Muss ich in meinem Fall einen MPU machen?

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3 Antworten

Danke, das war mal eine kurze und vollständige Schilderung der Sachlage.

Bei Delikten mit BTM (Betäubungsmitteln) sind immer zwei Seiten zu beachten:

Strafrechtlich wird das Verfahren (mit fast an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) nach BTMG §31a eingestellt:


(1) Hat das Verfahren ein Vergehen nach § 29 Abs. 1, 2 oder 4 zum Gegenstand, so kann die Staatsanwaltschaft von der Verfolgung absehen, wenn die Schuld des Täters als gering anzusehen wäre, kein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung besteht und der Täter die Betäubungsmittel lediglich zum Eigenverbrauch in geringer Menge anbaut, herstellt, einführt, ausführt, durchführt, erwirbt, sich in sonstiger Weise verschafft oder besitzt.


Hier trifft alles zu: Geringe Schuld (da Ersttäter), kein öffentliches Interesse (da z.B. keine Verbindung mit dem Straßenverkehr) und geringe Menge (nur 0,7g)

Verwaltungsrechtlich kann der Polizist nach StVG §2 (12) den Konsum an die Führerscheinstelle (FsSt) melden:


(12) Die Polizei hat Informationen über Tatsachen, die auf nicht nur vorübergehende Mängel hinsichtlich der Eignung oder auf Mängel hinsichtlich der Befähigung einer Person zum Führen von Kraftfahrzeugen schließen lassen, den Fahrerlaubnisbehörden zu übermitteln, soweit dies für die Überprüfung der Eignung oder Befähigung aus der Sicht der übermittelnden Stelle erforderlich ist.


Der Konsum von Drogen ist ein solcher "Mangel hinsichtlich der Eignung" und der Polizist hat ja bereits in diese Richtung gedeutet.

Allerdings bedeutet das noch keine MPU!

Es ist in diesem Fall vor der Erteilung einer Fahrerlaubnis "nur" mit der Auflage eines ärztlichen Gutachtens (äG) durch die FsSt zu rechnen.

Voraussetzung für ein positives äG ist zum einen der Nachweis der Abstinenz für mindestens 3 Monate, zum anderen ein positives Gespräch mit dem begutachtenden Arzt.

Bei der geringen Menge kannst Du durchaus noch auf "einmaligen Probierkonsum" plädieren (das wird bei Jugendlichen und Kontakt mit "weichen" Drogen akzeptiert).

Allerdings muß dir auch klar sein, daß "Schluß mit lustig" ist, wenn Du nochmals erwischt wirst - dann zieht die Ausrede nicht mehr.

Also: Hör mit dem Kiffen auf!

Das äG kostet dich übrigens ca. 300€ bis 400€.

Danke für deine deine ausführliche und schnelle Antwort! 

Wo kann ich mich denn informieren ob ein äG bei mir nötig ist? An wen kann ich mich da wenden?

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@Akno88

Zudem wurde das Verfahren bereits eingestellt und ist nicht aktenkundig geworden.

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@Akno88

Das teilt dir die Führerscheinstelle mit, sobald Du den Antrag für die Erteilung einer Fahrerlaubnis einreichst.

Vorher bekommst Du keine Informationen.

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@clemensw

Alles klar danke für vielen Informationen. Eine Frage habe ich noch: wird es sich bei dem äG um einen Urintest oder eine Haarprobe handeln?

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@Akno88

Entweder 2 Urin- oder 1 Haarscreening.

Bitte bedenken: Beide können noch bis zu 3 Monaten nach dem letzten Konsum positiv sein!

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Hallo 

zuerst einmal, hast du den Konsum zugegeben oder wurdest du nur kontrolliert? 

ist ein Konsum von dir bekannt? 

es kann sein, dass die Fsst ein ärztliches Attest anordnet, aber auf jeden Fall keine MPU. 

aber das erfährst du leider erst wenn du einen Antrag auf eine Fahrerlaubnis stellst. 

falls äG, werden 2 Abstinenznachweise verlangt, also vorsichtshalber einen evtl Konsum einstellen 

Hallo, danke für die schnelle Antwort. Konsum habe ich zugegeben und es war zudem der erste Konsum, was der Polizist auch mit notiert hat. 

Steht nun also sicher fest, dass ich ein äG machen muss?

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@Akno88

sicher ist das nicht, kommt drauf an wie human deine Fsst ist. 

aber da du leider den Konsum zugegeben hast wird deine Fsst prüfen wollen ob wirklich deine Aussage wegen dem erstmaligen Konsum stimmt 

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Ohne weitere Infos auch keine Antwort.

Merke: Hier ist GUTEFrage, nicht "Hellsehen-fuer-Anfaenger".

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