Muss man als Christ die Ehe von staatlicher Anererkennung abhängig machen?

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20 Antworten

"Muss man als Christ die Ehe von staatlicher Anererkennung abhängig machen?" - Ja, wenn die Ehe nicht "nur" vor Gott, sondern auch weltlich anerkannt werden soll und damit gewisse Leistungsansprüche an den Staat, die Gemeinschaft begründet werden sollen.

Sind amtliche Nachweise für eine weltliche Eheschließung durch "Umstände" verloren gegangen, so wird ein aufrechter Christ versuchen, diese wieder zu beschaffen. Selbst, wenn dies nicht möglich sein sollte, wird er sich an sein einstiges Ja-Wort gegenüber seinem Ehepartner im "Angesicht Gottes" erinnern und sich weiterhin in Liebe gebunden fühlen, auch ohne weltlichen, schriftlichen Nachweis.

cherami 21.10.2014, 09:57

Danke für den Stern!

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Als Christ sollte man sich auch verpflichtet fühlen, nach weltlichen Gesetzen zu leben (auf jeden Fall sofern sie nicht im Widerspruch zu den Geboten stehen).

Die Ehe ist eines der wichtigsten Bündnisse vor Gott und zwischen den Menschen, wenn nicht das wichtigste in dieser Hinsicht. In der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist die Ehesiegelung für irdische Zeit und himmlische Ewigkeit ein durchaus mögliches Bündnis in dieser Form, doch es setzt eine standesamtliche Trauung voraus. Dies bedeutet also dass eine kirchliche Trauung (im Tempel) nur erfolgen kann, wenn zuvor eine nach weltlichem Gesetz geschlossen wurde.

Ob dies in allen Kirchen so gehandhabt wird, kann ich natürlich nicht wissen. Ich weiß nur, dass bei allen Hochzeiten, bei denen ich zugegen war, zuerst die standesamtliche Trauung und dann die kirchliche stattfand, und alle bisherigen kirchlichen Trauungen, bei denen ich in meiner Verwandtschaft eingeladen war, waren allesamt evangelisch.

Staatliche Anerkennung ist Fundament einer offiziell geschlossener Ehe.

Hallo Fred4u2,

natürlich bist du an eine Eheschließung gebunden, egal ob Christ oder nicht, egal ob Inland oder Ausland. Das ist nicht von der staatlichen Anerkennung abhängig.

Nur - gegebenenfalls kann man das nicht nachweisen.

Genau aus diesem Grund besteht zum Beispiel für Katholiken in Deutschland die Formpflicht, die Ehe nach der standesamtlichen Trauung auch kirchlich zu schließen, da früher vor allem die Frau ungeschützt dastand, wenn der Mann sich aus dem Staub machte und wo anders wieder heiratete.

Klaraaha 07.09.2014, 14:52

Die Formpflicht gab es nur (gibt es heute nicht mehr) weil Bismarck die staatliche Ehe eingeführt hat. Vorher gab es nur religiöse Trauungen. Die wurden nur in die Kirchenbücher eingetragen, da war nix mit Standesamt. Da es vielen wurscht war, was Bismarck wollte und eben weiterhin nur kirchlich geheiratet wurde, bekamen die Pfarrer eine Strafe aufgebrummt, wenn sie Paare trauten, die vorher nicht staatlich geheiratet hatten. Die Kirchen haben sich irgendwann auch verpflichtet sich an diese staatlichen Vorschriften zu halten. Sie müssen es heute nicht mehr, weil es gegen die heutigen Gesetze verstößt. Am 01. Januar 2009 wurde das Gesetz endgültig abgeschafft. Eine kirchliche Trauung vor dem Standesamt oder nur eine kirchliche Trauung ganz ohne Standesamt ist möglich.

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salome77 07.09.2014, 17:21
@Klaraaha

Eine evangelische Trauung ist nicht ohne Standesamt möglich, eine katholische nur im Ausnahmefall.

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Nadelwald75 07.09.2014, 20:06
@Klaraaha

Hallo Klaraaha,

die Formpflicht habe ich zunächst nur darauf bezogen, dass für den Katholiken die standesamtliche Hochzeit für eine gültige Ehe nicht ausreicht.

