Muss man den Gewinn eines Kleinunternehmens (Kleinunternehmerregelung) versteuern?

5 Antworten

In der Jahressteuerklärung werden Gewinn aus Gewerbe und Bruttolöhne minus Freibeträge bzw. Werbungskosten zusammengezählt und versteuert. Dann wird verglichen, wieviel Lohnsteuer einbehalten wurde plus Steuervorauszahlung auf das Gewerbe. Je nach Ergebnis erfolgt dann Nachzahlung oder Erstattung. Ich empfehle hier unbedingt eine vorab-Steuerberechnung 2019, weil der Steuersatz nicht linear steigt sondern bei höheren Steuersätzen über dem linearen liegt, d.h. das ganze kann zu spürbar hören Steuerzahlungen führen, wo man evt. überlegt, ob der ganze Aufwand sich noch lohnt.

Es gibt kein Kleinunternehmen!

Dein Gewerbe musst du bei der zuständigen Gemeindeverwaltung (Gewerbeamt) anmelden.

Bezüglich der Steuerfragen, empfehle ich einen Steuerberater auf zu suchen.

Hallo,
natürlich musst du den per EÜR ermittelten Gewinn im Rahmen deiner Einkommensteuererklärung versteuern.
Sieh mal auf deinem alten EST-Bescheid nach, dort wird in den Erläuterungen dein Durchschnittssteuersatz bezogen auf das zu versteuernde Einkommen angegeben.
Die Steuerbelastung des Unternehmensgewinns kommt ja oben drauf, deswegen rechne mal grob mit 15 - 20% Steuerbelastung auf den Gewinn.
Entsprechende Steuererklärungssoftware bietet Vorschaumöglichkeiten, dann kannst du mit den Beträgen spielen.
Außerdem teilst du deine Gewinnschätzung dem FA mit, die dich daraufhin zur quartalsweisen EST-Vorauszahlung bitten. Desto genauer du also deinen Gewinn schätzt, desto weniger Nachzahlung oder Rückzahlung steht an.

Und auch nochmal von mir:

  • Die sog. "Kleinunternehmerregelung" bezieht sich nur auf das Umsatzsteuerverfahren.
  • Du bist nicht von USt befreit, du nimmst freiwillig nicht am Verfahren teil.
  • Du bist nicht von der Gewerbesteuer befreit, du hast als Person einen (ausreichend hohen) Freibetrag.

Und zum Schluss: Viel Erfolg in der Selbstständigkeit!

Woher ich das weiß:
eigene Erfahrung

Falsche Angaben in Mitteilung über steuerliche Leistungen aus einem Altersvorsorgevetrag / Riester nach Kündigung?

Hallo,

ich habe vergangenes Jahr (2015) meinen Riester-Vertrag bei der DWS gekündigt und mach nun meine Steuererklärung. Hier ist mir nun etwas aufgefallen, was so nicht stimmen kann:

Ich habe in Summe über 4 Jahre und 8 Monate 9128 Euro eingezahlt. Zusätzlich wurden noch Zulagen in Höhe von 616 Euro eingezahlt, also in Summe 9744 Euro. Zum Zeitpunkt der Auflösung war der Vertrag 9899,03 Eur Wert. Ich habe also 155,03 Euro Gewinn gemacht. Mir wurden dann zum Auflösungszeitpunkt die Zulagen und die gewährten Steuervorteile in Höhe von 3563,81 Euro abgezogen..okay, die habe ich ja auch zuvor erhalten und die stehen mir nun nicht mehr zu. Ausgezahlt wurden mir also 6335,22 Euro. Soweit alles korrekt und nachvollziehbar.

Nun hätte ich damit gerechnet, dass ich die 155,03 Euro Gewinn noch versteuern müsste. Ich habe ja effektiv (nach Verrechnung der Zulagen und zurückzuzahlenden Steuererstattungen) 6180,19 eingezahlt und 6335,22 Euro ausgezahlt bekommen.

Jetzt habe ich von DWS die Mitteilung über steuerliche Leistungen aus einem Altersvorsorgevertrag ($22 Nr. 5 Satz 7 EStG) erhalten. Hier werden mir in Position 7 -416,37 Euro und in Position 8d 8129,24 Euro ausgewiesen. In Summe also 7712,87 Euro. Diese muss ich in Steuererklärung in die Anlage R eintragen und somit versteuern. Das heißt, ich muss hiervon nochmal Rund 3000 Euro Steuern nachzahlen. Hier kann doch etwas nicht stimmen. Normalerweise entspricht die Summe aus Position 7 und 8d dem Gewinn, der mit dem Riester erzielt wurde...also 155,03 Euro.

Hat jemand etwas ähnliches erlebt und/oder kann mir jemand erklären, woher diese extreme Steuernachzahlung kommen kann? Oder hat DWS hier etwas falsch ausgefüllt in der Bescheinigung?

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