Muss man als moderner Mensch für Toleranz und 'Political Correctness' auch sowas wie BDSM & Satanismus gutheißen?

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35 Antworten

Political Correctness: Das Problem sind hier in den meisten Fällen schlecht recherchierte Aussagen zu einem Thema gepaart Vorurteilen und unagemessener Ausdrucksweise in der Öffentlichkeit.

Beispielzitat von Gloria von Thurn und Taxis in der Sendung von
Michel Friedmann: "[...] Der Schwarze schnackselt gerne! [...].

Was hat Political Correctness mit BDSM und Satanismus zu tun?

Ganz einfach: Solange es nicht öffentlich geschieht oder die Öffentlichkeit kein "besonderes Interesse" hat dies zu unterbinden: Gar nichts! Was man in seinem stillen Kämmerlein sagt und macht ist ersteinmal Privatsache, solange im Nachgang die Öffentlichkeit nicht behelligt wird.

Das "besondere Interesse der Öffentlichkeit" wird im Gesetz ganz klar geregelt. Es hat etwas damit zu tun, dass der Staatsanwalt auf Information der Polizei selbständig in einer Strafsache ermittelt.

Im Bereich BDSM ist da insbesondere der rechtliche Bereich der Körperverletzung interessant. Unser Gesetz in Deutschland sieht dabei eine "leichte Körperverletzung" als Antragsdelikt an, welches nur aufgrund einer Anzeige durch den Geschädigten verfolgt wird. Wenn sich jemand also "leicht" durchpeitschen lässt wird und danach nicht zum Arzt muss interessiert das den Staat nicht einen Meter. Werden bei solchen Aktivitäten Zähne ausgeschlagen und/oder Knochen gebrochen und man muss einen Arzt konsultieren, kann man davon ausgehen, dass das als schwere/gefährliche Körperverletzung gilt und der Staatsanwalt ermitteln wird.

Ich persönlich finde diese Unterteilung sinnvoll. Ab einer bestimmten schwere von Verletzungen muss aus meiner Sicht staatlich eingegriffen werden, weil schließlich die Beitragszahler der Krankenkassen für etwaige Behandlungen aufkommen müssen. Auf der anderen Seite interessiert den Staat aber ersteinmal nicht, ob man sich freiwillig die Haare schneiden lässt, was grundsätzlich aber eine leichte Körperverletzung darstellt.

Wenn es um Satanismus geht sind so Dinge relevant wie das Tierschutzgesetz, Erregung öffentlichen Ärgenisses oder Störung der Totenruhe, falls jemand auf den Gedanken kommt Tieropfer zu bringen und diese Zeremonie auf einem Friedhof stattfinden zu lassen. Das alles sind Offizialdelikte und werden grundsätzlich rechtlich verfolgt, sobald es der Staatsanwaltschaft bekannt wird. Kauft man sich dagegen ein Schweineherz beim Schlachter und macht damit etwas in seinem eigenen Keller, hat das niemanden etwas zu interessieren.

Satanismus wird häufig seitens der etablierten Religionsgemeinschaften angegriffen. An dieser Stelle gehe ich persönlich aus der Schusslinie und lasse beide Seiten sich mit ihrem nicht ganz unkritischen zu betrachteten Gedankengut bekriegen. Religion in Privatsache und nicht politisch. Demnach kann dort auch nicht von "Political Correctness" gesprochen werden.

Was hat Satanismus mit BDSM zu tun? Überhaupt nichts.

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Kommentar von HolgerSchneider
03.03.2017, 00:47

"Beispielzitat von Gloria von Thurn und Taxis in der Sendung von
Michel Friedmann: "[...] Der Schwarze schnackselt gerne! [...]."

Wahrscheinlichkeitsannahmen. In ähnlich miesen Unterschichtsmilieus in den USA gehen mehr schwarze Ehen als weiße Ehen wegen Promiskuität in die Brüche.

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Man muss gar nichts und sollte immer kritisch bleiben, also nichts blind übernehmen, sondern selbst überlegen, was man warum übernimmt und wie viel davon. Man kann auch ein Teil einer Idee gut finden und einen anderen Teil ablehnen. Political Correctness kann teilweise eine Möglichkeit sein, niemanden zu diskriminieren, aber teilweise auch ein Weg, andere zum Schweigen zu bringen, weil sie nie "den richtigen Begriff" verwenden und man ihnen so nicht zuhört, sondern ständig ihre Wortwahl kritisiert.