Zur Präzisierung: Eine rein standesamtliche Hochzeit kann als sakramentale Ehe von der Kirche anerkannt werden, wenn z.B. bei einer konfessionsverschiedenen Ehe der katholische Partner dies bei seinem Pfarrer beantragt.

Zu deinem Hinweis bzgl. der Formpflicht auch eine Präzisierung:

Folgen des Wegfall der §§ 67 und 67 a PStG a.F. ab Ja. 2009: Christliche Eheschließungen

Ein Paar, das sich in Deutschland ohne standesamtliche Eheschließung nur kirchlich trauen lässt, befindet sich in einer Verbindung, die von staatlichem Recht als nichteheliche Gemeinschaft angesehen wird – mit allen Konsequenzen der Nichtanwendung des staatlichen Eherechts (Erbrecht, Steuerrecht, usw.).

Nach ersten Verlautbarungen der evangelischen Kirche bleibt es dort wie bisher: Keine kirchliche Trauung ohne vorherige Zivilehe. Dem wird sich nach ersten Meldungen voraussichtlich auch die katholische Kirche anschließen.

Die Deutsche Bischofskonferenz bedenkt derzeit ihre kirchenrechtlichen Regelungen.

Quelle: www.theology.de/kirche/amtshandlungen/trauung/kirchlichetrauungohnestandesamt.php

Inzwischen weitere Info aus weedix-ratgeber: Auch die katholische Kirche teilt diese Haltung im Wesentlichen: Eine kirchliche Eheschließung ohne Urkunde vom Standesamt ist nur in Ausnahmefällen und mit Zustimmung des zuständigen Bischofs möglich. Dieselbe Regelung gilt übrigens auch in Österreich.

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Die Ehe ist eine rein weltliche Angelegenheit. Dass die Kirche und die Bibel sich damit überhaupt befassen liegt nur daran, dass es zu damaligen Zeiten keine Trennung von Staat und Kirche gab. Die Religion übernahm daher die Definition von Sittengesetzen. Heute ist das (eigentlich) nicht mehr so.

Deswegen wäre es absolut widersinnig, einer Ehe ohne staatliche Anerkennung irgendeinen Stellenwert beizumessen: Die staatliche Anerkennung ist der eigentliche Sinn einer Ehe! Die Religion gibt dazu nur ihren "Segen" (oder auch nicht). Auf den kann man aber verzichen, wenn man nicht religiös ist.

Darf man als Christ die Ehe von staatlicher Anererkennung abhängig machen?

In der Bibel werden die Ehen auf unterschiedliche Weise geschlossen. Gemeinsam ist, dass die Heirat öffentlich ist. Also ist die Ehe von gesellschaftlicher Anerkennung "abhängig". In D ist das die Heirat vor dem Standesamt.

Ist man an eine im Ausland vollzogene Eheschliessung für die es aufgrund chaotischer Umstände in dem Herkunftsland keine Papiere mehr gibt gebunden?

Wenn ihr nicht nachweisen könnt, dass ihr verheiratet seid, könnt ihr das hier vor dem Standesamt auch "nachholen":

Wenn du aus einer Ehe raus willst: Gott hasst Scheidung. Ich denke nicht, dass es Ihm gefällt, wenn du jetzt eine "Hintertür" suchst.

Die staatliche Anerkennung ist "des Kaisers" - damit erwirbst du dir Rechte auf Ehegattensplitting, Witwen-/ Witwerrente usw. Wie du als Christ zu einem anderen Menschen stehst, ist "Gottes" - und in der Bibel steht nichts von Standesamt... Wenn du aber meinst, ein Versprechen rückgängig machen zu können, weil dafür Beweise fehlen, hat das weder mit Gott noch mit dem Staat zu tun. Solange die Papiere nicht wieder auftauchen (oder entsprechende Zeugen/ Videos o.ä.) bist du "frei"... falls es aber doch rauskommt, ist der Staat sicher erst mal unangenehmer als Gott (der urteilt wohl erst NACH deinem Ableben) oder dein Gewissen!

