muss ins krankenhaus eingewiesen werdeb

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2 Antworten

Liebe girlAnna,

dass du Angst hast, ist voll natürlich. Wenn du das durchziehst, hast du aber gute Chancen, hinterher stärker zu sein.

Wovor hast du eigentlich Angst? Wahrscheinlich vor dem Unbekannten. Darum ist es ganz richtig, dass du weiterfragst. was da so gemacht wird und wie das abläuft.

Das ist die beste Art, eine Angst anzugehen: der Sache ins Auge sehen und sie möglichst gut kennen lernen. Angst sagt: "Gefahr!" aber sie sagt nicht wie groß oder realistisch die Gefahr ist und wie sie gebannt werden kann. Das beste Mittel ist: Hinschauen, mit was für einem bedrohlichen Ungeheuer man es zu tun hat. Das machst du schon ganz gut! - Was hier "gefährlich" ist d.h. was deine Seele als solches erlebt, ist vermutlich vor allem, das Gewohnte zu verlassen, was dir ja bei allen Schrägheiten doch auch einen gewissen Halt gibt (einfach weil es gewohnt ist!) und dich in unbekannte Gefilde zu begeben. Also wollen wir mal versuchen, ein bisschen Licht in dieses unbekannte Dunkel zu bringen.

Wahrscheinlich sollst du in eine Jugendpsychiatrie zur Behandlung (Therapie). Vor der Aufnahme gibt es ein Vorgespräch, bei dem du deine Fragen auch stellen kannst (nur Mut!), am besten schreibst du sie dir vorher auf, damit du in der Aufregung an alles denkst. Dann ist meistens eine Wartezeit bevor du überhaupt hinkannst. Der Termin wird dir dann mitgeteilt. Du gehst zur Aufnahme mit Arztgesprächen und Untersuchungen und Führung durch die Gebäude usw. Du wohnst wahrscheinlich mit einer oder zwei anderen Mädchen im Zimmer. Die können dir auch viel erklären und zeigen. Sonst kannst du dich jederzeit an jemand von der Pflege wenden, Tag und Nacht, auch wenns dir dreckig geht. Wie lange man bleibt, ist individuell sehr verschieden. Und ob es einen weiterbringt auch, viel hängt da von dir selbst ab!

Der Ablauf ist überall ein bisschen verschieden, aber überall ziemlich geregelt. Gruppen- und Einzeltermine, Gespräche, verschiedene Therapien und Aktivitäten zB Sport oder Malen oder Basteln oder Singen, Schule und Freizeitangebote. Manchmal ist es eher streng, manchmal eher cool, aber meistens findet man Leute mit denen man sich gut versteht. Oft sind es übrigens auch die Mitpatienten, die einem helfen! Allein die Tatsache, dass da andere sind, denen es ähnlich geht. Du bist nicht allein. Jeder der da ist, ist da weil er/sie Probleme hat. Viele finden auch Freunde.

Du bekommst auch eine Liste was du mitbringen sollst, das ist überall ein kleines bisschen anders. (Sonst frag danach!)

Wie es wird, hängt vor allem davon ab, wie gut man sich auf die Behandlung einlassen kann und wie mutig man (mit der angebotenen Hilfe) die Probleme angeht um die es geht.

Schau dich auch ruhig ein bisschen im Internet um, da gibt es viele Hinweise und Erfahrungsberichte. Allerdings ist es gut sich klarzumachen, dass die selbe Station für den einen super und für den anderen totaler Mist ist. (Das ist ähnlich wie mit einem Arzt, nur dass hier ganz viele Faktoren zusammen kommen). Aber ganz viel hängt von der Einstellung ab, mit der du dich da reinstellst. Die wollen dir dort helfen, und der Sinn der Sache ist, dass man da dafür Zeit hat. Es kann eine sehr intensive, manchmal wahrscheinlich schwere, aber auch sehr fruchtbare, hilfreiche Zeit werden. Den meisten geht es hinterher besser.

Alles Gute dir!

PS: Wenn du noch was anderes (außer meinem Geschreibsel hier) lesen willst: eine gute "Hilfreiche Antwort" zu deinem Thema habe ich unter anderem hier gefunden (aber es gibt viele!):

http://www.gutefrage.net/frage/weiss-einer---was-passiert-wenn-man-wegen-svv-in-die-klapse-kommt

Wieso kratzt du dich die ganze Zeit? Hast du Juckreiz oder willst du "Druck abbauen"? Letzteres wäre der Hinweis auf eine Borderline-Persönlichkeitsstörung, die kann in einer psychiatrischen Fachklinik gut behandelt werden.

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