Mit Satanismus kenne ich mich nicht aus, BDSM ist eine Praxis, in die beide Parteien freiwillig einwilligen und die keinen unterdrückt (nichts gegen den Willen eines Partners unternimmt), daher sehe ich keinen Grund, etwas gegen BDSM zu haben, wenn die Praxis nicht missbraucht wird (in den "Shades of Grey"-Büchern wird sie meines Wissens missbraucht, also dort geht der dominante Partner weiter als es seine Partnerin möchte, das ist dann streng genommen Missbrauch und nicht mehr BDSM).

Lehne für dich selbst ruhig alles ab, mit dem du nicht einverstanden bist, sei dir aber bewusst darüber, was dich an einzelnen Ideen/ Aspekten stört. Kritisches Denken ist gut und sollte auch nicht durch vordergründig gute Ideen wie Political Correctness ( ursprünglich: keinen durch Wortwahl diskriminieren zu wollen) abgestellt werden. Im Gegenteil: Wenn du das Gefühl hast, entgegen deinem eigenen begründeten Urteil etwas übernehmen zu "müssen", weil dein Urteil "falsch" ist, würde ich besonders kritisch prüfen, ob die Partei, die dir falsches Denken unterstellen will, akzeptabel Werte vertritt. Wie gesagt: Man muss nichts hundertprozentig gut finden, man darf einen Teil gut finden und einen anderen Teil ablehnen.


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Etwas zu tolerieren bedeutet nicht, es gut zu heißen. Toleranz bedeutet auch das auszuhalten, was einem nicht gefällt, so lange die rechte Dritter nicht verletzt werden. 

Du musst als toleranter Mensch Satanismus also nicht gut heißen, kannst ihn sogar kritisieren. Als toleranter Mensch lässt man die Satanisten aber machen, auch wenn es einem nicht gefällt, was sie tun, glauben oder predigen, so lange sie damit niemandem Schaden zufügen oder gegen Gesetze verstoßen.

Gleiches gilt für BDSM. dabei geht es um Praktiken, mit denen sich zwei (oder mehr) mündige Erwachsene einverstanden erklären. Sollen die sich doch gegenseitig fesseln, auspeitschen oder züchtigen. So lange sie diese Praktiken bei keinem anwenden, der nicht damit einverstanden ist, ist alles in Ordnung. Man muss diese Praktiken selbst aber nicht mögen, um als tolerant zu gelten.

Bei Toleranz geht es um "machen lassen", auch wenn es einem nicht gefällt.

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Toleranz bedeutet nicht, dass man alles gut heißen muss. Man darf sogar dagegen argumentieren. Die PC schreibt nur vor, dabei gewisse Grenzen nicht zu überschreiten. Toleranz bedeutet, jedem seine Spinnereien zu lassen und sich um den eigenen Kram zu kümmern.

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Das Problem ist nicht BDSM oder Satanismus, sondern PC. Von selbsternannten Sprachpolizisten irgendwann mal eingeführt die morgens beim ersten Blick aus dem Kopfkissen  schon mit dem Gefühl aufstanden: " Was kann ich heute wieder tun um "Opfer" zu sein und mich wie eine "Pussy"  oder "Cry-Baby" aufzuführen. Die mit ihrer "verletzten - Gefühle - Keule"  versuchen Rede-und Meinungsfreiheit auszuhöhlen bzw. zu unterdrücken. Insbesondere Meinungen die ihnen nicht gefallen. Radikale Ideologen die von einem Staat träumen mit authoritären bzw. totalitären Machtstrukturen, in denen nur DIE Begriffe bzw. Meinungen zugelassen werden die IHREN Befindlichkeiten bzw.Gefühlen entsprechen. 

Z.B. Welt-Literatur ,wie die Bücher von Mark Twain: Tom Sawyer's und Huckleberry Finn's Abenteuer" die Begriffe wie "Nigger" enthalten, werden dann "bearbeitet" also ZENSIERT. Ich bin KEIN Rassist nur weil ich diese Werke SO lesen will wie sie damals geschrieben wurden,ungefiltert, im Spiegel ihrer Zeit, als damalige Alltagssprache, und nicht mit dieser verdammten PC Gülle übergossen*kotz* 

Ich betrachte PC als einen Eingriff in meine persönliche Freiheit und gegen alle demokratischen Werte gerichtet.

