Muss ich für folgende Situation ein Gewerbe anmelden?

8 Antworten

Prinzipiell muss man nicht wegen einem Euro ein Gewerbe anmelden. Trotzdem gibt es eine Methode, wie man rechtskonform die Einnahmen und die daraus resultierenden Einkünfte beim Finanzamt angeben kann. Im Rahmen der jährlichen Steuererklärung kann man auch ohne Gewerbeanmeldung die Einkünfte aus der Differenz von Einnahmen und Ausgaben im Steuerformular eintragen und so dem Finanzamt mitteilen, dass man Einkünfte aus gewerblicher Tätigkeit hatte. Darüber hinaus gibt es eine Art steuerliche Regelung, die geringfügige Einnahmen im Rahmen der Steuererklärung "nachträglich steuerfrei" gestalten. Diese Vorgehensweise nennt sich im Steuerrecht Härteausgleich und ist im § 46 Abs. 3 EStG beschrieben. Danach kann man eine gewisse Einkunftshöhe erzielen, welche am Jahresende von Amts wegen wieder als "Null-Einkommen" ermittelt wird und somit keine steuerliche Auswirkung hat.

https://www.gruenderlexikon.de/checkliste/gruenden/gewerbeanmeldung/gewerbeanmeldung-wann/

Bei Deiner Frage scheint es sich um einen Grenzfall zu handeln. Ruf bei Deinem Finanzamt an und/oder frag bei Deiner Gemeinde, dann bist Du auf der sicheren Seite.

Ich wollte mal alles richtig machen, habe ein Gewerbe angemeldet: Hausreinigungen nach Hausfrauenart. Ich hatte vielleicht 4 oder 5 Stellen.

Nach einer Weile bekam ich dann einen regulären Job und die Putzstellen fielen weg, bis auf eine.

Ich also zum Finanzamt oder Gewerbeamt, weiß ich nicht mehr und wollte die Lage besprechen, wie ich weiter vorgehen sollte.

Mir wurde sofort Betrug vorgeworfen! Nun, ich habe Kontra gegeben und der hat letztendlich auch eingesehen, dass er Unrecht hatte.

Wenn du jetzt wegen der einmaligen 25 Hosen ein Gewerbe anmeldest, kann es gut sein, dass die deinen Gewinn auf ein Jahr hochrechnen und du blechen must.

Und wenn du die überzeugen kannst, werden sie dir vorwerfen (wie mir auch) dass du denen wegen quasi nichts soviel Arbeit gemacht hast.

Da will man alles richtig machen und hat nichts als Scherereien.

Am besten, du fragst, was du anmelden must, wenn du einmalig 25 Hosen verkaufen willst. Frag schriftlich an, damit du die Antwort schwarz auf weiß hast.

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Was Dir passiert ist und warum man Dir Betrug vorgeworfen hat, kann und will ich nicht beurteilen. Du schreibst selbst

... hat letztendlich auch eingesehen, dass er Unrecht hatte.

Ist also für den FS völlig unwichtig. Wenn er sich korrekt verhält, kann ihm so etwas unter normalen Umständen nicht passieren.

... kann es gut sein, dass die deinen Gewinn auf ein Jahr hochrechnen und du blechen must

Das ist allerdings völlig falsch. Man muss dem Finanzamt verschiedene Angaben zu dem Gewerbe machen und die Erträge dann in seiner Ek.St.erklärung angeben. Bei dem Umsatz, den man mit dem einmaligen Verkauf von 25 Hosen bei ebay erzielt, wird nichts hochgerechnet und man muss auch nichts blechen, allenfalls über die Steuererklärung später den normalen Steuersatz.

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@Zappzappzapp

Ich hoffe du hast recht. Meine Schlußfolgerung ist letztendlich auch:

"Am besten, du fragst, was du anmelden must, wenn du einmalig 25 Hosen verkaufen willst. Frag schriftlich an, damit du die Antwort schwarz auf weiß hast."

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@Zappzappzapp

Und auf jeden Fall schriftlich fragen. Es gibt da wirklich zu viele Idi...., die zuviel Macht haben. Man muss sich unbedingt absichern.

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Hallo, an Deiner Stelle würde ich ein Gewerbe anmelden. Infos gibt es z. B. hier: https://www.starting-up.de/gruenden/formalitaeten/kleingewerbe-anmelden-darauf-muessen-sie-achten.html

Nach der Gewerbeanmeldung bei der Gemeinde erhält man einen Fragebogen vom FA, da ist wichtig, dass man sich für die Kleinunternehmerregelung entscheidet (§ 19 UStG erlaubt die Kleinunternehmerregelung), heisst, dass man Umsatzsteuer nicht an den Kunden berechnen muss, mann kann allerdings auch keine Vorsteuer beim Kauf zurück erhalten.

Bei 25 Hosen sollte man nicht über die Umsatzgrenzen kommen.

Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Kleinunternehmerregelung ist, dass Ihr Umsatz im vorangegangenen Jahr 17.500 Euro nicht überstiegen hat. Ferner darf Ihr Umsatz im laufenden Jahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht überschreiten. Nur wenn beide Voraussetzungen erfüllt sind, kann die Kleinunternehmerregelung angewandt werden.  

Bei Neugründungen darf der geschätzte Jahresumsatz des ersten Kalenderjahr 17.500 Euro nicht überschreiten. 

Bei 17.500 Euro Umsatz dürften sogar mehr als 25 Hosen gehandelt werden.

Muss ich mein Gewerbe rückwirkend anmelden? (Weil schon letztes Jahr etwas *anderes* verkauft?)

Hallo zusammen,

folgende Situation. Ich habe Medieninformatik studiert, und als Bachelorarbeit letztes Jahr ein kleines "Flashspiel" (im Internet spielbares Videospiel) entwickelt. Anschließend - es hat sich als Gelegenheit erboten - habe ich dieses Spiel von einem Unternehmen "sponsern" lassen, für einen mittleren vierstelligen Betrag, und es dann frei im Internet vertrieben. Das war eine einmalige Sache, und ein Anruf beim Finanzamt hatte damals ergeben, dass ich das über meine nebenberufliche Freiberuflichkeit abrechnen kann, wenn es eben "einmalig" war.

Nun ist die Situation aber so, dass ich jetzt (Stand April 2015) wieder Spiele entwickle (diesmal direkt für Kunden) und dafür jetzt ein Gewerbe anmelden muss.

Da ich die Einnahmen aus meinem Bachelorarbeits-Spiel noch garnicht ans Finanzamt weitergegeben habe (Die Frist für das vergangene Kalenderjahr endet ja auch erst jetzt im Mai), frage ich mich nun, ob ich wegen dieser Geschichte mein Gewerbe nun ein Jahr rückwirkend anmelden muss.

Dazu käme auch, dass ich seit dem Verkauf bis heute jeden Monat aus dem Spiel heraus auch zusätzliche Kleinstbeträge erhalten habe (10-20€ im Monat).

Steuerlich relevant ist das alles sicher nicht, da ich letztes Jahr insgesamt auch keine 8.000€ verdient habe.

Dennoch habe ich ja nun das Gewerbe-Anmeldungs-Formular vor mir liegen, und muss einen "Beginn" der Tätigkeit eintragen.

Meint ihr ich darf diesen alten Deal (der mit meiner jetzigen gewerblichen Tätigkeit ja eigentlich garnichts zu tun hat) nach wie vor über meine Freiberuflichkeit abrechnen, oder muss ich deswegen jetzt mein Gewerbe rückwirkend anmelden (inkl. etwaigem Versäumnisbußgeld)?

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