. LG Kiel, WM 1993, 52; LG Frankfurt a. M., NZM 2002, 696). Sofern der Mieter bereits eine Vielzahl von Besichtigungen zugelassen hat, wird dem Mieter hier mit steigender Zahl der Besichtigungen eine Verringerung der Zahl der Termine zuzusprechen sein (AG Hamburg, WM 92, 540, hier ein Sammeltermin pro Monat). Im Sinne einer schonenden Ausübung des Besichtigungsrechts sollte der Vermieter versuchen, anstehende Besichtigungen terminlich zu bündeln.

Wer darf die Wohnung betreten?

Zutritt zur Wohnung muss im Rahmen einer Besichtigung aufgrund der anstehenden Weitervermietung der Wohnung dem Vermieter sowie den Mietinteressenten gewährt werden. Weiteren Personen muss nur dann Zutritt gewährt werden, wenn dies im Einzelfall für die Durchführung der Besichtigung unerlässlich ist. Der Vermieter kann sich bei der Besichtigung, beispielsweise durch einen Makler, vertreten lassen.

Der Mieter hat das Recht, die Namen der an der Besichtigung teilnehmenden Personen durch Vorlage eines geeigneten Dokuments zu erfragen und zu notieren (AG München, WM 1994, 425).

Fotos oder Videoaufnahmen der Wohnung dürfen durch die Mietinteressenten grundsätzlich nur mit Zustimmung des Mieters angefertigt werden.

Rechtsfolgen der Zutrittsverweigerung

Zwar kann der Mieter in Ausübung seines Hausrechts grundsätzlich dem Vermieter sowie den Mietinteressenten den Zutritt zur Wohnung verweigern, allerdings besteht in diesem Fall die Gefahr, dass sich der Mieter Schadenersatzforderungen, beispielsweise für die Kosten der Besichtigung und eventuelle Mietausfälle, aussetzt.

Die Durchsetzung der Wohnungsbesichtigung mit Gewalt oder unter Anwendung sonstiger Zwangsmaßnahmen durch den Vermieter kann zu strafrechtlichen und zivilrechtlichen Konsequenzen führen."

http://www.mietrecht-hilfe.de/ratgeber/mietvertrag/das-recht-des-vermieters-zur-besichtigung-der-wohnung-bei-weitervermietung.html

möchte ich alles ausreizen was geht, dass er aus der Geschichte wie wir, ein Verlust macht

Das könnte Dir aus Knie fallen. Verhinderst Du grundlos die Besichtigung mit Mietinteressenten, kann Dich der VM schadenersatzpflichtig machen.

Ist es meine Pflicht als Mieter ihn hineinzulassen,

Gemäß BGB § 809 ja. Denn die Besichtigung der Wohnung mit Mietinteressenten ist ein wichtiger Grund.

Allerdings darf der VM nicht wann und so oft er will von diesem Recht Gebrauch machen. Und schon gar nicht während Deiner Abwesenheit. Zumal er ja keinen Schlüssel hat. Oder Doch?

Nein, müsst ihr nicht! Der Vermieter muss sich rechtzeitig vorher anmelden und darf die Wohnung nur in eurer Gegenwart betreten.

Du bist verpflichtet ihn, nach Terminabsprache, reinzulassen. An deiner Stelle würde ich das auch tun. Schließlich kann es ja auch positiv für dich ausgehen. Wenn er frühzeitig einen Nachmieter findet, der schon vor dem 30.11.12 einziehen möchte darf er natürlich nicht doppelt vermieten und du musst dann nicht bis zum Vertragsende die Miete bezahlen..

Ich kann den Vermieter verstehen. Er möchte nicht riskieren ein paar Monate keine Mieteinnahmen zu haben.

verstehen? wenn du wüsstest was der mit uns abgezogen hast würdest du sowas nicht schreiben..wie gesagt ich will keine moralischen antworten sondern die,die rechtlich korrekt sind.. aber danke.

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@mrsbrightside88

Okay. In der Tat kann ich nicht wissen, was der mit Euch abgezogen hat.

Aber prinzipiell verstehe ich, wenn ein Vermieter einen nicht vor Ablauf der Kündigungsfrist aus dem Mietvertrag entlässt, wenn er keinen Nachmieter für diese Zeit hat. Dafür gibt es ja auch eine Kündigungsfrist nicht nur für den Vermieter sondern auch für die Mieter.

Außerdem wollte ich dich auch nicht moralisch belehren sondern nur sagen, dass einem Vermieter bares Geld durch die Lappen geht, wenn die Wohnung eine zeitlang nicht vermietet ist. Das es mit eurem Vermieter auch sonst noch Differenzen gab/gibt konnte ich nicht wissen und die rechtliche Situation habe ich ja beschrieben.