Irgendwie scheint hier jeder vergessen zu haben, dass es eine eheähnliche Gemeinschaft, die auch staatlich anerkannt ist, gibt. Um die Vorteile hier in Deutschland, zumindest einige davon, zu "genießen", sollte diese eingetragen werden. Ansonsten gibt es keine Probleme.

Fazit: Eheschließungen sind kein Spassakt und die Gebundenheit ist doch dokumentiert oder, auch wenn die Papiere verschwunden sind?

Hier stellt sich kaum die Frage, ob man als Christ die Ehe von staatlicher Seite abhängig machen muss, sondern eher die Frage nach der Notwendigkeit und selbige ist, zumindest in Deutschland, zu verneinen.

Diese Darlegung gilt für heute, weil morgen sich die Gesetze durchaus ändern können. Hier gilt immer die Devise: Gib dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist.

Liebe Grüße und Gott mit Euch

Die Staatlich anerkannte Eheschließung erfolgt aus folgenden Gründen:

  • Vermeidung der Polygamie
  • Anerkenntnis in steuerlichen Belangen
  • Anerkenntnis auf Anspruch der Familienversicherung
  • Anerkenntnis bei Rentenansprüchen
  • Anerkenntnis im Erbfall

......um nur einige zu nennen.

Man muss also bei der Eheschließung wissen, man heiratet nicht nur um einen Status zu belegen, man heiratet auch um das Anrecht auf Ansprüche in vielen Lebenslagen zu gewährleisten.

In Bezug auf Deine Fragestellung, religöse Eheschließung muss mit staatlicher Anerkenntnis geschlossen werden.

Kommen wir nun zu den vorsichtigen Formulierungen Deiner Frage.

Kann es sein, dass Du hier von einer islamisch gesprochenen Ehe redest ? Falls ja, dann besteht im europäischem Raum keine Rechtsgültigkeit. Die Rechtsgültigkeit würde nur dann anerkannt werden, wenn beide Ehepartner z.B. eine Moscheebescheinigung zur Heirat im beidseitigen Einverständnis als rechtsgültig amtlich erklären. Da ich aus Deiner Frage herrauszulesen meine, dass zumindest die beidseitige Einverständniserklärung zweifelhaft erscheint, wäre die Erlangung einer rechtlichen Anerkenntnis nicht gegeben.

Solltest Du aber trotzdem von Zweifel geplagt sein, jedes Land, mit noch so chaotischen Zuständen, hat hier in Deutschland eine Botschaft oder Konsulat. Folglich können in diesen Dependencen Rechtsmittel eingelegt werden.

Hallo,

die christl. Konfessionen haben (hatten) teils unterschiedliche Auffassungen von der "Gültigkeit" (darum geht es dir doch - oder ?) einer Ehe. Die staatliche Anerkennung war da aber nie ein Kriterium. Alle Beiträge, welche hier direkt oder indirekt ein solches beinhalten sind irreführend. "Formal" wird auch von der Religion (i.A.) "Öffentlichkeit" gefordert, also "Bezeugung" der Eheschließung.(Trauzeugen) Dies ist vor allem wichtig wegen der "Unauflöslichkeit" der Ehe. Anonym geht nicht. Inhaltlich erfolgt die gültige Eheschließung durch die freie Willensbekundung der Partner eben auch eine Ehe (entsprechend der christl.Lehre) miteinander einzugehen.(und einige "kleine" Nebenbedingungen) Dies allein ist die sakramentale (kath., orthodox u.a) Handlung.Der Priester ist dabei unbeteiligt.

Gruß Viktor

Wenn zwei Herzen füreinander entflammt sind, dann sind sie auch schon vor Gott miteinander verbunden, bis daß der leibliche Tod sie scheidet! Zusätzlich ist es im Sinne der Ordnung Gottes notwendig, daß das Paar sein Treuegelöbnis vor Zeugen im Standesamt abgibt. Mehr ist von Gott aus nicht erforderlich. Auch wenn Papiere verloren gingen, ist man an die Eheschließung vor Gott gebunden. Denn Gott, unser Vater im Himmel, vergißt nichts. Und die Papiere können, wenn zuweilen auch mühsam, wieder berschafft werden.