Politcal Correctness ist absolutes Gift für jede Demokratie, ein schleichendes Gift das nicht sofort wirkt, sondern nach und nach den gesamten Körper infiziert.

Deshalb werde ich auch in Zukunft "Führerschein" sagen auch wenn manche dann glauben ich hätte Fahrstunden bei Hitler genommen, und auch Negerkuss, Zigeunerschnitzel, Ghetto, Schwarzer ( und nicht "Maximal Pigmentierter") usw.

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Toleranz hat nichts mit PC zu tun.

Toleranz bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, solange die einen selber nicht bedrohen. Gefallen muss dir das nicht. Aber du solltest anderen schon die Möglichkeit einräumen, andere Ansichten als du zu haben, andere Lebensziele, andere Glaubensvorstellungen, andere sexuelle Präferenzen und so weiter.

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Nunja, BDSM geht dich zu erst mal überhaupt nichts an, da er die Sexualität anderer Menschen betrifft. Da BDSM in gegenseitigem Einverständnis geschieht und kein Dritter verletzt wird hast du überhaupt kein Recht, ihn zu verbieten oder zu sagen, er wäre schlecht (schließlich darf jeder Mensch selbst bestimmen, mit wem er wie Sex hat). Eine Wertung steht dir nicht zu, außer natürlich im Sinne von "das ist nichts für mich"/"dabei würde ich mich nicht wohl fühlen".   Das gilt natürlich auch für alle anderen Arten der Sexualität, bei denen keiner gegen seinen Willen zum Sex gezwungen oder verletzt wird.

Beim Satanismus sollte, wie bei allen Weltanschauungen, die spezifische Ausrichtung bzw. wenn nötig der Glaube des Einzelnen unterschieden werden. Weder sind alle Satanisten schlecht, noch sind alle gut. Jemand, der meint er müsse alle Gläubigen verbrennen um dem Teufel zu dienen ist eindeutig nicht gut. Diese Ausrichtung heiße ich auch nicht für gut, da sie anderen schadet. Ein Anderer, der z.B. dem Satanismus nach La Vey anhängt, darf dies auch tun. Dieser Satanismus ist im Grund eine friedliche Weltanschauung, die Gewalt gegen Menschen oder Tiere ablehnt. Grundsätzlich soll ein Satanist nach LaVey frei sein und tun was er möchte, so lange er damit niemand anderem schade. Manchmal werden Praktiken mit einbezogen, die z.B. an Wicca erinnern, aber diese Praktiken sind kein Muss.

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Man muss es nicht gutheißen.

Man muss aber akzeptieren, dass es Menschen gibt, die solche Dinge mögen bzw. die an so etwas gluben.

Man hat das so weit zu akzeptieren, solange nicht gegen unser Gesetz verstoßen wird und Menschen zu Schaden kommen.

LG

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Political Correctness ist ja an sich gut und fein, weil ihr primäres Ziel ja ein friedliches und respektvolles Miteinander ist. Es gibt jedoch Menschen, die es gern übertreiben, sogar damit. Wenn Begriffe wie "Ostdeutsche" oder "Behinderte" geächtet werden zum Beispiel, weil sie angeblich zur Diskriminierung gebraucht werden, nur um sie dann durch semantisch gleichbedeutende Begriffe wie "Mitteldeutsche" und "Menschen mit Einschränkungen" zu ersetzen. Meist wird so ein Quatsch noch nicht mal von Betroffenen gefordert, sondern von gutmeinenden Bürgern, die meinen, sich sehr gewählt auszudrücken. Man kann es schon als lächerlich bezeichen, ja sogar einen Wahn, wenn althergebrachte Traditionen der Political Correctness zum Opfer fallen, wie etwa der "Weihnachtsmarkt", der "Martinsumzug" oder das Vorhandensein von Kruzifixen an traditionell christlichen Schulen. 

Das ist das genaue Gegenteil von Toleranz. Es diskriminiert die Masse gegenüber Minderheiten, die sich noch nicht einmal selbst gestört fühlen. Aber der Deutsche ist seit Generationen ein Experte darin, vorauseilenden Gehorsam an den Tag zu legen. Und wenn ständig Privilegien für Minderheiten gefordert werden, fühlt sich sie Mehrheit benachteiligt. Und zu den Vorurteilen, die der kleine Mann sowieso schon in sich trägt, gesellt sich jenes, dass alle Angehörigen der einen oder anderen Randgruppe unverschämt seinen, ihnen alles in den A.... geblasen wird und so weiter. Das ist natürlich Unsinn, aber trotzdem verhärten sich die Fronten. Und wenn aus übersteigerter Political Correctness Hass entsteht, dann ist das einfach nur pervers.