Naja und meinen Rat, ihn nach Terminabsprache in die Wohnung zu lassen finde ich auch für dich nicht so schlecht. Wenn euer Verhältnis zerrüttet ist ist es doch auch in deinem Interesse, dass möglichst schnell ein Nachmieter einzieht und du mit dem Vermieter dann nichts mehr zu tun haben wirst.

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Ja, er muss so eine Besichtigung vorher rechtzeitig bekanntgeben, bei Besichtigungen während der Arbeitszeiten muss diese Ankündigung zur Besichtigung so weit vorher erfolgen, dass man Zeit hat sich darauf einzustellen.

Ihm den Zugang verwehren kannst Du leider nicht, sofern er sich rechtzeitig angemeldet hat.

ja du musst deinem vermieter die gelegenheit geben, die wohnung interessierten anzubieten und zu zeigen... gabel hat dir da die entsprechenden auszuege aus dem mietrecht genannt.

die termine muessen mit dir abgesprochen werden und muessen sich auf echte interessierte begrenzen.

......möchte ich alles ausreizen was geht, dass er aus der Geschichte wie wir, ein Verlust macht und die Wohnung erst später vermieten kann als zum 1.12.

Dann reiz mal schön - und dein Verlust wird noch größer!

Ja, du musst deinen Vermieter mit potentiellen Nachmietern in die Wohnung lassen. Aber: - nur in deinem Beisen oder im Beisein einer von dir beauftragten Person

  • du musst nicht täglich 3 unangemeldete Nachmieter akzeptieren. Der Vermieter hat dir rechtzeitig Bescheid zu sagen und muss sich nach den Zeiten richten, in denen du oder eine beauftragte Person in der Wohnung bist.

  • allein darf er die Wohnung nicht betreten

  • es ist kein Entgegenkommen von euch, wenn ihr das zulasst, ihr seid dazu unter den o. g. Umständen verpflichtet.

  • es ist das gute Recht des Vermieters auf der 3-monatigen Kündigungsfrist zu bestehen, wieso sollte er auc nicht? Ob ihr doppelt Miete zahlen müsst interessiert den Vermieter nicht. Euch interessiert es ja auch nicht, dass der Vermieter Einbußen hat, wenn ihr früher aus dem Vertrag wollt.

  • solltest du es dem Vermieter verweigern, dass er die Wohnung mit Nachmietern besichtigen kann, machst du dich u. U. schadenersatzpflichtig und darfst dann noch einen Monat mehr Miete zahlen, da aufgrund deiner Weigerung die Wohnung nicht weitervermietet werden konnte.

Ist es meine Pflicht als Mieter ihn hineinzulassen, oder kann ich darauf pochen,dass solang der Mietvertrag besteht es kein Muss ist ihn in die Wohnung hineinzulassen und es ein Entgegenkommen uns Mietern wäre, wenn wir dieses zulassen würden?

Nein, das ist Deine Pflicht als Mieter, genau dafür gibt es eine Kündigungsfrist, sonst würde sie keinen Sinn machen. Eine Verweigerung löst entsprechende Rechte auf Schadenersatz des Vermieters aus...

Du musst den Vermieter mit potentiellen Nachmietern reinlassen. Allerdings solltest du schon da sein, es liegt an Mieter und Vermieter Termine zu vereinbaren.

'Muss' man nicht. Man kann es auch drauf anlegen und eine Duldungsklage in Kauf nehmen. Da diese aber in der Regel Wochen dauert ist der Mietvertrag bis dahin ausgelaufen und die Wohnung kann ohne weiteres durch den Vermieter betreten werden ...

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@deFleescha

"Müssen" tut man es ja dann trotzdem. Ob man es auch macht und, wie du schreibst, eine Klage in Kauf nimmt, ist ja wieder was anderes.

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@deFleescha

ja und darf dann Schadenersatz von mindestens einer Monatsmiete leisten, weil durch die Schuld des Mieters die Wohnung nicht weitervermietet werden konnte. Der Schuss kann auch nach hinten losgehen.

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@deFleescha

Nein, das ist zwar theoretisch richtig, praktisch aber falsch. Denn der Vermieter muss nicht auf Duldung klagen, stattdessen klagt er hinterher auf Schadenersatz und verrechnet mit der Mietsicherheit...

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Ja, nach ausreichender terminferne kann der Vermieter für Interessenten Zutritt zur Wohnung verlangen. Aber nur nach eurem Einverständins.

er muss euch um einen termin bitten- hat aber das recht, die wohnung vorzuzeigen- allerdings nicht unangemeldet und schon garnicht am wochende. google mal wohnungsbesichtigung -zustimmung des mieters. da wird dir geholfen!

Ist es meine Pflicht als Mieter ihn hineinzulassen?

ja so ist es.

natürlich muss ein termin abgesprochen werden und es muss auch nicht 10 termine geben. ich würde so 2 bis 3 termin maximal als akzeptabel betrachten.

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