Muss ich Mahnungen/Geschäftsgebühren bezahlen?

5 Antworten

Erster Fehler: Man verhandelt nicht mit Inkassodienstleistern, schon gar nicht telefonisch.

Zweiter Fehler: Der Gläubiger ist mit 99% Wahrscheinlichkeit immer noch derselbe, und gerade *nicht* das Inkasso. Im Masseninkasso kommt eine echte Zession so gut we nie vor, und schon gar nicht für nicht titulierte Forderungen.

Du zahlst dementsprechend deine Schulden direkt an den Gläubiger zusammen mit angemessenen Mahnkosten (€ 2,50 je Briefmahnung und € 9.-- für etwaige Rücklastgebühren - falls angefallen - wären OK). Dann schreibst du einmalig einen Brief an das Inkasso, in dem du feststellst,

  • dass du der Forderung vollumfänglich widersprichst,
  • die Forderung zudem bereits vollständig an den Gläubiger beglichen wurde,
  • du keinerlei Zahlungen an das Inkasso vornehmen
  • und einem evtl. Manhnbescheid (kommt sowieso nicht) widersprechen wirst.

Dann untersagst du dem Inkasso die Datenweitergabe an Dritte gem. BDSG und DSGVO, schickst das Ganze als Einwurfeinschreiben und/oder Fax mit Protokoll und schmeisst alle weiteren Bettelbriefe des Inkassos in die Papiertonne.

Ja das ist normal. Du hast ja Arbeit verursacht, die will sich die Firma ja auch bezahlen lassen. Nicht jeder gibt aber gleich ans Inkasso ab.

Anrufen und mal nett nachfragen, das hilft meistens mehr als auf die Barrikaden zu gehen

Schon getan. Habe nur mehr Tage zum bezahlen bekommen😅 naja

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@Sims066

Er meint damit nicht das Inkassounternehmen sondern den Gläubiger. Die meisten Unternehmen gewähren direkt eine längere Frist und erinnern einen an den verpassten Zahltermin. Es gibt aber auch einige, die das direkt an ein Inkassunternehmen abgeben. Sie sind im Recht und das Inkassounternehmen arbeitet nun - und will für die Arbeit entsprechend ebenfalls bezahlt werden.

In dem Sinne - lass die Gebühren nachrechnen, ob alles seine Richtigkeit hat, aber dem Inkassounternehmen steht auf jeden Fall eine Zahlung zu.

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@LetsPlays
aber dem Inkassounternehmen steht auf jeden Fall eine Zahlung zu.

Aber nicht durch den Schuldner, sondern durch dessen Auftraggeber. Ein geschäftserfahrener Gläubiger kann seine Finanzbuchhaltung und sein Mahnwesen gemäß laufender Rechtsprechung auch selber organisieren. Behilft er sich doch eines Dritten, sind dessen Kosten Kosten des Auftraggebers.

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@FordPrefect

Tja, darf aber auf den Schuldner ausgelagert werden, wenn dieser im Verzug ist (30 Tage nach Fälligkeit nich gezahlt) und anscheinend ist das hier der Fall.

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@LetsPlays

Was an

" Ein geschäftserfahrener Gläubiger kann seine Finanzbuchhaltung und sein Mahnwesen gemäß laufender Rechtsprechung auch selber organisieren. Behilft er sich doch eines Dritten, sind dessen Kosten Kosten des Auftraggebers."

war jetzt unklar? Da ist nichts mit Auslagerung. Wenn es sich nicht gerade um einen Kleingewerbetreibenden oder Handwerker handelt, sind diese Kosten schlicht nicht durchsetzungsfähig. Und zwar völlig zurecht nicht.

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@FordPrefect

Wenn das Inkassounternehmen sowie der Gläubiger sich an alle Richtlinien halten, dann muss man als Schuldner zahlen. So einfach ist das. Da wir hier so toll mit Zitaten um uns herumschmeißen gebe ich dir auch eins, diesmal aber sogar mit Angabe der Herkunft:
"Für Sie gilt, dass Sie solche Inkassokosten nur dann zahlen müssen, wenn Sie sich im Verzug befinden. In Verzug geraten Sie z.B., wenn Sie innerhalb von 30 Tagen nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung nicht zahlen. Sie können auch in Verzug geraten, wenn Sie einen Zahlungstermin nicht einhalten, der mit Ihnen vereinbart (z.B. „zahlbar zum 1. August“) oder leicht zu berechnen ist (z.B. „zahlbar 2 Wochen nach Erhalt der Ware“)." - Bundesministerium der Justiz. https://www.bmj.de/DE/Verbraucherportal/KonsumImAlltag/Inkasso/Inkasso.html

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@LetsPlays

Tja, das ist ja auch per se nicht falsch. Nur eben nicht generell durchsetzungsfähig auf dem Rechtsweg.

Siehe dazu das Urteil des Landgericht Bremen (Geschäfts-Nr. 2- S- 208/12, Urteil v. 22. Juli 2013).

Zitat:

"Vorgerichtliche Kosten sind vor diesem Hintergrund grundsätzlich nicht erstattungsfähig, wenn der Gläubiger, wie hier die Klägerin, geschäftserfahren ist und die Sache, ebenfalls wie hier, aus der Sicht zum Zeitpunkt der Einschaltung des Dritten zu Inkassozwecken keine besonderen Schwierigkeiten aufwies (vgl. BGH, Beschluss vom 31. Januar 2012 — VIII ZR 277/11 —, BGH, Urteil vom 06. Oktober 2010 — VIII ZR 271/09 —, jeweils zitiert nach juris) oder sich der Anspruchsgegner bereits eindeutig und abschließend dahingehend positioniert hatte, dass er den Forderungen vorbehaltlich einer gerichtlichen Geltendmachung nicht nachkommen werde."

Zitat Ende.

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@FordPrefect

Ich habe doch nirgendwo behauptet, dass es immer so läuft - wie erwähnt, alle Richtlinien (auch Gesetze) müssen eingehalten werden, damit eine solche Forderung auch haltbar ist. Da gebe ich dir demnach recht.

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Muss ich das alles wirklich bezahlen oder kann man da was machen?

Das ist der Einsatz wenn man "kleine Summen" glaubt nicht zahlen zu müssen.

Sie erhöhen sie immens. Ein teurer Luxus, den man sich für so etwas leistet. Der Aufwand, kleine Summen einzutreiben unterscheidet sich kaum/unmerklich von größeren Summen.

Leider kommt das Inkasso Team mir nicht entgegen

Warum sollte es das tun? Es scheint dein Fehler gewesen zu sein.

und jetzt sitze ich auf einer Rechnung mit Mahnungen die fast höher sind als das was gekauft wurde.

Ob man 10 Euro anmahnt oder 10000, die dazu nötige Arbeit ist die gleiche.

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