Meine Meinung: Toleranz bedeutet nicht, alles Andersartige gut und schön zu finden, sondern ihm bloß ein Existenzrecht einzuräumen. Man kann jeder Geisteshaltung und Randgruppe gegenüber sogar eine tiefe Abneigung entgegenbringen, solange man andere aber nicht gegen sie aufstachelt und trotz aller Abneigung sagt "ich lasse dich machen", dann ist man bereits tolerant. Und mehr erfordert die Political Correctness nicht. Mehr darf sie nicht fordern. Sonst scheitert sie und bewirkt das Gegenteil ihrer eigentlichen Zielsetzung.

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Kommentar von nax11
04.03.2017, 13:46

Toleranz und Political Correctness sind völlig verschiedene Dinge!

Political Correctness ist vor allem der Versuch von Politikern sich mit einem Anschein von Liberalität und Toleranz zu präsentieren!

Tatsächlich macht P.C. unsere Sprache kaputt - was soll die Wortwahl "Bürger & Bürgerinnen" denn aussagen? Die Bürger ist bereits die Bezeichnung für die Mehrzahl ohne Benennung des Geschlechtes! Als Mann müßte ich eigentlich protestieren: warum werden die Frauen (Bürger & -innen) gleich zweimal begrüßt?

Aber wenn die Bürger sich P.C. einfach verweigern, dann wird dieser scheinbare Mainstream ganz schnell wieder verschwinden!

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Du musst gar nichts gutheißen.

Der Grundgedanke ist Leben und Leben lassen, also du lässt einen Satanisten seinen Mist machen solange es dich nicht betrifft und die BDSM sich schlagen und Fesseln solange sie dich damit in Ruhe lassen.

Toleranz bedeutet nicht dass du alles gut finden musst, sondern dass du es bestehen lässt. Wenn dein Nachbar jeden Sonntag in die Kirche geht, kannst du davon halten was du willst aber musst es ihm auch nicht auf die Nase binden und für ein Verbot von Kirchen kämpfen.

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Kommentar von TUrabbIT
02.03.2017, 11:38

Klar: Bei Straftaten ist es deine Pflicht diese anzuzeigen.

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Gutheißen mußt Du *gar nichts* aber Du hast es zu tolerieren, denn es geht Dich nun mal gar nichts an, was andere Menschen im Bett mit dem Partner oder im Keller mit den roten Kerzen ;) machen. Solange Andere nicht gegen geltendes Recht verstoßen hast Du sie nicht zu beläßtigen, egal ob es Christen, Muslime, Satanisten oder trans-sexuelle Volksmusikfans sind. Wir alle sind Menschen und da hat niemand sich einzumischen.

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Kommentar von 2000b
18.03.2017, 21:35

Ich würde noch einen Unterschied machen. Du musst es auch nicht wirklich akzeptieren, wie ich finde. Du kannst es immernoch für falsch halten, wenn du deine Gründe hast. Ich muss Dinge nicht akzeptieren und sagen"Ich finde das falsch, aber macht nur, wenn das eure Meinung ist". Ich darf das immernoch dumm finden

Ich würde Tolleranz so sehen, dass du einfach nicht gegen sie vorgehst, sie beleidigst oder etwas in der Art

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Hast du dich schon mal mit diesen Begriffen auseinander gesetzt? Toleranz bedeutet lediglich, dass du unterschiedliche Lebensweisen akzeptierst und begreifst, dass niemand das Recht sich in anderer Leute Leben einzumischen. 

Wenn der eine Nachbar Muslim ist und die andere Nachbarin lesbisch, ist das deren Leben. Wem schmerzt es, wenn diese Menschen ihr Leben so leben wie sie es selbst für richtig halten? Andersherum ist diesen Menschen mit Akzeptanz sehr geholfen. 

Die Toleranz endet nur dann, wenn man bemerkt, dass dadurch jemand zu Schaden kommt. Als extremes Beispiel möchte ich hier Kindesmissbrauch aufführen. 

Es heißt auch nicht, dass man generell keinen Rat geben darf. Wenn du merkst, dass eine Freundin einen gewalttätigen Mann heiratest, darfst du sie warnen. 

Aber da gilt: Der Ton macht die Musik. 

