Muss ich für meine Betriebsrente die vollen Sozialabgaben und Krankenkassenbeiträge bezahlen?

...komplette Frage anzeigen

8 Antworten

Betriebsrenten sind grundsätzlich mit ihrer vollen Höhe sozialversicherungspflichtiges Einkommen, deswegen wird darauf auch der volle KV- und PV-Satz fällig. Aber: In Deinem speziellen Fall hat sich das BVerfG bereits 2010 abweichend geäußert - eben weil Du die Beiträge nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses selbst weiter gezahlt hast: AZ 1 BvR 1660/08

http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rk20100928_1bvr166008.html

Ich würde gegen den Bescheid der KK entsprechend mit Verweis Widerspruch einlegen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Terrorpinguin
14.10.2011, 09:09

Genau so ist es. Das ist durch die Presse gegangen.

0

Ja, das finde ich auch. Es ist eine Riesenabzocke durch den Staat.

Ich finde seit der Wiedervereinigung Deutschlands bleiben viele demokratische Pinzipien, an welche uns wir zur Zeit der Bundesrepublik schon gerne gewöhnt haben, auf der Strecke.

Die Schuldenlast ist durch die Wiedervereinigung, durch die Haftung für die faulen Griechenlandkredite und durch die Kosten für den ungeheuren Asylantenstrom so groß geworden, daß selbst Richter und Rechtssprechung ihre Unabhängigkeit bei Gerichtsurteilen, wo die Schuldenlast des Staates tangiert wird, vergessen haben.

Ich glaube, daß wir uns Westdeutsche mit der Wiedervereinigung einen Bärendienst erwiesen haben, denn ohne Wiedervereinigung hätte das so nicht laufen können.

 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo,

bis zum 31.12.1983 brauchten Rentner in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) nur Beiträge aus der Rente zahlen. Zum 01.01.1984 wurden die halben Beiträge auf Betriebs- und Zusatzrenten eingeführt. Ab 01.01.2004 wurden diese halben Beiträge auf den vollen Beitrag angehoben.

Bezüglich der 6 Jahre, in denen der Beitrag zur "Betriebsrente" privat weitergezahlt wurde, am besten mit der auszahlenden Stelle Kontakt aufnehmen und nachfragen, welcher Betrag an die Krankenkasse gemeldet wurde: der volle Betrag oder der um die 6 Jahre gekürzte Wert?

Wenn der volle Wert gemeldet wurde, bei der Krankenkasse Widerspruch gegen die Beitragshöhe einlegen. Dies ist aber nur sinnvoll, wenn man in der KVdR versichert ist (siehe Brief der Krankenkasse nach dem Rentenantrag).

Gruß

RHW

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo neuerrentner, in dem Fall ist es sicher so, das Sozialabgaben für den größeren Teil der Kapitalleistungen abgeführt werden müssen da der Vertrag lediglich in den letzten Jahren als private Vorsorge aus bereits versteuertem Einkommen fortgeführt wurde. Es muss also nicht, wie bereits erwähnt wurde der volle Betrag besteuert werden, sonder nur der Teil der vor dem ausscheiden aus dem Betrieb eingezahlt und erwitschaftet wurde, da ja für diesen Zeitraum keine Sozialabgaben abgeführt wurden. Ich würde also auch widerspruch gegen den Bescheid einlegen und darauf verweisen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Kunterbunt23
14.10.2011, 12:50

Dies gilt jedoch nur, wenn der Vertrag auf den ehemaligen Arbeitnehmer umgeschrieben wurde und er damit selbst Versicherungsnehmer wurde.

0

Es ist schon alles gesagt worden, nur noch nicht von jedem;-)! Wenn die drei folgenden Bedingungen ALLE gegeben sind, ist der Teil aus den 6 Jahren privater Zahlung von der GKV und PV befreit: 1. es ist eine Direktversicherung, keine Pensionskasse. 2. Du hast die bAV beim Ausscheiden als VN übernommen (und nicht privat gezahlt, obwohl der Arbeitgeber noch VN war). 3. Du bist Mitgleid in der KVdR (und kein freiwilliges Mitglied in der GKV). Dann ist Bescheid anfechten sinnvoll, un dparallel dazu die Versicherunf auffordern, den Rentenzahlbeitrag entsprechend aufzuteilen (je nach Versicherung dauert das 2 Wochen bis 1/2 Jahr)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wenn Du freiwilliges Mitglied einer gesetzlichen Kasse bist, dann musst Du auf Deine Betriebsrente Beiträge abführen.

Das hat Dir nie jemand gesagt? Ist ja ein Ding.

Selbst informieren ist das Stichwort.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Neuerrentner
13.10.2011, 20:30

So einfach ist das nicht. Es geht darum, dass ich nach meinem Ausscheiden aus dem Betrieb 6 Jahre lang schon die Rentenbeiträge aus meinem bereits voll versteuerten und abgabepflichtigen Einkommen bezahlt habe. Das heißt, ich soll jetzt zum 2. Mal Sozialabgaben bezahlen von angespartem Geld, für das ich schon längst Sozialabgaben bezahlt habe.

1

Was hier der Staat macht ist nichts anderes als Diebstahl. Diebstahl durch den Staat. Er nutzt seine Machtposition aus. Manche nennen es auch kalte Enteignung.

Umso schlimmer ist, daß die Gerichte diese Vorgehensweise für Rechtens erklärt haben. Obwohl klar gegen rechtsstaatliche Prinzipien verstossen wird. (Vertrauensschutz, Rückwirksamkeitsverbot).

Von wegen Gewaltenteilung.Von wegen Unabhängigkeit von gesetzgebender Gewalt und Rechtssprechung.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?