Muss man als Jude Aramäisch können?

11 Antworten

Nein, das muss ein Jude nicht. Aramäisch war eine Sprache, die Jesus gesprochen hat. Die Amtssprache in Israel ist Hebräisch. Aber auch das kann nicht jeder Jude in der Welt. Ich habe zwei Bekannte, die überzeugte Juden sind, in Deutschland leben, sich auch akttiv an ihrem Gemeindeleben beteiligen, also Gottesdienste besuchen und jüdisch leben, aber kein (perfektes) Hebräisch können, von einigen Textpaasagen der Thora abgesehen.

Juden in aller Welt müssen Hebräisch lernen und die Torah (die ersten fünf Bücher des Alten Testaments) in dieser Sprache lesen und vom Tag ihres Bar Mitzwah an in der Synagoge vorlesen können. Aber mehrere Bücher der Bibel wurden mit hebräischer Schrift in aramäischer Sprache geschrieben, und so ist es nützlich, diese Sprache zu können, soweit ich weiss, aber nicht Pflicht.

Jiddisch ist die Sprache, die die durch die Kreuzritter aus dem Westen Deutschlands vertriebenen Juden nach Osteuropa mitgenommen und jahrhundertelang gesprochen haben. Unter den ortodoxen Juden in Jerusalem wird sie noch heute gesprochen, weil sie Hebräisch nicht, wie die weniger religiösen Juden, im täglichen Leben verwenden und sie diese als dafür zu heilig gehaltene Sprache nur für das Lesen und Studieren der Torah benutzen.

Gläubige Juden verfügen über einen großen Bestand an Wörtern und Wendungen aus dem religiösen Bereich und die meisten Begriffe sind auf hebräisch und aramäisch. Sie können nicht die Sprache, sondern ihr Wortschatz begrenzt sich alleine auf die religiösen Wörter.

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