Muss man als Christ immer der Meinung von Gott und Jesus Christus sein?

ZdzidiBeksinski  27.05.2023, 16:16

WIE in aller Welt sollte man Jesu und Gottes Meinung kennen, wenn nicht von MENSCHEN, die nur BEHAUPTEN, sie zu kennen???

Aurina 
Beitragsersteller
 27.05.2023, 16:18

Ich weiß keine wirkliche Antwort darauf 🤔

15 Antworten

Vom Beitragsersteller als hilfreich ausgezeichnet

Nein, war Abraham auch nicht:

Gen. 18, 16-33 Und die Fremden machten sich auf, und sie schauten auf Sodom hinab, und Abraham ging mit ihnen, um ihnen das Geleit zu geben. Gott aber dachte: „Soll ich vor Abraham geheim halten, was ich tun will? Abraham soll zu einem grossen und mächtigen Volk werden, und durch ihn sollen alle Völker der Erde Segen erlangen. Denn ich habe ihn erkoren, dass er seinen Söhnen und seinem Haus nach ihm gebiete, meinen Weg einzuhalten und Gerechtigkeit und recht zu üben, damit ich über ihn kommen lasse, was ich ihm zugesagt habe.“ Und Gott sprach: „Das Klagegeschrei über Sodom und Gomorra, es ist gross geworden, und ihre Sünde wiegt schwer. Ich will hinabsteigen und sehen, ob all ihr Tun dem Geschrei über sie entspricht, das zu mir gedrungen ist; wenn nicht, will ich es wissen.“ Da wandten sich die Männer weg von dort und gingen auf Sodom zu. Abraham aber blieb vor Gott stehen. Und Abraham trat einen Schritt näher und sprach: „Willst du wirklich den Gerechten zusammen mit dem Frevler wegraffen? Vielleicht sind 50 Gerechte in der Stadt. Willst du sie wirklich wegraffen und dem Ort nicht vergeben um der 50 Gerechten willen, die in seiner Mitte sind? Das sei fern von dir, so zu tun, den Gerechten zusammen mit dem Frevler zu töten, sodass es dem Gerechten wie dem Frevler erginge. Das sei fern von dir! Der Richter der ganzen Erde, sollte der nicht Recht üben?“ Gott sprach: „Wenn ich in Sodom 50 Gerechte finde, werde ich der ganzen Stadt um ihretwillen vergeben.“ Abraham antwortete und sprach: „Sieh, ich habe es gewagt zu meinem Herrn zu reden, obwohl ich Staub und Asche bin. Vielleicht fehlen von den 50 Gerechten 5. Willst du wegen der 5 die ganze Stadt verderben?“ Er sprach: „Ich werde sie nicht verderben, wenn ich dort 45 Aufrichtige finde.“ Und Abraham fuhr fort, zu Gott zu reden und sprach: „Vielleicht finden sich dort 40…“ Er sprach: „Ich werde es nicht tun um der 40 willen.“ Da sprach Abraham: „Mein Herr, zürne nicht, wenn ich rede. Vielleicht finden sich dort 30 Gerechte.“ Er sprach: „Ich werde es nicht tun, wenn ich dort 30 finde.“ Da fing Abraham wieder an: „Sieh, ich habe es gewagt, zu meinem Herrn zu reden. Vielleicht finden sich nur 20.“ Und Gott: „Ich werde sie nicht verderben um der 20 willen.“ Da bat Abraham abermals: „Mein Herr, zürne nicht, wenn ich dies eine Mal noch rede. Vielleicht finden sich dort 10.“ Und Gott antwortete: „Ich werde sie nicht verderben um der 10 willen.“ Als er aufgehört hatte, zu Abraham zu reden, ging Gott weg. Abraham aber kehrte an seinen Ort zurück. 

Woher ich das weiß:Hobby – Ich befasse mich gerne mit solchen Themen

Aurina 
Beitragsersteller
 27.05.2023, 22:03

Stimmt, hatte ich wohl vergessen.

Doch wieso hat Gott das eigentlich nicht gewusst mit den Gerechten?

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Hallo Aurina,

auch ein sehr gläubiger Mensch hat hier und da eine andere Ansicht als Gott und Jesus. Schließlich sind wir alle zum einen unvollkommen - weswegen uns unsere Empfindungen manchmal täuschen können - und zum anderen sehen wir vieles eben aus der rein menschlichen Perspektive. In der Bibel steht:

"Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege“, erklärt Jehova. „Ja wie der Himmel höher ist als die Erde, so sind meine Wege erhabener als eure Wege und meine Gedanken erhabener als eure Gedanken" (Jesaja 55:8,9).

Meine Erfahrung ist die: Je genauer ich mich mit der Bibel beschäftige, umso leichter fällt es mir, die Gedanken und Empfindungen Gottes zu verstehen und sie mir zueigen zu machen (soweit es auf der menschlichen Ebene möglich ist).