Vor Gott Ja ! Wenn du eine Ehe nur vor der Kirche abschließt, was übrigens geht ! bist du aber nicht auf der Gesetzlichen Rechtslage-seite , und kannst dich darauf nicht berufen. Du hast also keinen Rechtsschutz, wenn irgendwas ist, Z,B der Tot des Ehepartnerspassiert , dann bekommst du keine Rente, da du ja Staatlich nicht als Verheiratet gemeldet bist. Rentner machen sich das zu Nutzen, wenn sieVerwitwet sind. damit ihnen nicht die Rente gekürzt wird.Wenn du also in einem kaotischen Staat nur Kirchlich heiratest, so kannst du in einem anderen Land Staatlich heiraten, weil du ja nicht offiziell registriert bist, Aber dadurch entziehst du dich somt auch der Verantwortung der ersten Ehe, was ich vermute, Aber das ist nicht Gottes wille. Darum hat er dir eine Moral und ein Gewissen gegeben. Auch wenn du rechtlich vieleicht ein Schlupfloch gefunden hast ! Man hat für seine Familie gerade zu stehen, Gesetzlich ist hier zweitrangig, da es um Menschen geht.

Eine Ehe wird auf dem Standesamt geschlossen. Alles weitere ist nur Beiwerk. Also ist die staatliche Anerkennung der Kern der Ehe.

ArchEnema 07.09.2014, 13:02

Anmerkung: Heutzutage. Zu biblischen Zeiten gab es kein Standesamt. Da war das "Beiwerk" der offizielle und rechtlich bindende Akt. ;-)

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realsausi2 07.09.2014, 13:06
@ArchEnema

Damals war auch der Dorfälteste Richter und Gesetzgeber und sogar Vollstrecker in Personalunion. Da sind wir heute zum Glück etwas weiter ;)

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ArchEnema 07.09.2014, 13:31
@realsausi2

Eine Wertung wollte ich ja nicht abgeben, nur mehr Kontext liefern. ;-)

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helmutwk 07.09.2014, 16:31
Eine Ehe wird auf dem Standesamt geschlossen.

In Deutschland.

Aber es gibt auch die Möglichkeit, eine Ehe im Ausland zu schließen, und die dann in D registrieren zu lassen. Ich hab z.B. im Ausland geheiratet, weil das weniger Behördenkram bedeutete (das betrifft Sonderfälle, meine Frau stammt aus dem Ausland, es gab aber nach der Wiedervereinigung auch ehemalige DDR-Bürger, die die zur Heirat notwendigen Papiere nicht aufbringen konnten und deshalb diesen Weg gingen).

Also ist die staatliche Anerkennung der Kern der Ehe.

Aus Sicht des Staates. Gefragt war aber, wie das aus christlicher Sicht aussieht.

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Hallo Fred4u2

Das hängt letztlich von deiner Konfession ab. Bei einer Vorreformationischen Kirche ist entscheidend ob die Ehe vor einem Priester und damit vor Gott geschlossen wurde. Sie währe damit lebenslänglich gültig.

Bei Lutheranern gilt „Die Ehe ist ein weltlich Ding“ (Zitat Luther) aber das ist kein Problem, du kannst trotzdem eine neue Ehe eingehen, die alte hört damit auf. (zu Luthers Zeiten war das noch anders, da konnte man bis zu zehn Frauen gleichzeitig heiraten.

Wie das die Reformirten sehen weis ich leider nicht, aber bei Freikirchen wird das unterschidlich gehandhabt. Meist ist eine neue Ehe kein Problem.

Wie es sich für eine Weltliche Hochzeit verhält erfärst du beim Standesamt oder Beim Konzulat. Du kannst übrigens auch deinen Pfarrer fragen, der kennt sich besser aus als wir alle zusammen.

