Muss ich in Jugendarrest für eine Flasche Vodca?

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3 Antworten

Hallo blub1616,

ich denke Deine Eltern, wollten Dir nur ein wenig Angst machen, was ihnen ja auch anscheinend gelungen ist.

Aber was Dir wirklich passieren kann, steht im folgendem Gesetz:


§ 5 Jugendgerichtsgesetz - Die Folgen der Jugendstraftat

(1) Aus Anlaß der Straftat eines Jugendlichen können Erziehungsmaßregeln angeordnet werden

(2) Die Straftat eines Jugendlichen wird mit Zuchtmitteln oder mit Jugendstrafe geahndet, wenn Erziehungsmaßregeln nicht ausreichen. 

(3) Von Zuchtmitteln und Jugendstrafe wird abgesehen, wenn die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus oder einer Entziehungsanstalt die Ahndung durch den Richter entbehrlich macht.


Die fett dargestellten Erziehungsmaßregeln werden meist in Form von Sozialstunden in einer sozialen Einrichtung verhängt.

Kann also sein, dass Du paar Sozialstunden in einem Altenheim oder in einer Behindertenwerkstatt ableisten.

Wegen einer Flasche Vodka ist es aber fast gänzlich ausgeschlossen, dass Du zu einer Freizeitentziehenden Maßnahme verurteilt wirst.

Im Gegenteil, wenn Du noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten bist, kann es sogar sein, dass Du gar nicht vor Gericht musst, sondern dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen Dich nach folgender Rechtsgrundlage einstellt:


§ 153 StPO - Einstellung wegen Geringfügigkeit

(1) Hat das Verfahren ein Vergehen zum Gegenstand, so kann die Staatsanwaltschaft mit Zustimmung des für die Eröffnung des Hauptverfahrens zuständigen Gerichts von der Verfolgung absehen, wenn die Schuld des Täters als gering anzusehen wäre und kein öffentliches Interesse an der Verfolgung besteht. Der Zustimmung des Gerichtes bedarf es nicht bei einem Vergehen, das nicht mit einer im Mindestmaß erhöhten Strafe bedroht ist und bei dem die durch die Tat verursachten Folgen gering sind.


So gesehen wird Dir nicht viel passieren.

Und den Rat der anderen User, Dir einen Rechtsanwalt zu nehmen halte ich für ziemlich unsinnig, denn der wird Dir nicht gestellt, weil dass nur bei schwereren Straftaten wie beispielsweise Mord der Fall ist.

Du hast aber nur einen Diebstahl begangen und müsstest die Kosten für den Rechtsanwalt selber übernehmen, was im Angesicht der zu erwartenden Strafe von paar Sozialstunden in keinem Verhältnis steht. Im übrigen kann ein Rechtsanwalt weder Wunder  verbringen, noch den Diebstahl wegdiskutieren können.

Die Verurteilung wird auch später nicht im Führungszeugnis stehen, weil da nur wesentlich höhere Strafen drin stehen.

Schöne Grüße
TheGrow

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Verweigere die Aussage und du hast Recht auf einen Anwalt wenn du dir keinen Anwalt leisten kannst wird man dir einen stellen

P.S. mach auf einsichtig und für eine Flasche wirst du nicht in Jugendarrest gesteckt

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Kommentar von TheGrow
29.11.2015, 19:06

du hast Recht auf einen Anwalt

Da ist richtig, nur was soll ihm der Anwalt außer Kosten bringen? Wahrscheinlich wird das Verfahren sowieso eingestellt oder er muss allenfalls paar Sozialstunden ableisten.

wenn du dir keinen Anwalt leisten kannst wird man dir einen stellen

Das kannst Du mal ganz getrost vergessen, dass ihm ein Anwalt gestellt wird. Das ist nur der Fall unter denen es notwendig ist, sich zu verteidigen. Siehe folgendem Link

https://dejure.org/gesetze/StPO/140.html

Da er aber nur einen Diebstahl, sprich eben kein Verbrechen, sondern nur ein Vergehen begangen hat, kann er sich zwar einen Rechtsanwalt nehmen, denn muss er aber selber bezahlen.

mach auf einsichtig

Na was nun? Soll er die Aussage verweigern oder soll er sich einsichtig zeigen?

und für eine Flasche wirst du nicht in Jugendarrest gesteckt

Völlig richtig. Für was soll er sich dann einen Rechtsanwalt nehmen, wenn die Tat so oder so keine großen Folgen für ihn hat?


Seien wir doch mal realistisch.

Am besten fährt er, wenn er schön brav zur Polizei geht, sich reumütig zeigt, zeigt dass er einsieht, dass er einen Fehler gemacht hat und sich dahingehend äußert, dass er das nicht wieder macht.

Die Polizei wird das Vernehmungsprotokoll an die Staatsanwaltschaft leiten und wenn die liest, dass er den Fehler einsieht und sowas nie wieder macht, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Verfahren schon seitens der Staatsanwaltschaft nach § 153 StPO eingestellt wird und es erst gar nicht zu einer Hauptverhandlung vor einem Richter kommt.

Verweigert er vor der Polizei die Aussage, kann es gut sein, dass der Staatsanwalt bzw. der Richter sich ein Bild von dem Täter machen will und dementsprechend eine Hauptverhandlung ansetzt.

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In dem du das nie,  nie wieder machst.

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