Muß man als Vermieter dauerhafte Mietrückstände nahe der 2 Monatsmieten hinnehmen?

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6 Antworten

Mir scheint, dass dieser Mieter einfach nur die Kaution ganz oder größtenteils schon mal vorsorglich einbehält. Das ist eine taktische Maßnahme, die solange greift, wie man sich das als Vermieter gefallen läßt. Kaution darf nicht abgewohnt werden und das scheint mir hier der Fall zu sein. Apropos Kaution: Im übrigen kannst Du einen derartigen Mietrückstand auch mit der Kaution ausgleichen. Das Kautionskonto reduziert sich dann um den rückständigen Betrag und der Mieter bekommt logischerweise keine Zinsen mehr dafür. Du hast im Gegenzug keinen Zinsschaden mehr. Nach Zugriff auf die Kaution das dem Mieter mitteilen und das Wieder-Aufstocken der Kaution auf Normalhöhe mit Fristsetzung verlangen.

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube das man als Mieter nur unter der magischen 2MM-Grenze bleiben muß um nicht fristlos gekündigt zu werden.

Auch ständig verspätete Mietzahlungen berechtigen den Vermieter, nach Abmahnung, zur fristlosen Kündigung.

Siehe auch die Antwort von MosqitoKiller.

Es reicht schon, dass regelmäßig zu spät gezahlt wird. Nach erfolgloser Abmahnung könntest du fristlos kündigen, hilfweise ordentlich mit 3 Monatsfrist wegen erheblicher und dauerhafter Vertragsverletzung.

Gefunden auf der Homepage des Deutschen Mieterbundes.

Den wichtigen Passus habe ich dick hervorgehoben.

Erläuterung:

Nach dem Gesetz kann der Vermieter wegen Zahlungsverzugs fristlos kündigen, wenn der Mieter mit zwei Monatsmieten im Rückstand ist. Nach der aktuellen Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH VIII ZR 107/12) gilt diese „Zwei-Monatsmieten-Grenze“ aber nicht für eine ordentliche Kündigung mit Kündigungsfrist. Die kann der Vermieter schon aussprechen, wenn der Mietrückstand eine Monatsmiete beträgt. Lediglich bei Rückständen von weniger als einer Monatsmiete und einer Verzugsdauer von weniger als einem Monat ist die Kündigung ausgeschlossen.

Natürlich muss ein Vermieter das nicht hinnehmen, er hat diverse Möglichkeiten zum Handeln:

  • Er kann die rückständigen Zahlungen per Mahnbescheid geltend machen, sofern diese keinen bestimmten Monat als Zweckbindung haben...

  • Er kann sofort fristlos kündigen, wenn der Mietrückstand für zwei AUFEINANDERFOLGENDE Monate mindestens eine Kaltmiete und 1 Cent beträgt (hilfsweise fristgerechte Kündigung nicht vergessen)...

  • Er kann wegen dauerhaft verspäteter Mietzahlungen abmahnen und bei weiterer Verspätung fristlos kündigen...

Selbstverständlich kann er auch Zinsen verlangen, und zwar für die Dauer des Verzugs je nach Höhe 5 Prozentpunkte über dem jeweiligen Basiszins der Bundesbank...

seit vier Jahren dauerhaft Mietrückstände hat.

nach einem jahr hätte ich die mit den nebenkosten eingefordert, plus zinsen.

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