MfG Klaus.

helmutwk 07.09.2014, 16:25
Bei Lutheranern gilt „Die Ehe ist ein weltlich Ding“ (Zitat Luther)

Ja, und das entspricht auch dem, was sich in der Bibel finden lässt. Die Eheschließung geschieht nach weltlichen regeln.

aber das ist kein Problem, du kannst trotzdem eine neue Ehe eingehen, die alte hört damit auf

Das ist aber nicht das, was Luther gesagt hat. Bis vor zwei Generation hätte dir jeder Lutheraner widersprochen. Strenge Lutheraner (z.B SELK) und viele andere (z.B. die meisten Freikirchler) werden da auch widersprechen.

zu Luthers Zeiten war das noch anders, da konnte man bis zu zehn Frauen gleichzeitig heiraten.

Verleumdung Luther hat einmal sich dazu breitschlagen lassen, dass jemand zwei Frauen hat, hat sehr bald einen Rückzieher gemacht. "Zu Luthers Zeiten" konnte niemand 10 Frauen gleichzeitig haben (noch nicht mal der Islam erlaubt das).

Wie das die Reformirten sehen weis ich leider nicht, aber bei Freikirchen wird das unterschidlich gehandhabt. Meist ist eine neue Ehe kein Problem.

"Kein Problem" ist auf jeden Fall die falsche Formulierung. Allerdings kann mensch der Meinung sein, dass es Vergebung der Sünden gibt und damit einen Neuanfang, der auch eine neue Ehe einschließen kann. Aber "unproblematisch" ist das nicht.

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Klaus02 11.09.2014, 23:03
@helmutwk

Ob das jetzt Verleumdung ist?

Meine persönliche Erfahrung ist, das sehr viel in Luthers Leben verheimlicht wird, wohl um die „Lichtgestalt“ vor unschönen Wirklichkeiten zu schützen. Beim Googlen hab ich leider nichts finden können, was letztlich nur bedeutet das anderes im Suchergebnis weiter oben ist.

Ich kann mich daran erinnern das ich gelesen habe das Luther vom Gleichnis der 10 Jungfrauen her die Mehrehe rechtfertigte, aber empfohlen hat sie zu verheimlichen um der öffentlichen Ordnung wegen. Also auf gut Deutsch, er hat den Fürsten die Mehrehe erlaubt, allerdings von ihnen erwartet das sie sie nicht öffentlich leben um die einfache Landbevölkerung nicht vor den Kopf zu stoßen. Sicherlich ein starkes Argument für einen Übertritt aus edelsten Gründen zum Luthertum.

Wie gesagt, wenn ich derartige Geschichten gehört habe, haben die Protestanten mir immer gesagt das es nicht stimmt. Aber wenn es kontrollierbar war erschienen mir die „Schauerdmärchen“ immer recht glaubwürdig.

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helmutwk 13.09.2014, 07:29
@Klaus02
Meine persönliche Erfahrung ist, das sehr viel in Luthers Leben verheimlicht wird

"Verheimlicht" in dem Sinn, dass niemand davon weiß, wird nichts. aber es ist schon so, dass viele unangenehme Sachen nur Fachleuten bekannt sind - wer schaut schon in die Weimarer Ausgabe von Luthers Werken.

Luther hat aber auch das Pech, dass seine "Tischreden" protokolliert und veröffentlicht wurden, natürlich in bester Absicht. Nur war es bei den damaligen hygienischen Verhältnissen tatsächlich gesünder, bei Tisch alkoholische Getränke statt Wasser zu genießen, da Wittenberg in keiner Weingegend liegt, hat Luther also bei seinen Tischreden immer mehr oder weniger viel Bier intus gehabt. Natürlich hat er da meist sinnvolles gesagt, aber eben nicht immer, und darauf stürzen sich manche Kritiker.

Die Entscheidung, dem Landgrafen von Hessen auf dessen flehentliche Bitte eine zweite Frau zu genehmigen, hat Luther aber wohl im nüchternen Zustand getroffen ... nur eben keine 10. Und das war ein Einzelfall, Luther hat, als das öffentlich wurde, bald wieder zurückgerudert.

