Muss ich meiner studierenden Tochter (25 Jahre alt), Kindergeld und Krankenversicherung bezahlen, da ich alleiniger Barunterhaltszahler bin?

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4 Antworten

Wenn sie noch keine abgeschlossene Berufsausbildung hat,dann musst du Unterhalt ( nicht Kindergeld ) nach deinem relevanten Nettoeinkommen an sie zahlen und die Beiträge für Kranken und Pflegeversicherung kämen noch dazu !

Ein Schüler oder Student ist vom Gesetz her nicht verpflichtet einer Nebentätigkeit nachzugehen,deshalb findet es das Gericht auch OK.

Und selbst wenn sie einer nachgehen würde,dürftest du nicht das komplette Einkommen von deinem Unterhalt abziehen.

Sie könnte dann erst einmal eine Pauschale von 60 € - 90 € für Aufwendungen ( Fahrkosten ) abziehen,die ihr durch die Tätigkeit entstehen könnten,also gar nicht mal müssten und wenn die Aufwendungen höher wären,dann könnte sie die tatsächlichen Kosten geltend machen,dass müsste sie dir dann aber nachweisen.

Vom restlichen Einkommen dürfte sie dann 50 % ohne Anrechnung auf ihren Unterhaltsanspruch behalten.

Was du zahlen müsstest kannst du grob aus der Düsseldorfer Tabelle entnehmen.

Wenn es sich um die erste Ausbildung handelt, so bist du ihr ggf. noch unterhaltspflichtig.

Der "unterhaltsrechtliche Bedarf" der Tochter liegt - wenn sie nicht mehr im elterlichen Haushalt lebt - bei insgesamt 670 Euro. Das, was von diesem Betrag nicht durch Kindergeld und Nebenjob (wird bei Studenten teilweise auf den Bedarf angerechnet...) abgedeckt werden kann, entspricht dem Unterhaltsanspruch an die Eltern.

Fällt nun das Kindergeld mit dem 25. Geburtstag weg, erhöht sich dadurch logischerweise ihr Unterhaltsanspruch an die Eltern.

Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die Eltern auch tatsächlich mehr zahlen müssen. Denn jeder Elternteil für sich hat eine "Schmerzgrenze" - wo diese liegt, orientiert sich anhand seines alleinigen unterhaltsrelevanten Einkommens an der "Düsseldorfer Tabelle". 

Da mit dem 25. Geburtstag auch die Möglichkeit der "Familienversicherung" wegfällt, könnte die Tochter den Krankenversicherungsbetrag (Studententarif) auch noch bei den Eltern geltend machen, aber nur, wenn die Eltern (bzw. hier du) noch ausreichend leistungsfähig sind (trotz "Kindergeldersatz-Zahlung" die Schmerzgrenze noch nicht erreicht wäre.....).

Könntest du der Tochter nicht mehr Unterhalt (Kindergeld + Krankenversicherung) leisten, könnte sie für die KV einen BAföG-Zuschlag beantragen, das fehlende Kindergeld müsste sie dann aber selbst erwirtschaften....

Tatsächlich müsstest du ihr aber nur mehr zahlen, wenn sie ihre Forderungen entsprechend geltend macht:

Sollte sie einen Titel gegen dich haben, müsste sie diesen also erst abändern lassen.... unter Nachweis, dass sie überhaupt noch einen Anspruch hat (Immatrikulationsnachweis...) und diesen nicht bereits "verwirkt" hat (Nachweis Leistungsscheine, Prüfungsergebnisse etc...).....

Vielen Dank für die Antwort, dann weiß ich, was noch kommen kann. Ich bin jedoch unsicher, wie ich mich weiter verhalte. Meine Tochter fordert weitere Unterhaltszahlungen ein , jedoch ist die Immatrikulationsbescheinigung bis 31.8.2015 gültig gewesen und eine neue ab 01.09.2015 liegt bis jetzt nicht vor, trotz Aufforderung, mir diese zusenden. Verhalte ich mich richtig, bin unsicher, drohen jedesmal mit Lohnpfändung, Vielen Dank für weitere Antworten. I

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@123sprachlos

Wenn die Tochter einen Titel über den Unterhalt hat und dieser nicht befristet ist (zum 31.8.2015) könnte sie die darin festgelegte Summe bei Nichtzahlung tatsächlich pfänden lassen.

Du hättest dann nur die Möglichkeit, selbst prüfen zu lassen, ob der Unterhaltsanspruch der Tochter ggf. "verwirkt" sein könnte und der Unterhalt eingestellt werden könnte. (Volljährige Unterhalt begehrende Kinder sind im Gegenzug verpflichtet, ihre Ausbildung schnellst- und bestmöglich zu absolvieren und über erzielte Leistungen/ Prüfungen/ Ergebnisse... Rechenschaft abzulegen, da ansonsten ihr Anspruch verwirken könnte...)

Dass die Immatrikulation zum 31. August befristet war, könnte darauf schließen lassen, dass das Studium bis dann abgeschlossen sein sollte und der Unterhaltsanspruch nicht mehr gegeben wäre. Denn das laufende Semester endet ja "normalerweise" erst mit Beginn des nächsten - je nach Einrichtung zum 1. oder 12. Oktober 2015....

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Wenn das ihr 1. Studium ist, und nicht ein Zweites. Wenn sie vorher keine andere Ausbildung hatte (Lehre) dann musst du es tun. Nach deinen Möglichkeiten (siehe Düsseldorfer Tabelle). Aber, was spricht dagegen dass sie sich einen Nebenjob sucht um dich ein wenig zu entlasten? Du hast sicher schon mal etwas vom BAFÖG gehört. Das wäre eine weitere Möglichkeit.

Vielen Dank für die Antworten, es ist ihr 1.Studium,wo sie jetzt seit 2Semestern den Master macht und es soll noch weiter gehen.

Es liegt mir zum jetzigen Zeitpunkt keine Immatrikulation vor, jedoch fordert sie mich auf weiter Unterhalt zuzahlen. Da sie 25 ist erhält sie jetzt kein Kindergeld mehr vom Staat und aus der Familienversicherung ist sie nicht mehr krankenversichert. Bisher war sie das bei meiner Exfrau.

Sie hatte einen Nebenjob,den hat sie aufgegeben aufgrund der Anrechnung auf den Unterhalt und das Gericht findet das in Ordnung.

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häääh, du mußt ihr kein Kindergeld zahlen, das kommt vom Arbeitsamt. Normal ist sie familienverscihert bis 25 und das beitragsfrei. Anders falls du privat versichert bist.

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