Dann ist mir eines auch aufgefallen: Manchmal sagt mir mein Gefühl etwas anderes, als das, was in der Bibel steht. Es wäre für mich leicht, diesem Gefühl nachzugeben, doch weiß ich auch, dass es mir dann auf längere Sicht gesehen, schlechter gehen würde. In meinem Leben habe ich oftmals gesehen, dass das, was in dem folgenden Bibeltext steht, ganz genau zutrifft:

„Ich...bin dein Gott, der dich zu deinem Nutzen lehrt, der dich auf den Weg führt, den du gehen sollst. Wenn du doch nur meine Gebote beachten würdest! Dann würde dein Frieden so werden wie ein Fluss und deine Gerechtigkeit wie die Meereswellen" (Jesaja 48:17,18).

Wenn es also in der Bibel etwas gibt, was mir nicht so ganz zusagt, liegt es nicht an der Bibel, sondern an meiner eigenen Sicht der Dinge. Wenn uns Gott zum Beispiel ein Gebot oder einen Grundsatz gibt, dann tut er das nicht, um uns zu ärgern, sondern, wie das dieser Text zeigt, damit wir einen Nutzen davon haben.

LG Philipp

eine gesunde Einstellung, denn da steht so manches Fragwürdiges drin, dort werden ständig Menschen "gesegnet", die sich absolut nicht vorbildlich verhalten, andere hart bestraft ohne erkennbaren Grund. Man "muss" nur alles tun wie es die Bibel sagt, wenn man von sich selbst sagen will dass man ein "bibeltreuer Christ" (ist auch der Name einer entsprechenden Bewegung) ist.

Wenn du nur die für dich inspirierenden Quellen der Bibel nutzen willst, spricht nichts dagegen. Sie ganz sein zu lassen wäre natürlich auch völlig ok, da man nicht mal sagen kann, wer sie denn nun geschrieben hat (ohnehin verschiedenste, tausende Jahre alte gemischte Quellen, die zusammengetragen wurden), wie vieles durch die Kirche später umgeändert, verfälscht, versteckt etc. wurde. Es wäre also viel bedenklicher, wenn du unbedingt alles wörtlich nehmen wolltest um dich an alles zu halten.


Aurina 
Beitragsersteller
 27.05.2023, 16:06

Bist du gläubig?

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Cruisendust  27.05.2023, 16:12
@Aurina

in gewisser Weise ja, aber nicht klassisch biblisch orientiert. Ich gehe in Richtung "Prä-Astronautik" was bedeutet, dass man glaubt, die Erde und die Menschheit wurden schon vor tausenden von Jahren von Außerirdischen beeinflusst/geschaffen. Ich glaube am ehesten, dass die biblischen Schriften etwas damit zu tun haben, dass solche frühen Außerirdischen die Erde als Stützpunkt (die genauen Absichten kann man natürlich nicht so leicht wissen) genutzt haben und den Menschen einiges an Wissen verraten und für die Nachwelt diktiert haben.

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Ich bin evangelischer Christ. Die evangelische Kirche entstand ja dadurch, daß die Reformatoren (Außer Luther auch Calvin und Zwingli) das, was die Kirche lehrte, in Frage stellten und anhand der Bibel belegen konnten. Also ist es gute protestantische Tradition, Dogmen auch mal anhand der Bibel zu überprüfen. Luther stellte die Freiheit des Gewissens stärker heraus. Das bedeutet für dich, wenn du eine Anweisung der Bibel nicht verstehst oder gar für ethisch fragwürdig hältst, dann darfst du dein Gewissen entscheiden lassen. Fanatiker betäuben ihr Gewissen. Damit fällt es ihnen leichter, auch den unsinnigsten und menschenfeindlichsten Anweisungen blind Folge zu leisten - in der festen Überzeugung, das Richtige zu tun.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Ich habe Religionspädagogik studiert.

Hallo und ja ich kann dich verstehen: Die kurze Antwort: Nein.

Die lange Antwort: Als das Christentum gegründet wurde, war es eine andere Zeit. Die Menschen haben anders miteinander und gegeneinander gelebt. Als dann die ersten Gegebenheiten entstanden sind, hat der Mensch die Wirksamkeit dieser Worte erkannt und deswegen für sich zu Nutze gemacht. Ab diesem Zeitpunkt hat der Mensch als "Gottes Sprachrohr" agiert, obwohl er nur egoistisch seine Ziele verwirklichen wollte. Daher denke ich, ist die Kirche heute so etwas wie eine "Glaubens-Mafia".

Ich habe mal gehört, dass auch Jesus ein Testament geschrieben haben soll und folgendes soll da drin gestanden haben:

"Verehre mich nicht in einem Haus, gebaut aus Holz und Stein. Verehre mich nicht in Büchern, geschrieben auf Papier. Hebe einen Stein auf und sehe mich, nehme einen Stock in die Hand und erkenne mich..."

Kein Wunder das wenn es wahr ist, dass nicht in der Bibel steht" 😉

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Anastasia65  27.05.2023, 21:47

Zu Jesu Zeiten wurde Wichtiges ja auch nicht auf Papier geschrieben, sondern auf Tierhäute.

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Bodesurry  27.05.2023, 17:04
"Verehre mich nicht in einem Haus, gebaut aus Holz und Stein.

Das klingt ganz nach Thomas-Evangelium. Das ist sicher nicht von Jesus geschrieben.

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