Womit wir schon bei dem Schlagbegriff political correctness wären. 

Man sollte nie vergessen, dass Worte verletzen können, eventuell auch mehr als Fäuste. 

Man kann political correctness auch als eine Sensibilisierung für den Effekt von Worten beschreiben. Mit Political correctness sollen uns Denkanstöße gegeben werden, damit wir uns von Vorurteilen abwenden und Diskriminierung ( die es immer noch gibt) abbauen. 

Zudem soll die Beleidigung gewisser Gruppen verhindert werden.  Für ein besseres Miteinander.  

So, nun zu BDSM und Satanismus. Wo genau liegt denn bei BDSM das Problem? Was willige Erwachsene in ihren Betten anstellen, ist mir zumindest Schnuppe. Alles, was nicht willig ist, läuft unter sexuelle Gewalt. Das ist auch nicht zu tolerieren. Übrigens bin ich überzeugt davon, dass wir hier mehr Swinger und BDSM-Leute haben, als uns bewusst ist.  

Und was den Satanismus betrifft: es gehört überprüft ob dadurch jemand zu Schaden kommt. Ein pauschales Urteil vermag ich nicht abzugeben. Pauschalurteile sind in der Regel nie gut. 

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Gutheißen musst du natürlich erstmal gar nicht. Du musst es nur akzeptieren.

Gerade BDSM betrifft dich ja in keinster Weise direkt, außer wenn du dazu gezwungen wirst. Das gleiche mit Satanismus, insofern dabei weder Tier noch Mensch verletzt wird, musst du eben damit leben.

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Gutheißen nicht, nein. Tolerieren solltest du es zwar (vgl. dt. GG Artikel 2 (Recht auf freie Entfaltung der persönlichkeit)), aber niemand kann dich dazu zwingen, etwas gut oder schlecht zu finden (vgl. dt. GG Artikel 5 (Meinungsfreiheit)). Du musst also nicht alles gutheißen, aber etwas dagegen machen /dagegen hetzen etc. darfst du jetzt auch nicht.

Btw: beschäftige dich mal näher mit dem Satanismus, speziell dem nach LaVey, bevor du über ihn urteilst; du wirst merken, dass er als Weltanschauung auch seine daseinsberechtigung hat, und das diese nicht auf dem rituellen Opfern ungetaufter Kinder basiert

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Hallo errwisch,

ich finde es total wichtig, sich seiner Gefühle zu bestimmten Dingen sehr bewusst zu werden. Ja, ich sehe es auch so, dass derzeit kulturell viele Dinge vorgegeben werden. Es ist beispielsweise überhaupt nicht natürlich, alle möglichen Auswüchse und Vorlieben Anderer akzeptieren zu müssen. Man darf sie auch einfach sc*ei*e finden.

Es gibt in unserer Kultur zahlreiche moralische Verbote, die an vielen Stellen zu starken Problemen führen. Die Ansprüche dahinter sind hart.

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Ich würde BDSM und Satanismus nicht in eine Schublade stecken, aber ja, akzeptieren musst du es. Was nicht heißt, du kannst diesen Leuten nicht sagen, dass sie ideoten sind. 

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Tolerant kommt vom lateinischen "tolerare", was soviel wie ertragen bedeutet.

Da ist nichts gemeint mit "gutheißen", einfach nur ertragen, zähneknirschend auch, mehr nicht.

Political Correctness? Die geht mir meinenweit am Hintern vorbei. Ich mache auch diesen orwelchen Newspeak nicht mit, bei mir heißt der Mohrenkopf nach wie vor so wie er immer hieß, ich esse auch Zigeunerschnitzel, das ist mir völlig schnurzpiepegal.

Ich lasse für mich zudem nicht zu, dass andere den Begriff der Toleranz eigenmächtig um Akzeptanz oder gar Respekt erweitern.

Muss ein moderner Mensch...

Wie kommt es, dass da einige Gutmenschen behaupten, sie hätten zu entscheiden, was ein morderner Mensch zu tun und zu lassen, gut zu finden oder wie sich auszudrücken habe?

Kommt überhaupt nicht in die Tüte! Nicht einen Meter!

Ich bin ich!

Und Du bist Du!

Wir entscheiden jeweils immernoch jeweils selbst, wie wir zu denken, uns auszudrücken und gut zu finden haben, egal was da einige Grünlichkeiten oder Gutmenschlichkeiten meinen, irgendwie lautsark für alle definieren und anordnen zu müssen oder wollen.