Vor allem ist eine auch damals von allen Seiten kritisierte Entscheidung Luthers eben nicht gleich die Verhältnisse "zu Luthers Zeiten".

Ich kann mich daran erinnern das ich gelesen habe das Luther vom Gleichnis der 10 Jungfrauen her die Mehrehe rechtfertigte

Dazu hätte ich gerne einen Beleg.

Laut Wiki hat Luther lediglich gesagt, dass Bigamie besser wäre als Scheidung. In Afrika, wo es um die Frage geht, was mit Neubekehrten ist, die schon mehr als eine Ehefrau haben, sehen das einige Kirchen genauso. Allerdings haben sviw die deutschen Missionare (einschließlich der Lutheraner) so was fast einhellig abgelehnt.

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Vor Gott und den Menschen bleibst du verheiratet (Ehesakrament), nach deutschem Recht warst du es nie (Verbot der religiösen Voraustrauung). Wie du als Mensch damit umgehst, ist deine Sache.

G imager761

Klaraaha 07.09.2014, 09:02

Das Verbot der religiösen Voraustrauung ist überholt und längst abgeschafft. Ansonsten hast du Recht. Es interessiert den Staat nicht, ob jemand religiös verheiratet ist oder nicht Da zählt nur die standesamtliche Trauung..

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soviel ich weiss darf man nicht religiös heiraten, solange man nicht zivil geheiratet hat, das ist Gesetz, zumindest in A und CH.

Ich nehme an, dass die Christen die Zivilehe nicht anerkennen, sonst würden sie keine eigene Zeremonie machen.

Klaraaha 07.09.2014, 09:55

Wie es in CH ist, weiss ich nicht. Die Österreicher haben die deutschen Gesetze mit dem Anschluß an DE in der Nazizeit übernommen. Beide Länder haben das längst abgeschafft, nur wissen viele nichts davon und heiraten erst standesamtlich.

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salome77 07.09.2014, 17:20
@Klaraaha

Weil die evangelischen Landeskirchen weiterhin die standesamtliche Trauung voraussetzen und auch die katholische Kirche nur in Ausnahmefällen davon abweicht.

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Das muss wohl jeder für sich beantworten, ich denke nicht, dass man das verallgemeinern kann.

Hallo Fred4u2,

Deine erste Frage lautet:

Muss man als Christ die Ehe von staatlicher Anererkennung abhängig machen? bzw. Darf man als Christ die Ehe von staatlicher Anererkennung abhängig machen?

in Heb 13,4a (NGÜ) heißt es:

**4 Die Ehe soll bei allen3 (Fn3 : od.: in jeder Hinsicht) in Ehren gehalten werden;

Damit eine Ehe bei allen in jeder Hinsicht als ehrbar gilt, ist heute die staatliche Anerkennung erforderlich.

Nach deutschem Recht gilt man ohne staatliche Anerkennung als unverheiratet oder ledig. Man müsste, nach einer allein religiösen Trauungszeremonie, beispielsweise dem Finanzamt den Familienstand als "ledig, unverheiratet" angeben.

Ähnliches Recht in dieser Frage gilt heute auch in anderen Staaten. Wenn ein Staat allerdings bestimmte Vertreter von Religionsgemeinschaften ermächtigt, Eheschließungen durchzuführen, haben diese dann auch die staatliche Anerkennung.

Nun zu Deiner weiteren Frage:

Ist man an eine im Ausland vollzogene Eheschliessung für die es aufgrund chaotischer Umstände in dem Herkunftsland keine Papiere mehr gibt gebunden?

Selbstverständlich. Die Güligkeit einer vollzogenen Eheschließung bleibt, auch bei Verlust der Dokumente bestehen. Man könnte auch in den meisten Fällen eine rechtliche Heilung durch Eidesstattliche Erkärung erreichen.

Natürlich ist es wichtig, dass die Ehe in erster Linie staatlich anerkannt wird, da Glaube und Konfession sich im Laufe eines Lebens gravierend ändern können.

kirchliche heirat ist gleich nix standesamtliche heirat ist geltend

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