Muss ich jetzt homosexuell leben?

25 Antworten

Hey, das kommt mir wahnsinnig bekannt vor ;)

Ich bin ein Mädchen, bin inzwischen 18 und würde mich inzwischen als hetero oder bi (ganz sicher bin ich mir diesbezüglich nicht) einschätzen. Aber von 15 bis 17 war ich zwei Jahre lang definitiv lesbisch.

Und meine Einstellung dazu ist/war wie deine auch: Ich finde, dass jeder das tun soll, was er für richtig hält, hätte es aber für mich selber nicht für richtig gehalten, auch aus religiösen Gründen (bin katholisch) und hatte außerdem total Angst vor Schwierigkeiten in der Kirche, mir ist und war Kirche nämlich sehr wichtig, quasi wie eine zweite Heimat.

Und ich wollte auch einfach eine Familie mit Kindern haben und war total unglücklich, dass das mit den Kindern nichts ist und ich mir so sehr Kinder gewünscht habe.

Also als allererstes: Bring dich um Gottes Willen nicht um, das macht einen viel größeren Riss zwischen dich und dein Umfeld als Homosexualität es jemals könnte. Außerdem kann es auch sein, dass sich so was wieder ändert, das weiß man nie, ich hätte mit 16 nie gedacht, dass ich mich irgendwann zu Jungs hingezogen fühlen würde und vor einem halben Jahr war ich dann in einen Kumpel total verliebt.

Ansonsten ein paar Ratschläge, was mir geholfen hat und was ich heute ganz anders machen würde:

zuerst einmal: Du hast doch bestimmt irgendjemanden mit dem du über alles redest, einen besten Freund oder eine beste Freundin oder einen Bruder oder eine Schwester oder deine(n) Taufpate/in ...

Sprich mit irgendwem, dem du wirklich vertraust, denn du kannst dich nicht vor allen Leuten verstellen, das zerreißt dich. Wenn du mit irgendwem reden kannst, geht es dir wahrscheinlich schon etwas besser.

Und dann überleg dir, ob du wirklich hinter den dir durch dein Umfeld vermittelten Werten stehst oder ob es für dich vielleicht doch in Frage käme, irgendwann mit einem Mann zusammen zu leben. Du hast nämlich erst mal nur zwei Möglichkeiten: Entweder, du entscheidest dich dafür, dass du irgendwann mit einem Mann zusammenleben willst. Dann kannst du ja immer noch ein bisschen abwarten, bevor du Ernst machst, denn wie gesagt -man weiß nie, wie sich alles entwickelt. Es gibt übrigens auch evangelische Gemeinden, die Homosexualität akzeptieren und homosexuelle Paare auch segnen. (Ehe ist bisher nicht möglich) Zwischen dich und die Kirche macht das also nicht notwendigerweise einen Riss. Und was Gott angeht: Du musst -wohl oder übel- auf dein Gewissen hören. Und wenn das dir sagt, es ist ok, dann hat auch Gott nichts dagegen, der spricht schließlich durch dein Gewissen mit dir.

Oder du kommst zu dem Ergebnis, dass du wirklich hinter den moralischen Prinzipien stehst, wegen denen das für dich nicht in Frage kommt und dein Gewissen sagt dir nach sorgfältiger Prüfung, das geht nicht. Dann musst du schauen, dass du dich nicht zu sehr darauf fokussierst, sonst wird das unerträglich. Konzentrier dich erstmal auf das, was du sowieso machst: Die Schule, die Partei, die Kirche, deine Hobbys, ...

Und such dir vor allem Sachen, die dir Freude machen und dich ausfüllen. Du bräuchtest dann irgendwas, was dir Kraft gibt, denn das ist echt nicht so leicht, jedenfalls am Anfang. Irgendwann gewöhnt man sich wahrscheinlich dran, vermute ich.

Und wenn du scheiterst, woran auch immer, kannst du immer daran denken, dass Gott bereit ist, dir immer wieder zu vergeben, und dich liebt, egal was du tust.

Dass du homosexuell bist, dafür kannst du auf jeden Fall gar nichts, jetzt musst du halt bloß entscheiden, wie du dich verhalten willst und was du draus machst. Und da gilt eben: Du musst das tun, was dein Gewissen dir sagt, also das, wovon du glaubst, dass es richtig ist. Aber vorher musst du gut drüber nachdenken, sonst besteht die Gefahr, dass du einfach das tust, was dein Umfeld von dir erwartet.

Wenn du willst, schreib ich dir die Pro und Contra Argumente, die ich kenne, ich hab mich lange und ausführlich damit beschäftigt ;)

Kommentiere das hier einfach, falls du die Argumente hören willst.

So oder so wünsche ich dir ganz viel Glück und Gottes Segen und dass du die für dich richtige Entscheidung triffst.

Und: Kopf hoch! Auch wenn sich das im Moment nicht so anfühlt, es gibt noch mehr Lebensbereiche außer der Sexualität und wenn in den anderen dein Leben gut läuft, ist das doch auch schon mal was.