Und diese Selbstentscheidung, das ist der moderne Mensch, nichts anderes.

Punkt!

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Kommentar von Gronkor
02.03.2017, 12:29

Ich frage mich gerade, ob eine penetrante Rechtschreibschwäche eine notwendige Voraussetzung für einen "Besorgten Bürger" darstellt.

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  • Ich halte dieses neue Goldene Kalb "Toleranz" für gefährlich und politisch Korrektheit sogar für eine der größten neuzeitlichen Gefahren für unsere demokratische Grundordnung. Diese sogenannte politische Korrektheit erreichtet regelrechte Denkverbote und Tabus und zensiert letztlich die Meinungsviefalt. Sie erreicht letztlich, womöglich absichtlich, genau das Gegenteil dessen, was sie vorgibt. Man darf nicht mehr alles denken, sondern bestimmte Sachen sind von vornherein tabuisiert, geringgeschätzt, zensiert.
  • Was Toleranz angeht, so ist sie gefährlich, weil viele Menschen vor lauter Toleranz nicht mehr die gesunde Balance zu Zivilcourage beachten: Man muss für seine eigenen Werte und Überzeugungen schon eintreten dürfen und es auch wirklich tun. Wir müssen das verteidigen und hichhalten, an dem uns liegt. 
  • Konkret zu deiner Frage: Ganz allgemein gilt ja für Toleranz immer, dass jeder machen kann was er will, aber man selbst darüber auch denken darf, was mann möchte. Toleranz bedeutet nicht, alles gutzufinden oder gar zu akzeptieren, sondern es bedeutet, andere trotzdem gewähren zu lassen, solange es einen selbst nicht betrifft. In bezug auf SM denke ich daher, dass es die Normalos doch gar nichts angeht, was wer im stillen Kämmerchen miteinander treibt. Völlig egal, ob nun Sadomaso, Rollenspiele oder Kuschelsex. Wenn alle Beteiligten es wollen, sollen sie gerne tun, was sie wollen. -- Gleichwohl gilt eben auch die zweite Hälfte des Satze: Du darfst darüber denken, was du willst. Natürlich darfst du es gestört oder krank finden. Das wiederum ist deine Freiheit. Lass sie machen, was sie wollen und denk darüber, was du willst. Das ist angewandte Toleranz.
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Kommentar von rlstevenson
02.03.2017, 10:10

In deinem dritten Punkt widerlegst Du allerdings die beiden vorausgegangenen Punkte. Du schreibst ganz richtig:

Toleranz bedeutet nicht, alles gutzufinden oder gar zu akzeptieren, sondern es bedeutet, andere trotzdem gewähren zu lassen, solange es einen selbst nicht betrifft.

Warum soll das "gefährlich" sein? Toleranz bedeutet ja gerade, dass andere Denkweisen nicht "tabuisiert, geringgeschätzt, zensiert" werden.

Das Einzige, was die Toleranz nicht tolerieren kann, ist die Intoleranz.

Den Begriff "Political Correctness" sollte man besser aus der Diskussion heraushalten, da es sich um einen polemischen Begriff handelt, der beliebig ausgelegt werden kann.

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Gut heissen musst du gar nichts, solange aber jemand Dinge prakzetiert, die dich weder negativ beinflussen noch gegen irgend ein Gestezt verstossen musst du damit leben bzw es tollerieren das diese Dinge auch weiterhin gemacht werden.

Das heisst nebenbei nicht das du das Kommentarlos hinnehmen musst, du darfst natürlich trotzdem kritik an jeglicher Praktik äussern die dir missfällt.

Was genau stört dich eigentlich an Satanismus und Bdsm?

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Meiner Meinung nach sollte man solche Dinge akzeptieren, muss sie aber nicht unbedingt respektieren.

Das Wort "Akzeptieren" kommt aus dem Italienischen und bedeutet  "annehmen".  Du bist vielleicht nicht unbedingt selbst Teil davon, aber es ist für dich selbstverständlich, dass es diese Sache gibt.

Respektieren bedeutet Ehrfucht haben, diese Sache als wichtig und richtig zu betrachten. Wen oder was du respektierst, würdest du auch verteidigen, wenn man dieser Sache feindselig gegenübertritt und diese Sache voll und ganz unterstützen. Sie ist dir niemals egal, sogar dann nicht, wenn du selbst noch nicht einmal Teil davon bist.

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