Oh, jetzt hab ich vergessen dir zu sagen: Ich an deiner Stelle würde mich so wenig Menschen wie möglich gegenüber verstellen, wenn du deine Entscheidung erstmal getroffen hast. Vorher brauchst du  deine ruhe, damit dir niemand reinredet, denn das ist ganz allein deine Sache. Aber hinterher ist es wahnsinnig befreiend, sich nicht vor allen verstecken zu müssen. Also taste dann am besten vorsichtig vor, wem du vertrauen kannst. Dann musst du wenigstens nicht allen etwas vorspielen. Und sorry für die lange Antwort, ich kann mich nicht so gut kurz fassen ;)

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Stell dir bitte eine Frage:
Für wen lebst du dein Leben?

a) Für deine Partei
b) Für deine Eltern
c) Für deine Religion
d) Für dich selbst

Nur eine Antwort ist richtig ;)

Schau mal, deine sexuelle Orientierung ist dir angeboren und nichts was man sich aussucht oder was einen wie eine Krankheit "erwischt". Es ist eine Facette deiner Persönlichkeit und in der Pubertät entdeckt man einige seiner vielen Facetten erst. Lerne, sie anzunehmen und zu dir selbst zu stehen.

Wenn du dein persönliches Glück von den Ansichten anderer abhängig machst, dann kann das nur schief gehen! Die Amis haben da so einen Spruch, der irgendwo einen wahren Kern hat: When life gives you lemons, make lemonade. Es heißt im übertragenen Sinne, dass man aus einer (subjektiv befundenen) besch***enen Situation einfach immer das Beste machen soll.
Das heißt konkret: Wenn du schwul bist, dann sag es deinen Eltern. Wenn deine Eltern dich nur lieben können, solange du ihrer Vorstellung eines perfekten heteronormativierten Sohnes bist, dann stimmt da was nicht. Du wirst damit nicht glücklich werden!
Bauch rein, Brust raus - werde der 1. schwule Kreistagdabgeordnete, falls es nicht schon sowas bei euch gibt. Und außerdem: Es geht in deiner Partei niemanden etwas an, wen du liebst!
Die Evangelen sind mit Homosexuellen sehr umgänglich. Ein Haus am Stadtrand kannst du auch mit einem Partner zusammen kaufen. Gut, Kinder werden schwierig, aber selbst Heteros haben nicht selten ihre liebe Not mit der Fortpflanzung. Das Leben läuft nicht immer nach Plan und es gibt kein Drehbuch.

Dein größtes Problem ist also nicht deine Umgebung, sondern eigentlich du selbst. Du hast Angst vor einem Leben abseits der Norm, bzw. dessen, was du aufgrund deiner Erziehung und deines sozialen Umfeldes als Norm empfindest. Das ist normal! Menschen bleiben lieber in ihrer Komfortzone... Aber irgendwann wirst du merken,dass der Gedanke normal zu sein eine Illusion ist und es den Standard-Menschen nicht gibt.

Sei lieber du selbst! Viel Erfolg dabei! :)

Hi!

Also wenn ich das mit der Partei so lese, dass überkommt mich eine gewisse Übelkeit! Das bestätigt mir nämlich gerade alle Vorurteile die ich über genau diese Parteien leider habe. Immer etwas rückwärtsgewand und im Grunde stock konservativ (zumindest im ein oder anderen Flügel - nicht überall!)

Verstehe mich bitte nicht falsch: Ich finde sie beide nicht grundsätzlich falsch oder verkehrt und stimme mit einigen Positionen auch manchmal überein.

Aber wenn ein junger Mensch meint, dass er sich nicht zu seiner Sexualität bekennen darf, nur weil er Mitglied in der CDU / CSU ist, dann stimmt doch was nicht, oder sehe ich das ganz falsch? Abgesehen davon: In beiden Partien gibt es bekennend homosexuelle.

Vielleicht solltest Du Dir mal eine andere Partei suchen die Dich so sein lässt wie Du bist... ;-) Kleiner Tipp: Die AfD ist es schon mal nicht... xD

Aber genug des Spottes - Dein Problem ist Dir sicherlich ernst!

Wegen der Kirche würde ich mir am wenigsten Sorgen machen ehrlich
gesagt! Du bist ja evangelisch und nicht katholisch! Die evangelische
Kirche hat sicherlich kein Problem mit Homosexualität!

Sagen musst Du es erst mal niemandem - grundsätzlich nicht. Aber Du solltest Dich mit dem Gedanken anfreunden, dass es halt einfach so ist. Du wirst das nicht ändern können - man kann sich seine Sexualität eben nicht aussuchen.

Suche Dir vielleicht beste Freunde mit denen Du darüber reden kannst. Leute denen Du 100% vertrauen kannst und die es erst mal für sich behalten können. Und dann konzentriere Dich auf das was Dir Spaß macht und nicht auf das, was andere vielleicht von Dir erwarten! Es ist DEIN Leben und niemand hat Dir reinzupfuschen!

Genieße es und lebe es aus  - was anderes bleibt Dir nicht!

Ich wünsche Dir viel Glück und baldige Erkenntnis! Wird schon werden - Kopf hoch!

hi Blockbuster2003, eigentlich ist deinen Worten nicht allzuviel hinzuzufügen, du hast es mit eigenen Worten sehr gut beschrieben, für den : by09521...aber, die evangelische Kirche ist doch bei uns In D die beste Kirche für Homosexuelle...ich habe darüber schon an anderer Stelle mehr geschrieben über : Homosexuelle Liebe

..Hinweis auch für dich, lieber by09521 : am 10.05.16 ca. 20:00 Uhr  wars die Frage von HeikoWeber : Welche Erfahrungen habt ihr mit  deutschen Baptisten-Gemeinden der evang.Freikirche  ?...dazu dann meine Antwort...liebe Grüße...bei evtl. Fragen vlt. auch in meinem Profil als Freund antworten...und dann die Frage hier stellen...

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